Kronprinz Mohammed bin Salman, der wohl im nächsten Jahr zum König Saudi-Arabien gekrönt werden soll, will sich offenbar mit dem wahhabitischen Klerus anlegen – und das Land "moderat" machen.

Von Marco Maier

Man wird sich wohl auf einen dreckigen Machtkampf in Saudi-Arabien einstellen müssen: Kronprinz Mohammed bin Salman – kurz MbS genannt – will das Land "moderat und offen" machen. Damit stellt er sich in aller Öffentlichkeit gegen den fanatischen wahhabitischen Klerus, der das Land seit Jahrzehnten in religiöser Geiselhaft hält. Selbst der Besitz einer Bibel gilt dort als schweres Verbrechen, da man dies mit der Missionierung von Muslimen verbindet – und der Abfall vom ("wahren") Glauben gilt im Islam als Grund genug, getötet zu werden.

Auf einem Wirtschaftsforum in der Hauptstadt Riad sagte er: "Wir kehren dahin zurück wo wir zuvor schon waren – ein Land des moderaten Islams, welches für alle Religionen und die Welt offen ist". Und weiter, direkt an den radikalsunnitischen Klerus gerichtet: "Wir werden nicht die nächsten dreißig Jahre unseres Lebens damit verbringen, mit destruktiven Ideen umzugehen. Wir werden sie heute zerstören". Er wolle "den Extremismus sehr bald beenden".

Immerhin ist auch ihm längst schon klar, dass das Ölzeitalter sich dem Ende zuneigt, Saudi-Arabien eine Neuausrichtung der Wirtschaft braucht und dies nur dann zu bewerkstelligen ist, wenn die radikalislamischen Kräfte im Land endlich im Zaum gehalten werden. Jene religiösen Kräfte, die seit Jahrzehnten weltweit radikale, extremistische Gruppierungen fördern.

Die Aufhebung des Verbots für Frauen Auto zu fahren durch König Salman und unter Druck seinen Sohnes war hierbei erst der erste Schritt. Man kann davon ausgehen, dass auch schon in wenigen Jahren der Verschleierungszwang fällt und die Frauen deutlich mehr gesellschaftliche Rechte erhalten werden. In Zeiten, in denen viele muslimische Länder (darunter Malaysia, Indonesien oder die Türkei) eher den entgegengesetzten Weg gehen, ist dies eine interessante Entwicklung.

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Nun stellt sich allerdings auch die Frage, ob Saudi-Arabien in Zukunft vielleicht auch einen etwas gemäßigteren Weg im Umgang mit dem Iran finden kann. Immerhin sind es vor allem die wahhabitischen Vorstellungen, welche die Schiiten als Häretiker – und damit als Todeswürdig – brandmarken. Sollte man sich davon lösen, könnte man auch in Sachen Jemen oder hinsichtlich der schiitischen Minderheit im eigenen Land vielleicht einen anderen Kurs einschlagen.

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19 thoughts on “Mohammed bin Salman: Saudi-Arabien soll „moderat und offen“ werden”

    1. Keine Ahnung was uns das suggerieren soll, vielleicht : ach wird das herrlich, wir werden alle gleich ? Die Nachwelt soll es selbst entscheiden ob sie die Flachhirne "integrieren" will, ich jedenfalls lege keinen Wert darauf, deshalb : Musels raus !

