NEOM: Die Saudi-Gigastadt & Israel

Kronprinz Mohammed Bin Salman will am Golf von Aqaba eine moderne Megastadt namens NEOM bauen – verbunden mit Städten in Jordanien, Israel und Ägypten. In ihr soll der wahhabitische Klerus keine Macht besitzen.

Von Marco Maier

Am nördlichen Teil des Roten Meeres am Eingang zum Golf von Aqaba soll mit 500 Milliarden Dollar Einsatz eine moderne Megastadt (größer als Hessen, siehe verlinkte Karte) Namens NEOM entstehen, die laut den Plänen sogar bis nach Jordanien und Ägypten erweitert werden soll. Eine technologisch fortgeschrittene Stadt, die eigene Gesetze und eine eigene Administration erhalten soll – frei von irgendetwas "Traditionellem".

Das heißt: Der künftige König des Landes will dort keine wahhabitischen soziokulturellen "Regulierungen" erlauben. Dies passt auch zu seinen jüngsten Äußerungen, wonach Saudi-Arabien "moderat und offen" werden soll (immerhin kümmern sich die saudischen Prinzen und Prinzessinnen im Ausland ohnehin nicht um islamische Regeln, da wird auch gesoffen und im Bikini gesonnt). Auch sonst hat der Kronprinz, der einen Bachelor in Islamstudien besitzt, mit dem radikalsunnitischen Klerus des Landes nicht gerade viel am Hut. MBS, wie der Kronprinz auch genannt wird, will das Land umbauen – und muss deshalb auch den Klerus eindämmen.

Doch bei seinen Plänen für die Stadt NEOM ist der Kronprinz auch auf die Israelis angewiesen. Immerhin liegt die israelische Stadt Eilat direkt zwischen Aqaba (Jordanien) und Taba (Ägypten), die mit der neuen Stadt möglichst verbunden werden sollen, welche ein Vorzeigeprojekt für seine "Vision 2030" darstellt. Das heißt, die Saudi-Monarchie wird den Staat Israel offiziell anerkennen müssen, zumal die NEOM-Partner Jordanien und Ägypten längst schon Friedensverträge mit Tel Aviv geschlossen haben. Bislang ist das Verhältnis zwischen den beiden Staaten ja eher informeller Natur (insbesondere, da man im Iran beiderseits einen Erzfeind sieht).

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Das heißt aber auch: Während Israel schon zuvor immer wieder betonte, gute Beziehungen zum Nachbarn Saudi-Arabien haben zu wollen, lehnte dies Riad bislang immer wieder (offiziell) ab, weil man sich in der arabischen Welt als Unterstützer der Palästinenser präsentieren wollte. Wenngleich diese "Unterstützung" ohnehin mehr symbolischer Natur ist und die Saudis auch die Palästinenser im eigenen Land aufnehmen könnten, wenn sie denn wollten, damit eine friedliche Lösung des Konflikts gefunden werden kann.

MBS, wie man den Kronprinzen kurz nennt, hat die Lage nicht umsonst ausgesucht: Einerseits kann "NEOM" nach Jordanien und Ägypten expandieren, andererseits geht es hier auch um die direkte Nachbarschaft zu Israel. Denn die "Red-Med"-Eisenbahnlinie als nahöstliche Ergänzungskomponente der "Neuen Seidenstraße" Chinas kann hier nahtlos bis an die Stadt weitergeführt werden. Zudem wäre die Einbindung Israels in das Projekt für potentielle Investoren ein Anreiz, sich in "NEOM" zu engagieren. Hierbei geht es auch um eine geopolitische Absicherung des Projekts.

Es ist also davon auszugehen, dass sich die saudi-arabische Außenpolitik für die "Vision 2030" und die Megastadt "NEOM" deutlich ändern wird. Einerseits gegenüber Israel, andererseits auch gegenüber dem Iran – da man auch Russland und China nicht verprellen will.

