Carles Puigdemont. Bild: Generalitat de Catalunya / public domain

Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont will bis Ende des Jahres mit Madrid verhandeln. Spaniens Regierung könnte nun mit Härte reagieren.

Von Marco Maier

Madrid bekommt wenige Stunden vor Ablauf des Ultimatums an Barcelona vom katalonischen Regierungschef Carles Puigdemont keine klare Antwort. In einem Brief an Ministerpräsident Mariano Rajoy bietet er an, für die nächsten zwei Monate auf weitere Schritte hin zur Unabhängigkeit Kataloniens zu verzichten, dafür will er – möglichst mit Schweizer Vermittlung – verhandeln.

Rajoy selbst hatte Puigdemont ein Ultimatum gesetzt. Bis heute Montag um 10 Uhr soll er ihm mitteilen, ob er Katalonien nun für unabhängig erklärt oder nicht. Innenminister Juan Ignacio Zoido betonte, dass man nur "ein Ja oder ein Nein" akzeptieren werde. Eine ausweichende Antwort hieße, man werde "davon ausgehen, dass die Unabhängigkeit erklärt worden ist".

Immerhin hatten am 1. Oktober rund 90 Prozent der am Referendum teilnehmenden Katalanen (Wahlbeteiligung: 43 Prozent) für die Unabhängigkeit gestimmt. Bereits am 10. Oktober setzte Puigdemont dann seine Unterschrift unter die Unabhängigkeitserklärung, setzte diese aber – um einen Dialog anzustoßen – umgehend wieder aus.

Für die spanische Regierung, die eine Loslösung Kataloniens grundsätzlich ablehnt (vor allem weil das Land dann vor einem finanziellen Trümmerhaufen steht), hieße ein "Ja" zur Unabhängigkeit, dass man der katalonischen Regierung noch ein paar Tage Bedenkzeit geben würde, bevor die Region nach Artikel 155 der franquistischen Verfassung ihre Autonomie entzogen bekommt – und damit direkt der Kontrolle Madrids unterstellt wird.

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8 KOMMENTARE

  1. Gleich am Anfang diese Bewegung habe ich gefragt:" wer steckt dahinter???". Auf die Antwort musste ich nicht lange warten. Da steckt der Soros mit seiner Hilfsorganisationen dahinten! Die amerikanische Elite haben schon für Europa andere Pläne gestrickt. In jedem europäischem Land werden wir solche Ereignisse,  wie in Spanien,  sehen. Und das alles, um Deutschland schwächen und destabilisieren!!! Aber erst mal wollen die das europäisches Kontinent moslemisieren und Chaos ausbreiten!!!! Mit d. Händen europäischen Regierungen!!!!!!!!

  2. Jammerschade wäre das Auseinanderbrechen Spaniens

     

    Es läßt sich zwar nicht sagen, ob die Bewohner Iberiens eine natürliche Nation wie etwa die Griechen oder wir Deutschen bilden, da sie von den Römern romanisiert worden sind, aber historisch ist Iberien durchaus zu einer Nation gewachsen. Deren Grundlage der gemeinsame katholische Glaube und der jahrhundertelange Abwehrkampf gegen die teuflischen Mauren bilden. Auch war die Schaffung des spanischen Einheitsstaates, durch die Ehe der kastilischen Erbtochter Isabella und Ferdinand II. von Aragon, sehr segensreich für Spanien und verschaffte diesem die nötige Kraft, um die Vormacht Europas zu werden und sein Weltreich zu begründen. Eine Abspaltung einzelner Landesteile aus schnöden Wirtschaftsgründen erscheint daher ziemlich unsinnig. Doch dürfte es der Zentralregierung schwer fallen diese zu unterbinden, wenn sich der Wunsch dazu gar zu sehr in den Köpfen der dortigen Bevölkerung festgesetzt hat. Vielleicht hilft es aber dem entsprechenden Landesteil mehr Eigenständigkeit einzuräumen.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

    • Wie man lesen kann, haben sich die Katalanen sehr stark der Nato angebiedert und schon herumposaunt ihre Soldaten sogar in Afghanistan einsetzen zu wollen!

      Der EU droht das gleiche Schicksal wie Jugoslawien! Der Zerfall kommt allerdings nur der Nato und der USA zugute.

      Die Katalanen sollten sich mit einer Eigenständigkeit zufrieden geben. Eine komplette Unabhängigkeit von Spanien könnte einen Zerfallsprozess in Europa in Gang setzen, der uns als Kontinent handlungsunfähig und zum Übernahmekandidat anderer Großmächte macht.

      So sehr ich die EU kritisiere, so sehr bin ich aber für den Zusammenhalt und den Erhalt Europas. Wir sollten es schaffen Europa neu aufzustellen, als Einheit in Vielfalt, getragen durch die Nationalstaaten und stark genung jeden Feind abzuschrecken.

       

    • der Freistaat Bayern entstand 1918 in der nicht souveränen, fast genau so (nur nicht so intensiv) von den westalliierten besetzten weimarer republik. wiederherzustellen ist das Königreich Bayern. 

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