Maurer

Die EU-Länder haben sich auf eine neue Entsenderichtlinie geeinigt, um so dem Sozial- und Lohndumping entgegenzuwirken. Eine gute Lösung?

Von Redaktion

Nun ist offenbar eine Einigung erzielt: Bei der Entsendung von Arbeitnehmern in andere EU-Staaten müssen diese genau gleich bezahlt werden wie ihre einheimischen Kollegen. Das heißt: Wenn beispielsweise ost- oder südosteuropäische Arbeitnehmer in Österreich oder Deutschland arbeiten, erhalten sie demnach dieselben Löhne wie die einheimischen Arbeiter.

Das heißt: In Österreich müssen sie zu denselben kollektivvertraglichen Bedingungen eingesetzt werden, wie sie je nach Beruf oder Berufssparte gelten – inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld. In Deutschland greift demnach vor allem der gesetzliche Mindestlohn, da es keine flächendeckenden Tarife gibt.

Andererseits könnten beispielsweise deutsche oder österreichische Unternehmen Mitarbeiter nach Polen oder nach Tschechien entsenden und diese dann dort zu den jeweiligen Konditionen arbeiten lassen. Dabei hätte man auch grundsätzlich sagen können: Die besseren Bedingungen für die Arbeitnehmer müssen gelten.

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Eine weitere Einschränkung ist, dass nun solche Entsendungen zeitlich befristet sind: Normalerweise bis zu zwölf, in Ausnahmefällen bis zu 18 Monate lang dürfen Mitarbeiter demnach am Stück so arbeiten dürfen. Zudem wird des Transportgewerbe davon ausgenommen. Das heißt: billige rumänische oder bulgarische Fahrer dürfen weiterhin zu den Konditionen ihres Landes beschäftigt werden.

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6 KOMMENTARE

  1. Bei der Entsendung von Arbeitnehmern in andere EU-Staaten müssen diese genau gleich bezahlt werden wie ihre einheimischen Kollegen!

    „Andererseits könnten beispielsweise deutsche oder österreichische Unternehmen Mitarbeiter nach Polen oder nach Tschechien entsenden und diese dann dort >>zu den jeweiligen Konditionen<< arbeiten lassen.“

    Heißt im Klartext, Arbeitnehmer, die wegen schlechterer Löhne hierher kommen, um besser zu verdienen, müssen hier zu denselben kollektivvertraglichen Bedingungen eingesetzt werden, wie sie je nach Beruf oder Berufssparte hier gelten – inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld.

    Umgedreht sollen Arbeitnehmer mit besseren Löhnen dann zu schlechteren Bedingungen z.B. nach Polen oder nach Tschechien entsandt werden, um dann im Rahmen „kollektivvertraglicher Bedingungen“ dort schlechter gestellt zu werden?

    Wer denkt sich denn ein solch bescheuertes Abkommen aus? Die Arbeitnehmer gehen doch nicht in Länder, in denen sie schlechter gestellt werden und weniger verdienen?! 

  2. Der angebliche Wohlstand Deutschlands ist ein Parteiengeckenmärchen

     

    Die Parteiengecken gehen ja gerne mit der großen Wirtschaftskraft Deutschlands hausieren, doch hat das Volk von selbiger denkbar wenig, denn dank den Parteiengecken müssen die Deutschen die höchsten Steuern in Europa bezahlen, bekommen am wenigsten Rente und müssen am längsten Arbeiten und haben das geringste Vermögen, während ihnen die Parteiengecken, mit dem Verweis auf die Wirtschaftskraft Deutschlands, neuerdings auch noch die Staatsschulden anderer Länder auferlegen; doch gilt hier eben, was der Geschichtsschreiber Theodor Mommsen über ein solches Treiben gesagt hat: „Aber wenn das Spiel mit dem Glücke der Völker ein lustiges sein mag und wohl lange Zeit hindurch ungestört gespielt werden kann, so ist es doch auch ein tückisches, das zu seiner Zeit die Spieler verschlingt; und niemand schilt dann die Axt, wenn sie dem Baum, der solche Früchte trägt, sich an die Wurzel legt.“ Was durch die Wirtschaftsverwerfungen und die steuerliche Auspressung schon bald der Fall sein dürfte.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

     

  3. Na toll !

    … bei uns wird ja wohl mehr bezahlt als in Osteuropa, ein Grund mehr nach DE zu kommen. Mindestlohn 8,50, da können die Polen und Tschechen nur von träumen !

    Immer reinspaziert, wir haben Arbeitsplätze ohne ende !

    … und der Wahnsinn nimmt kein Ende !

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