Mehr türkisches Militär marschiert in Syrien ein

Ein großer Armeekonvoi aus der Türkei marschierte letzte Nacht in die syrische Provinz Idlib ein. Sie sollen zusammen mit Russen und Iranern die Region befrieden.

Von Marco Maier

Gegen 22:15 Uhr Ortszeit letzte Nacht passierte ein türkischer Armeekonvoi mit mehr als 100 Soldaten, inklusive Spezialeinheiten, zusammen mit mindestens dreißig gepanzerten Fahrzeugen die syrische Grenze zur Provinz Idlib. Sie sollen zusammen mit russischen und iranischen Kräften eine lokale "Deeskalationszone" überwachen und "mit al-Kaida verbundene Milizen befrieden", berichtet die türkische Tageszeitung "Hürriyet".

Zwar wurde nicht bekanntgegeben, wohin die türkischen Truppen unterwegs sind, doch zumindest laut "Al Jazeera" sollen sie sich in Richtung des westlichen Teils der Provinz Aleppo aufmachen. Diese "Deeskalationszone" ist Teil eines Übereinkommens zwischen der Türkei, welche die Kräfte unterstützt die gegen Präsident Assad und die Syrisch Arabische Armee kämpfen, während der Iran und Russland die legitime syrische Regierung und deren militärischen Kräfte unterstützen.

Der Zug der türkischen Armee findet nun nur wenige Tage nach der Ankündigung von Präsident Recep Tayyip Erdogan statt, dass die von der Türkei unterstützten "Euphrat Shield Forces" eine Operation vorbereiten würden, die mit Al-Kaida verbundene Terrormiliz Hay'at Tahrir Al-Sham" aus Idlib vertreiben zu wollen.

Es ist zu erwarten, dass insbesondere die USA und deren europäischen Vasallen nicht gerade erfreut über die eigenmächtige Zusammenarbeit der Türkei mit den "Feinden" Iran und Russland in Syrien sein werden. Vor allem jedoch wird Washington nun geradezu dazu gedrängt, die Allianz mit den Kurden in der Region zu verstärken und die kurdischen Milizen noch intensiver zu unterstützen.

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13 Kommentare

  1. Wie immer kann auch in Syrien beim Kampf ums Öl viel oder wenig passieren

     

    Die Sache in Syrien kann noch heiter werden: Denn Rußland muß hier den Wert seiner Freundschaft beweisen und nur wenn man auf russischen Beistand gegen die VS-Amerikaner und ihre Vasallen hoffen kann, hat es einen Wert mit Rußland verbündet zu sein; zwar ist Rußland zu schwach, um den VS-Amerikanern und deren Vasallen die Spitze bieten zu können, aber dafür ist es mit China verbündet; und das Bündnis mit Rußland ist für China von unschätzbaren Wert: Wegen des Ackerlandes, des Rohstoffreichtums und vor allem wegen der geographischen Lage, die zum Sprungbrett nach Europa und in den Nahen Osten dient, sowie des gewaltigen Atomwaffenarsenals, damit die VS-Amerikaner nicht auf dumme Gedanken kommen; und auch in China gilt: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach und die Konfrontation zwischen China und VS-Amerika ist ohnehin längst überfällig. Auch ist Putin eben nicht Jelzin und daher wird er seine Freunde und Verbündeten den VS-Amerikanern nicht ans Messer liefern!

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  2. Tja die Türkei hat halt jetzt andere Verbündete. Wer es soweit gebracht hat wissen wir. Der Putschversuch an Erdo wirkt und wirkt und wirkt. In den Zuge kann die Türkei auch ihr Kurdenproblem lösen, es lebe die westliche Demokratie………

    1. Haben die Türken das mit der Nato oder mit Rußland abgesprochen. Wenn sie eigenmächtig und gleichzeitig gegen die Interessen der Nato handeln, dann sollten sie rausgeworfen werden, denn auf solche Mitglieder kann man verzichten, wenn das Bündnis noch etwas wert sein soll, unabhängig davon wie man dazu steht oder auch nicht, aber Vertrag ist Vertrag und den muß man kündigen, wenn man eigene Wege beschreiten will.

      1. So siehts aus !!!

        … zumal der Türke ja auch als Nato-Mitglied über verschiedene Projekte informiert wird, die er weitergeben könnte. Das man ihn sich in der Nato überhaupt noch hält, hängt garantiert wieder mal mit den Langfingern zusammen. Die brauchen den nämlich noch in Syrien als Stellvertreter.

        1. …übrigens..die Ami's haben noch nicht ausgeschlossen das sie Erdowahn wegen des Kauf's der Russischen Raketen..sanktionieren..everything is still possible.hihi.

      2. Merkel und ihre Bande hätte Erdo eben umlegen sollen. Leider ist alles was Merkel macht stümperhaft und zum scheitern verutreilt. Immerhin ist sie auch moralisch eine echte Sau.

  3. Die Türkei ist nachwievor an der Umsetzung von NATO-Plänen beteiligt . Wenn man die Kenntnis von Vereinbarungen der Türkei mit Frankreich, Israel und auch dem ehemaligen US-Vize Biden nicht außer Acht läßt, sollte ein kurdischer Staat im Norden des Iraks, im Nordosten Syriens, vermutlich sogar noch in den Norden Irans reichend, OHNE die türkischen von PKK-Kurden bewohnten Gebiete einzubeziehen, gebildet werden. Der französische Außenminister hatte 2011 bereits ähnliches zugesichert, gleichzeitig eine Ünterstützung der EU-Mitgliedschaft der Türkei.                                                                                                  Der in Irakisch-kurdistan herrschende "Präsident" Barzani hat Netanyahus Zusicherung, dass 200.000 israelische Kurden in dem neuen Staatsgebilde angesiedelt werden.                                                                                                                                                              Die Länder der "westlichen Wertegemeinschaft", als deren Terminator die NATO doch augenscheinlich agiert, wollen eine verlässlichen Korridor für Rohstoff-Pipelines vom kaspischen Raum an das Mittelmeer.                                                                                             Brauchen wir nochmehr Argumente, um zu erkennen, dass Erdogans Türkei noch mit den Demokratie-Bringern des Westens zusammenarbeitet – selbstverständlich nicht, ohne die eigenen Interessen zu berücksichtigen.

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