Das russisch-iranisch-türkische Dreieck

Geopolitisch verschiebt sich gerade in West- und Zentralasien so Einiges. Besonders interessant: Das russisch-iranisch-türkische Dreieck.

Von Marco Maier

Abseits der Schlagzeilen der Mainstream-Presse, die sich lieber im allgemeinen Bashing Russlands, des Irans und der Türkei übt, entwickeln sich diese drei Staaten zu einem Dreieck in der Region, um das man über kurz oder lang nicht herumkommen wird, wenn man im Nahen Osten etwas bewegen will. Ein Dreieck, welches die westliche Hegemonie – vor allem durch die ehemaligen Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich, sowie den USA ausgeübt – in dieser Gegend faktisch aufhebt.

Mit Russland als zunehmend einflussreiche Macht in der Region, die vor allem im Syrien-Konflikt eine große Rolle spielt, gibt es eine Atommacht mit ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat in diesem Dreieck. Präsident Putin sorgte mit seiner nachhaltigen Nahostpolitik dafür, dass das Land von allen beteiligten Parteien respektiert wird. Egal ob Israel, Saudi-Arabien, die USA oder die EU – trotz diverser Feindseligkeiten bezüglich Syrien (bzw. der Ukraine und Georgiens) hat Moskaus Stimme global großes Gewicht.

Der Iran ist ohnehin ein Feindbild des Westens (insbesondere Israels und der USA), sowie Saudi-Arabiens (welches in den Schiiten Häretiker sieht), pflegt jedoch seit einigen Jahren gute politische und wirtschaftliche Beziehungen zu Russland und neuerdings auch zur Türkei. Der Iran spielt zudem im Kampf gegen den "Islamischen Staat" im Irak und in Syrien eine gewichtige Rolle.

Als dritte Kraft im Bunde ist da das (Noch-)NATO-Mitglied Türkei, welches seit einiger Zeit eine außenpolitische Umorientierung durchführt – weg vom Westen, hin zum Osten. Die Zusammenarbeit mit Russland ist ein direktes Zeichen an den Westen, dass man sich nicht länger als "Partner zweiter Klasse" behandeln lassen möchte, jene mit dem Iran ist ein innerislamischer Kampf um die Vorherrschaft. Denn für die Nachfolger der alten Osmanen ist die Quasi-Führerschaft der Araber (insbesondere der Saudis) eine Demütigung.

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Kein Wunder, dass auch die Saudis, die Ägypter und die Scheichs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in letzter Zeit vor allem in Moskau aus und ein gingen, um die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stärken. Die Amerikaner spielen – trotz der nach wie vor enormen Truppenstärke vor Ort – eine immer geringere Rolle in der Region.

Die wachsende Zusammenarbeit Russlands, des Irans und der Türkei sorgt für eine geopolitische Machtverschiebung, die es in sich hat. Welche Auswirkungen dies noch auf die politische Entwicklung in der Region haben wird, muss sich noch zeigen. Dennoch sollte man gerade diese Staatengruppe und deren Maßnahmen in der Region im Auge behalten.

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9 Kommentare

  1. Der Russe wurde von Europa und den USA von je her, als eine Art Mensch zweiter Klasse behandelt.   Dem gierigen, dämlichen Westen werden noch die Augen aufgehen. Welcher Idiot hat denn wirklich geglaubt, dass man Russland durch Sanktionen in die Knie zwingen könnte ?

  2. Das ist ja immer wieder das dumme Proplem des oder der scheinbar Überlegenen . Man hat es ja nicht nötig ernsthaft festzustellen was der Gegner wirklich drauf hat . Und dann verlieren sie auch noch die Orientierung die Chefimperialisten weil sie an zuvielen Plätzen gezündelt haben . Vielèicht sind es auch der schlechten Köche ein paar zuviel ! Die Amis waren ja noch nie gute Köche . Fastfood und immer den Revolver im Gürtel .

    Seit die Südostasiaten enschliesslich Singapur nach einer internen Rechercherche feststellen konnten das man von der betrügerischen Schutzmacht USA eigentlich garnicht mehr so viel hält . Eine Überheblichkeit die in erster Lienie auf Waffen beruht .

     

  3. Tja der Russe is zurück und neu Ideen hat er auch mitgebracht. Bei den Amis sterben die Ideengeber altersbedingt weg. Nur ein paar Schüler der Altmeister suchen verzweifelt mit alten Methoden in einer veränderter Welt nach Strategien. Raus kommt dann "Kill em all" und ein passender Donald dazu.?

