Podemos: Katalonienkrise kann zu Ausnahmezustand führen

Pablo Iglesias, der Generalsektretär von Podemos, warnt die katalanische Regierung davor, einseitig die Unabhängigkeit auszurufen. Die spanische Zentralmacht könnte dann sogar mit dem Militär einmarschieren.

Von Redaktion

Der Generalsekretär der spanischen Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, warnt kurz vor einer möglichen Unabhängigkeitserklärung der katalanischen Regionalregierung vor einem Ausnahmezustand. "Wir raten der katalanischen Regierung zur Vorsicht: Erklären Sie nicht einseitig die Unabhängigkeit!", sagte Iglesias der "Frankfurter Rundschau".

Wenn man das Terrain der politischen Auseinandersetzung verlasse, könne man sehr schnell auf das gefährliche Terrain der Verhaftungen, des Verbotes politischer Parteien, der Ausgangssperre, der Versammlungsverbote geraten, so Iglesias weiter. "Manche reden sogar schon von militärischer Intervention. Das klingt außerirdisch – aber viele Dinge haben vor einer Woche noch außerirdisch geklungen, und jetzt geschehen sie." Er spreche sich zudem dafür aus, einen Vermittler einzusetzen.

Er ließ dabei offen, ob sich seine Partei darunter eine nationale oder eine internationalen Vermittlung vorstellt: "Entscheidend ist nicht, ob es spanische oder internationale Vermittler gibt, entscheidend ist, dass sie beide Seiten akzeptieren. Die Titelseiten der internationalen Presse nach dem Referendum am 1. Oktober waren eine der schwersten historischen Niederlagen der spanischen Rechten – und ein verletzter Staat ist weit gefährlicher als ein unverletzter."

Auch wenn Podemos an und für sich direktdemokratische Entscheidungen unterstützt und auch den Katalanen das Recht auf ein Unabhängigkeitsreferendum nicht verwehren will, obwohl die Linkspartei die Einheit des spanischen Staates unterstützt, so hofft man doch darauf, dass die Lage nicht endgültig eskaliert.

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8 Kommentare

  1. um den ernstfall lissabon verträge zu beschleunigen: fremde truppen mit schieß und tötungsbefehl in die länder zu schicken die nicht so wollen wie brüssel.

    1.  

      Das Triumphiat in Brüssel,

      hat überall seinen Rüssel.

      Freiheit ist ihm ein Dorn im Auge,

      weil es liegt in Geldes Lauge.

      Mit Miraculix und Zaubertrank,

      wär Katalonien wohl nich bang.

  2. Ich denke, die katalanische Regierung ist zu schwach um das durchzuziehen.

    Denn nicht nur Madrid sitzt ihnen im Nacken, da geht es um weit mehr als nur um die Unabhängigkeit.

    Ich hoffe für Spanien das es gut aus geht !

    Denn es wird wieder das Volk sein, was Schaden nehmen wird.

  3. Spanien hat einen langen Weg zur politisch-wirtschaftlichen Vernunft vor sich

     

    Sicher ist nur, daß Spanien bei einer allgemeinen Arbeitslosigkeit von 25% und einer Jugendarbeitslosigkeit von 50% in so schwere wirtschaftliche Wirren geraten ist, daß die alberne Beschwörung von Marktkräften dem Land nicht auf helfen wird; hier muß der Staat handeln, doch dieser hat seine Finanzen in Unordnung gebracht und muß nun schon das europäische Ausland, um Geld anbetteln, weil ihm in der Not niemand etwas leihen will, was schon immer die Unsitte der Geldverleiher gewesen ist. Wichtig ist hier vor allem, daß eine Verelendung des Volkes vermieden wird, sprich man Obdachlose in ohnehin leer stehenden Häusern und Wohnungen einquartiert und man eine notdürftige Versorgung mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern sicherstellt; da Spanien reich an Bauruinen ist und zudem eine recht ertragreiche Landwirtschaft betreibt, sollte dies kein Hexenwerk sein. Ist dies getan, so beginnt der schwierige Teil: Die allmähliche Hebung des Gewerbes und des Volkswohlstandes aus eigener Kraft.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß Euro zerstört werden muß!

     

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