Österreich wählt – Was sind die Wahrscheinlichkeiten?

Heute findet die vorgezogene Nationalratswahl in Österreich statt. Werden sich die Umfrageergebnisse im tatsächlichen Wahlergebnis widerspiegeln?

Von Marco Maier

Geht es nach den jüngsten Umfragen, dürfte es bei der diesjährigen Nationalratswahl zwei "Dreierpakete" mit jeweils engen Rennen geben. Um die Plätze 1 bis 3 kämpfen ÖVP, FPÖ und SPÖ (mit wahrscheinlich eben dieser Reihenfolge). Um die Plätze 4 bis 6 und zudem noch um den Einzug ins Parlament kämpfen Neos, Grüne und die Liste Pilz. Die engen Umfrageergebnisse lassen eindeutige Reihungen innerhalb dieser beiden Gruppen jedoch kaum zu.

Die Fragen die sich für den heutigen Wahltag vor allem stellen, sind: Kann die ÖVP tatsächlich so stark vom Kurz-Effekt profitieren? Wie viel Schaden trägt die SPÖ von der "Silberstein-Affäre" davon? Gibt es für die drei kleinen Parteien/Listen einen "Mitleidseffekt", der vor allem bei eher unentschlossenen Wählern dazu führt, diesen noch die Stimme zu geben?

Immerhin gilt Außenminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz vielen Österreichern eher als Blender, der zwar gerne den Populisten gibt, schlussendlich jedoch eine völlig andere Realpolitik umsetzt. Eine Mogelpackung also. Das heißt aber auch: Die Führungsposition in den Umfragen dürfte beim Wahlergebnis selbst wahrscheinlich nicht so groß ausfallen. Immerhin sagt zum Beispiel die Umfrage von "Research Affairs" für die Tageszeitung "Österreich" vom 9.10. bei 3,1 Prozent Schwankungsbreite, dass die ÖVP mit 33 (30-36) und die FPÖ mit 27 (24-30) Prozent rechnen können. Die SPÖ steht mit 24 (21-27) Prozent nicht viel nach.

Sollte sich die Polarisierung auf das Rennen der "großen Drei" tatsächlich auf das Wahlergebnis auswirken, könnte es sogar sein, dass die Kleinparteien nicht mehr im Parlament vertreten sind. Zum ersten Mal seit 1986 (wenn man die Zeit bis 1959 nicht berücksichtigt, als auch noch die KPÖ im Nationalrat vertreten war) wären dann wieder nur noch drei Parteien im österreichischen Parlament.

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Der derzeitige Trend lautet jedoch: Gewinne für die ÖVP und die FPÖ, Verluste für SPÖ und Grüne. Als Koalitionsmöglichkeiten gelten derzeit vor allem ÖVP-FPÖ, FPÖ-SPÖ und eine (eher ungeliebte) Neuauflage von ÖVP und SPÖ unter einem Kanzler Kurz als möglich. Selbst wenn alle drei Kleinparteien in den Nationalrat einziehen, dürfte sich kaum eine Mehrheit jenseits dieser drei Koalitionsvarianten ergeben.

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12 Kommentare

  1. Kurz ist ein Blender.
    Trotz seinen Geschwurbel um laut posaunten Verrbote wie Verschleierungsverbot, macht er eins nicht:
    Abschieben!
    Daraus ging hervor, Keiner wird abgeschoben.
    Somit werden die neu Zugereisten weiterhin vom arbeitenden Österreicher alimentiert.
    Wie in Deutschland, sagte Merkel 2015 auf einen Gewerkschaftstag, "Der Deutsche muss für die Globalisierung zahlen",
    Es gibt keinen Respekt mehr vor den erarbeiteten Werten eines europäischen Volkes und es ist für die globalen Eliten komfortable den Europäer für ihre Ziele zahlen zu lassen.
    Spätestens heute abend zeigt sich, wieviele sich haben blenden lassen.

    1. Richtig. Ich denke über Kurz ebenso. Leider werden nicht wenige Wähler auf ihn hereinfallen!

      Für mich ist sein Verhalten gegenüber dem Islam Wahlwerbung!!!!

      Denken ist auch vielen meiner Mitbürger in Österreich fremd.

      Von der SPÖ und den Grünen rede ich gar nicht mehr!

      Ich hoffe inständig, daß die Grünen aus dem Parlament fliegen!

      Wenn wenigstens das noch eintritt, bin ich schon entschädigt!

  2. Im Bezug auf die Redlichkeit der Wahlstimmenauswertung muß man jedenfalls ein eher ungutes Gefühl haben. Auch in Österreich haben die Politiker der ehemaligen Volksparteien die Barrieren gegen Gesetzesbrüche längst niedergerissen. Das Ergebnis der Briefwahlstimmen (16% ein neuer Rekord) wird erst vier Tage nach der Wahl feststehen. Viel Zeit ohne Wahlbeobachter. Mir ist überdies nicht bekannt ob jene beamteten Wahlleiter die für die Gesetzesbrüche bei der Bundespräsidentenwahl verantwortlich waren strafrechtlich verfolgt worden wären oder sonstwie sanktioniert worden sind.

  3. Kurz mag zwar ein (gekaufter Rothschild-) Blender sein, aber wenn die FPÖ mitregieren könnte, würde das die pol. Landschaft in Österreich vermutlich dramatisch verändern. 

    In der 'Flüchtlingsfrage' haben sich wohl beide Spitzenpolitiker (Strache/Kurz) soweit aus dem Fenster gelehnt, dass sie wohl 'verbrannt' wären, sollten sie einen auf 'Umfaller' machen. 

  4. Der blender Kurz wird das überlegen gewinnen………….die jungen Trottel und die alten ewig gestrigen Volltrotteln!!

    Die oiden Volltrotteln haben schon wieder Angst um ihre Tabletten und die vier Vierterl – Wein pro Tag,versteht sich!!!

  5. Die Wahl der Freiheitspartei würde die Awarenmark erneuern

     

    Sollte es der österreichischen Freiheitspartei tatsächlich gelingen die Macht im Herzogtum Österreich zu erringen und damit die dortigen Parteiengecken zu stürzen, so würde dies auf die Erneuerung der Awarenmark hinauslaufen. Die besagte Freiheitspartei hat nämlich versprochen, daß sie die Scheinflüchtlingsschwemme ebenso wie das tapfere Ungarn mit einem Grenzzaun abwehren will. Hält sie ihr Wort und bleibt Ungarn stand, so müssen die Scheinflüchtlinge fortan einen ziemlichen Umweg über Rumänien, Polen und Tschechien machen, was dem deutschen Rumpfstaat wertvolle Zeit verschaffen sollte und diese muß zum Sturz der hiesigen Parteiengecken genützt werden. Die Schweizer dürften nämlich jeden Versuch der Scheinflüchtlinge über ihr Gebiet in den deutschen Rumpfstaat einzufallen wirksam unterbinden und es ist sehr zweifelhaft, ob die Norditaliener die Scheinflüchtlinge durchließen, schließlich sind schon heute die Delinquenten vom Mittelmeer eine wahre Landplage in Ausonien.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  6. Das Wahlergebnis steht fest, oder auch nicht, denn noch sind die Briefwahlstimmmen nicht "ausgezählt" und da Wahlbetrug in Österreich ja schon "zum guten Ton" gehört, würde ich sagen – abwarten, mal sehen was das Establishment sich da noch zurechtbiegt?!  

     

     

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