Nachdem US-Außenminister Tillerson die iranischen Soldaten aufforderte, den Irak zu verlassen, kommt nun eine Gegenaufforderung der schiitischen Milizen.

Von Marco Maier

Kommt es bald wieder zu einem US-Krieg gegen den Irak? Nach dem Sturz von Saddam Hussein durch die US-Invasion übernahm die schiitische Mehrheit die Regierungsgeschäfte im Irak. Doch diese sehen eher im Iran eine befreundete Kraft als die Amerikaner. Angesichts der ständigen Einmischung Washingtons in die irakische Innenpolitik und der "Sonderrechte" der US-Truppen im Land, sehen die Regierung in Bagdad und die paramilitärischen schiitischen Milizen die US-Soldaten zunehmend als "ausländische Bedrohung" an.

Als nun US-Außenminister Rex Tillerson kürzlich in Saudi-Arabien den Iran dazu aufforderte, seine "Milizen" aus dem Irak abzuziehen, da deren Kampfkraft gegen den "Islamischen Staat" angesichts der faktischen Zerschlagung der sunnitischen Terrormiliz nicht mehr gebraucht werde, traf er auch im Irak selbst einen wunden Punkt. Immerhin ist es eine Sache des Iraks selbst, darüber zu entscheiden, wer sich im Land aufhalten darf und wer nicht.

Ein bekannter schiitischer Milizenführer des Iraks der enge Beziehungen zum Iran unterhält, warf hingegen den Vereinigten Staaten vor, am Kampf gegen den IS nicht wirklich interessiert zu sein und es sei besser, wieder aus dem Irak abzuziehen. "Eure Truppen sollten sich dazu bereit machen unser Land zu verlassen, wenn die Ausrede von Daeshs Präsenz vorüber ist", so Sheikh Qais al-Khazali, der Kommandeur der schiitischen Miliz Asaib im TV-Kanal der Truppe, al-Aahd.

Die Aussage kam am selben Tag als Iraks Premierminister Haider al-Abadi öffentlich die Forderung Tillersons zurückwies und darauf pochte, dass die Paramilitärs – namentlich die Miliz al-Hash'd al Shaabi (die übrigens bereits den US-Soldaten Zugang zu diversen Territorien verweigerten) – im Land "irakische Bürger" seien und nicht Iraner. Denn die irakische Verfassung würde es nicht erlauben, dass ausländische bewaffnete Gruppen unter staatlichen Institutionen kämpfen würden. Zudem hätte "keine Partei das Recht, sich in irakische Angelegenheiten einzumischen".

Es scheint also in Sachen Irak und USA noch "interessant" zu werden. Washington sieht das nahöstliche Land nach wie vor als Protektorat an und versucht immer noch so viel Einfluss wie möglich dort zu behalten. Doch dies gestaltet sich immer schwieriger, da man mit dem Gebahren der Amerikaner nicht zufrieden ist.

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5 COMMENTS

  1. gehört die erde nicht von rechts wegen schon den amis`? und wo komm wir denn da hin wenn ein iraker zu den amis sagt: go home und raus aus unserem land.dann könnten andre länder folgen

  2. Ein Wort zur Niederlage der VSA im Zweistromland

     

    Man ist es ja spätestens seit dem Vietnamkrieg gewohnt, daß die hiesige Lizenzpresse die Siege der VSA übersteigert und deren Niederlagen zu verschleiern versucht, weshalb sich 1975 auch viele die Augen rieben als die VS-Amerikaner aus Saigon fliehen mußten wie die Engländer aus Dünkirchen. Bezüglich des Zweistromlandes wird dem Volk erzählt, daß die VSA das Scheitern ihrer ehrgeizigen Pläne eingesehen und sich deshalb freiwillig aus dem Lande zurückgezogen hätten. Gewiß, es hat keine mesopotamische Befreiungsschlacht gegeben und die VS-Besatzungstruppen sind nicht wie die Legionen des Varus im Teutoburger Wald oder die Engländer bei Bannockburn zerschmettert worden, aber in Vietnam geschah dies ja auch nicht und dennoch wird niemand bestreiten wollen, daß die VSA den Krieg gegen Vietnam verloren haben. Und wie in Vietnam vermochten es die VSA auch im Zweistromland niemals den feindlichen Widerstand zu brechen, sondern erlitten im Kleinkrieg unentwegt Verluste und daher der Rückzug.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

     

  3. Auf jeden Fall treten die Iraker mittlerweile wieder selbstbewusst und kämpferisch gegen die USA auf und lassen sich nicht mehr von den Amis einfach herumkommendieren und belügen. Was da sonst noch hintenherum läuft, kann der Leser nicht ausmachen. Könnte ja auch möglich sein, dass die Russen, Chinesen und Iraner im Hintergrund Druck aufbauen. DIE wollen nämlich Syrien und den Irak neu aufbauen und einen Arm der Seidenstrasse dort durchziehen lassen. Positive asiatische Wirtschaftskraft gegen westlich negativ zerstörerische Kriegsmacht. Unterdessen dürfte klar sein, wer hier auf die Länge als Sieger hervorgeht.

    Iraqi Commander Calls For Immediate Withdrawal Of US Troops From Iraq
    http://yournewswire.com/

    "To the US Secretary of State: your armed forces have to prepare from this point immediately and without any delay to leave our homeland Iraq after the end of the ISIS-presence excuse”, Khazali’s tweet said in Arabic.

     

     

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