    Was für ein Absturz.

  4. Dem Morgenland droht ein zünftiges Religionsgemetzel

     

    Wie es scheint haben die saudischen Ölgötzen einen Kampfbund gegen Persien und dessen Vasallen gegründet und da an selbigen so Delinquenten wie die Türkei, das mohammedanische Indien oder auch Ägypten teilnehmen, so droht den Persern hier schweres Ungemach. Das Ganze könnte nämlich durchaus – zumindest in Syrien und dem Zweistromland, aber auch in Phönizien – in einem zünftigen Religionsgemetzel enden. Man vergleicht den Haß zwischen den beiden mohammedanischen Hauptströmungen ja gern mit dem zwischen den Lutheranern und den Papisten, aber da die Trennung weitaus früher erfolgte, scheint eher ein Vergleich mit den Zank der Orthodoxen mit den Arianern und Monophysiten zuzutreffen. Lange Rede kurzer Sinn: Beide Strömungen betrachten einander als Ketzer und Teufelsanbeter und entsprechend blutig und erbarmungslos dürfte ein Religionskrieg zwischen beiden werden. Und schon heute tragen die Kämpfe in Syrien und dem Zweistromland ganz entschieden das Gepräge eines solchen.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  5. Nach Aussage G.Friedmans 2015 ( Chicago Council) hat die USA seit 1915  für eine Politik gesorgt, die auf Abspaltung Deutschlands/Europas zu Rußland hnauslief. Der Energiereichtum Rußlands gepaart mit dem Know how Europas/Deutschlands hätte, so Fridman jeden Weltherrschaftsanspruch der USA gekippt. Das hat sich bis heute nicht geändert: Auch heute noch laufen irrationale Sanktionen gegen Rußland zum großen wirtschaftlichen Schaden DEutschalnds.

  6. Bisher haben die USA ihre Gegner immer heimlich und heimtückisch bekämpft. Den Zenit ihrer Macht haben die nun aber schon überschritten und die Fassade bröckelt schon. Für "Spielchen" ist daher keine Zeit mehr. Die USA sind jetzt gefährlich wie ein verwundeter Löwe. Bevor alles den Bach runtergeht MUSS Kurdistan gegründet werden, koste es was es wolle. Die meisten werden sich noch wundern wozu die Amis willig und fähig sind damit "Kurdistan" entsteht. 

     

  7. Wie viele Milliraden hat es Deutschland und Österreich gekostet?????? Nix in den Medien zu lesen und zu sehen…….

    Auch hier nicht-oder?

    Wie viele Arbeitsplätze…………..????

    Funktionieren wird eine Volkswirtschaft nur dann,wenn sie PARTIOTISCH ist!!

     

  8. Auch die das deutsche Kaiserreich hat im Nahen Osten mitgespielt ist aber von den Engländern hinausgekickt worden und somit haben sich Frankreich und Großbritannien den Kuchen geteilt, bis die Amis hinzugestoßen sind und mit ihren diplomatischen Fähigkeiten das größte Chaos dort angerichtet haben, was bis heute anhält. Es war zu erwarten, daß sich andere große Anrainerstaaten wie die Rußland, die Türkei und der Iran schon aus Eigeninteresse auf Dauer nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, nur sind die bislang taktisch besser an die Sache herangegangen und haben sich über Jahre durch stille Beharrlichkeit Einfluß verschafft, der heute nicht mehr zu übersehen ist. Hinzu kommt noch ein weiterer Player aus Fernost, der allerdings weniger politische Interessen verfolgt als wirtschaftliche, aber dadurch den vorausgenannten in die Hand spielt, während die Amerikaner immer mehr im Abseits stehen und nur noch als Deppen von allen betrachtet werden und das schlimme daran ist, daß sie es selbst noch nichteinmal merken und ihre Vasallen in Westeuropa mittlerweile genauso dämlich sind, obwohl Teile davon dieses Gebiet einmal beherrscht haben. So wandelt sich die Zeit und die Zukunft gehört nicht mehr den bislang bekannten Welteneroberern, sondern denen, die mit Verstand und Weitsicht Politik betreiben, aber nicht in Rambomanier, getrieben durch die Geldgeilheit, sondern durch Überzeugung  und Verläßlichkeit, was man von einigen im Westen ja nicht mehr behaupten kann.

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