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10 Kommentare

  1. ist insofern keine Überraschung denn der Wahhabismus wurde von einem jüdischen Konvertiten aus der Türkei gegründet und hat Vieles gemeinsam mit Talmud

  2. Kann man nur begrüßen, daß mal ein vernünftigerer  an der Oberfläche erscheint. Ich denke auch die Frauen werden es gut heißen, wenn er moderater wird und nicht mehr so erzkonservativ.

  3. Solche Megastädte  kennen wir  siehe unser verrottestes Berlin da kommt nichts gutes dabei raus. Aber bei den Saudis ist das einfacher, Kopf ab, steinigen lebendig begraben. Die Saudis sind eh fällig  für den nächsten Krieg also lohnt sich sowas nicht.

  4. Dazu würde ich doch gerne mal @DvB hören !

    Sind das die Vorboten für das Großisr… vom Euphrat bis zum Nil ?

    Und lassen die Krypotj…   jetzt ihre Maske fallen?

     

     

      1. der arme, kleine, hilfslose junge, der so gut, wie nur desinformiert und ganze familien mit ihrer zugehörigkeit zu "hasbara" zu beleidigen versucht, erfährt unfreudlichkeit ihm gegenüber – mann, ist diese welt böse und ungerecht. 

        1. Wer redet denn mit dir, Du widerlichstes, hinterfot.zigstes, unterirdischstes Dasein in diesem Blog ?

          Du diskutierst auf türkisch Alter. Wenn dir nichts mehr einfällt, spielst du auf Dietrichs angebliche Homosexualität und seine Mutter an.

          Verpiss dich und nimm deinen Pseudoverein, der mit der Menschen Not nur Kasse macht, gleich mit !

  5. Gebaut wird das ganze dann unter der Leitung von korrupten SIMENS-Chefs, Hitlers Hausarchitekt und NAZI-Kriegsminister Sohn Alert Speer und Partner und  BER- Managern. 

    Finanziert als 100% Kredit bei der EZB durch die Lehmann Sisters Inc. und betrieben mit VW-Autos mit Windrädern auf dem Dach. 

    Unsere Super Dupi Baumeister aus Ägypten bauen zeitgleich eine neue Hauptstadt. Denn wer Pyramiden bauen kann kann auch zwei Jahrtausenprojekte gleichzeitig stämmen auch wenn sich der Müll auf allen Straßen Kairos bis zum ersten Obergeschoss stapelt. 

    Ich wette in den Straßen von Assads neuem Syrien springen die Ampeln auf grün wenn der  währen in NEOM noch die Kamele des MBS gen Himmel blöken,

    MBS = Mega Bull Shit.

  6. Glanz und Elend der morgenländischen Ölschutzgebiete

     

    Nach Außen machen die morgenländischen Ölschutzgebiete ja einiges her: Eindrucksvoll und prächtig nehmen sich die Fassaden ihrer Städte im Wüstensand aus und mit ihrem vielen Geld kaufen sie sich Ansehen und Einfluß und so finden nun zunehmend dort allerlei Sportereignisse wie Autorennen oder Fußballspiele statt. Doch hinter der Fassade sieht es dann doch sehr häßlich aus: So beschäftigen die Ölschutzgebiete zahllose Gastarbeiter unter Bedingungen, die schlechter sind als das Los, welches der gestrenge Cato der Ältere den Sklaven in seinem Landwirtschaftsbuch zuteilt, diese sollen nämlich weder frieren noch hungern. Hinzu kommen eine bigotte Handhabung des mohammedanischen Religionsgesetzes und die üppige Förderung des mohammedanischen Glaubenseifers in aller Welt. Wobei freilich das staatliche Dasein der Ölschutzgebiete bloße Komödie ist, weil diese nur unter der Vorherrschaft der VSA gedeihen können, andernfalls aber wie Kuhweide schon längst von ihren Nachbarn unterworfen wären.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

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