        1. Was ist Wahabismus?

          Als Wahhabiten werden die Anhänger einer puristisch-traditionalistischen Richtung des sunnitischen Islams bezeichnet. Die Bewegung gründet sich auf die Lehren Muhammad ibn Abd al-Wahhabs (* 1702/3 † 1792). Die Wahhabiten nehmen für sich in Anspruch, als einzige heute die islamische Lehre authentisch zu vertreten. Glaubensauffassungen, die mit dem Wahhabismus nicht vereinbar sind, werden von ihnen als unislamisch deklariert. Die meisten Wahhabiten leben heute in Saudi-Arabien, wo ihre Lehre staatliche Förderung genießt und durch die Islamische Weltliga global verbreitet werden soll. Die Bezeichnung „Wahhabiten“ wird nur von Gegnern dieser Gruppierung verwendet. Sie selbst bezeichnen sich als Salafis oder einfach als „Sunniten. Kennzeichnend für den Einfluss der Wahhabiten sind unter anderem folgende Praktiken im öffentlichen Leben: Verbot des Autofahrens für Frauen; Verbot für Frauen, sich in der Öffentlichkeit mit fremden Männern zu zeigen; Öffentliche Scharia-Strafen wie Hinrichtungen und Auspeitschungen; Verbot der freien Religionsausübung; Lange Zeit waren Musik und Fernsehen uneingeschränkt verboten.
          In seinem Herrschaftsgebiet führte auch der Islamische Staat einen auf der Scharia und dem Wahhabismus basierenden 16-Punkte-Katalog ein, der das öffentliche und private Leben massiv normiert und einschränkt. Demnach sind der Konsum und Verkauf von Alkohol, Tabakwaren und anderen Drogen ebenso untersagt wie das Abhalten von Versammlungen, „Götzen-Bildnisse“ und Schreine. Das Rasieren und Trimmen des Bartes ist verboten. Frauen müssen „züchtig-bedeckende Kleidung“ tragen, Verlautbarungen in Moscheen unterliegen der Zensur. Im Juni 2015 wurde das im Nahen Osten beliebte Taubenzüchten verboten, weil es die Muslime vom Beten abhalte und der Anblick von Taubengenitalien ihre Sittlichkeit verletzte. Bereits vor dem Verbot wurden drei Männer wegen Taubenzüchtens hingerichtet.
          Saudi-Arabien ist an der Verbreitung des Wahhabismus sehr interessiert und unterstützt dies durch den Bau repräsentativer Moscheen und Entsendung wahhabitischer Prediger. Es sei in diesem Zusammenhang auch an das König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialüog, mit Sitz in Wien erinnert, eine staatenübergreifende Organisation, die im Oktober 2011 von Saudi-Arabien, Österreich und Spanien gegründet wurde. Ach die Fahd-'Akademie in Bonn zieht die frommen Religionsfanatiker an wie der Kuhfladen die Fliegen.

          1. 2002 IRAQI INTEL REPORTED WAHHABIS ARE OF JEWISH ORIGIN

            A report from 2002 Intelligence reports of the Iraqi government has given much information on the Wahabis and their origin going back to the Doenmeh or crypto Jews of Turkey.  Read this very informative piece on Wahabis and their Turkish Jewish origin.

            It's officially known that present day 'Saudi Arabia' is the outcome of an alliance between Muhammed ibn Abd Al Wahhab and Muhammed Ibn Saud started in the 18th century.  The deal was for Ibn Saud to protect Al Wahhab and allow him to spread his fanatical anti-Quranic values in the name of "Islam," and in return, Al-Wahab would offer recognition to Saud’s rule as the head of the "Islamic Ummah." 

            In reality, the Arabian peninsula has been occupied since the last 200 plus years by a grand orthodox Jewish alliance in the garb of Islam.  But their secret loyalty and affections are still firmly grounded within their roots.   What a pretty story behind the Saud / Wahab treachery, duping 1.3 billion Muslims around the world and their sincere pact of 'brotherhood' with the White House, Pentagon and 10 Downing Street. 

            http://abundanthope.net/pages/Political_Information_43/Jewish-origin-of-Saudis-and-Wahabis_printer.shtml

  1. Interessanter wäre zu wissen, wie die neue Merkel Regierung jedes Jahr sozusagen eine neue Großstadt für  ca. 200.000 ( und mehr) Menschen entstehen lassen will – denn das ist die Zahl ( Obergrenze)  die jedes Jahr an Migranten geholt werden soll. 

    1. Ich glaube prinzipiell keinem Musel. Und Saudis werden niemals westl liberal, eher friert die Hölle zu. Aber darum ging es ja auch nicht, sondern darum, was der Hörr Maier hier zu suggerieren versucht.

      1. Ich versuche hier gar nichts zu suggerieren, aber das ist der Frau Mona Lisa ohnehin egal. Wenn eh alles so Scheiße hier ist – was machst du dann noch hier? Gibt es keine anderen Seiten auf denen du dich austoben kannst? Ständig nur am meckern (oder wie meine Ex sagen würde: am herumnöhlen), am beleidigen und herumpöbeln…

        1. pffft, wenn hier jemand wirklich beleidigt und herumpöbelt, guckst du doch weg, wenn's dir grad ganz gut in den Kram passt, nicht wahr ?

          … deine Ex, wird schon wissen, was es zu nöhlen gab !

          So, also du willst nichts suggerieren ? … dann haste also einfach irgendwo abgeschrieben !

          Und wen sollte eigentlich in DE interessieren ob die Saudis ihren Frauen erlauben Auto zu fahren oder nicht. So ein Pipifax interessiert bei uns höchstens die Musels.

        2. ach so, ja, was mach ich hier ? gute Frage, und ich werd sie dir beantworten : ICH passe hier auf, dass dein Amibashing ein Gegengewicht erhält und der/die ein oder andere nicht damit aufhört, sich auch noch ein paar eigene andere Gedanken dazu zu machen, um eben nicht deiner Gehirnwäsche komplett zu erliegen.

          Ich weiß es ja, Du liebst das nicht, aber das ist mir wurscht. Du, bist derjenige der so stolz auf seine freie Meinungsäußerungsbefürwortung ist, also bist auch Du derjenige, der sich damit auseinandersetzen muss, und ich bin, was dich betrifft nur tgl. darauf gespannt, wie weit die reicht.

        3. guck mal hier, DAS interessiert uns z.B., den Islam betreffend. DAS geht uns tatsächlich an !

          http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/dschihad-im-klassenzimmer-wie salafistische-eltern-ihre-kinder-indoktrinieren-a2249978.html

          oder das :

          http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/waffen-und-grosse-mengen-munition-in-berliner-islamistenszene-beschlagnahmt-2-a2249920.html

          oder das :

          http://www.epochtimes.de/politik/welt/wo-ist-sohail-a-33-polizei-hamburg-fahndet-nach-moerderischem-vater-kleiner-tochter-2-kehle-durchgeschnitten-a2250349.html

          DAS, sind Dinge die wir wissen müssen, und nicht, welchen Minipups die Saudis gerade mal in Richtung Gleichberechtigung fahren ließen.

          Hör mal, wenn wir erst tot sind, kannste uns garnix mehr berichten !

           

  2. Die Auseinandersetzung kriegen sie so wieso. Durch www, Facebook und Co. wird der Horizont der Jugend zwangsläufig erweitert. Und da keiner kritischer hinterfragt als die Jugend ist das quasi ne Flucht nach vorn.

  3. Es gibt keinen moderaten Islam und die Saudis sehen irgendwie ein Ende ihres Öl-Monopols und wollen in der internationalen Wirtschaftsgemeinschaft Fuß fassen. Dass Saudi-Arabien letztes Jahr bei der UNO den Vorsitz der Menschenrechtskommission inne gehabt hat, stieß in vielen internationalen Foren auf Häme. Bisher konnten sie sich bei der UNO immer mit viel Geld von der Liste der Menschenrechtsverletzter frei kaufen. Das hat aber dieses Mal nicht funktioniert. Also müssen sie andere Wege gehen und so tun, als ob sie "moderater" ergo "menschenrechtlicher" werden wollen. 

    Sie sollen es beweisen! Seit 2015 bombardieren und töten sie im Jemen unschuldige Menschen mit ihren hochgerüsteten im Westen bestellten Waffen und bisher ist es ihnen nur gelungen, diese Menschen zu drangsalieren und zu töten. Und das wofür!

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