Australien: Die Immobilienblase gerät an einen kritischen Punkt

Eine neue Umfrage in Australien zeigt, wie kritisch die Lage für jene Menschen ist, die ihr Haus völlig überteuert auf Kredit gekauft haben. Die Immobilienblase könnte bald platzen – es braucht nur eine geringe Zinserhöhung, um den Stein ins Rollen zu bringen.

Von Marco Maier

Laut einer neuen Umfrage, von der die australische Seite "Broker News" berichtet, können 57 Prozent aller Australier die eine Hypothek für ihr Haus zu bezahlen haben, eine Erhöhung der Rückzahlung um gerade einmal 100 Australische Dollar (rund 66 Euro) im Monat nicht stemmen. Angesichts dessen, dass die Einkommen in dem Land eigentlich relativ hoch sind, eine geringe Summe. Immerhin liegt das durchschnittliche wöchentliche (!) Einkommen bei einem Vollzeitjob bei rund 1.600 Australischen Dollar (ca. 1.060 Euro).

Das heißt: Nimmt man die durchschnittliche Höhe der Hypotheken mit 360.600 Australischen Dollar (ca. 240.000 Euro) als Basis her, hieße dies, dass der Zinssatz um lediglich 0,45 Prozentpunkte steigen müsste, um mehr als die Hälfte der Schuldner in arge Bedrängnis zu bringen. Das heißt: Der durchschnittliche Standardzinssatz von derzeit 4,83 Prozent müsste auf nur 5,28 Prozent steigen – dann gäbe es mit der Zeit die ersten Kreditausfälle.

Zwar senkte die australische Zentralbank in den letzten Jahren stetig den Leitzins, doch auf Dauer kann auch sie nicht um Zinserhöhungen herumkommen. Doch mit einem Zinsschritt nach oben werden auch die Kredit- und Hypothekenzinsen wieder anziehen. Und dann wird es für die australische Bankenlandschaft gefährlich, auch wenn ein solcher Schritt eigentlich notwendig wäre, um etwas Luft aus der Blase zu lassen, bevor sie platzt..

Inzwischen gibt es allerdings sogar schon in einigen der reichsten Vorstädte Australiens Probleme mit den Hypotheken, weil selbst scheinbar wohlhabendere Australier ins straucheln kommen, wie news.com.au berichtet. Die Wahl der Lokalität mit großem Haus und teurem Auto sorgt dafür, dass nicht wenige Australier deutlich über ihren Verhältnissen leben. Das wird sich auch in den Kreditausfällen der nächsten Monate bemerkbar machen.

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5 Kommentare

  1. Betrug.

    Wieso sollten die Australier Geld für Land bezahlen, dass ihnen doch aufgrund ihre Staatsangehörigkeit selbst gehört.

    Man verkauft ihnen ihr eigenes Land – das ist schlicht Betrug.

    Statt für den Kauf ihres eigenen Landes einen Kredit aufzunehmen, sollten die Australier lieber Politiker und Bankiers teeren, federn und aus dem Land jagen.

    Dann erledigt sich die "Immobilienblase" von selbst.

    1. Ja und nein, denn schließlich sind die meisten Australier keine Ureinwohner und haben selbigen das Land geraubt, so wie in den USA, bzw. in ganz Amerkia!

      Aber der Grundgedanke ist natürlich richtig. (Genau wie das wir alle merhfach Zinsen zahlen müssen)

      Aber auch da gibt es noch Unterschiede, während z.B. in den USA den Käufern von Land/Grundstücken auch das gehört was unter der Erde ist (eigentlich logisch) und sie daher es auch gewinnbringend an Unternehmen verkaufen können, ist das in der BRiD nicht so!

       

  2. Ja, so läuft das kapital.Zinsgeldsystem nun mal – viele verlieren, ein paar wenige gewinnen!

    (Amschel Meyer Rothschild: Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.)

    In den USA wurden (noch unter Obama) die Hürden für Immo.kredite auch wieder herabgesetzt, auf das die nächste Blase entstehen kann. 

    Die Bronx ist überall – Man investiert in ein Viertel, macht dieses groß und attratkiv, dann verkauft man es gewinnbringend, dann schleust man "andere Kulturen" ein, läßt es runterkommen, die Preise verfallen und wenn das Viertel ganz unten ist kauft man wieder und das Spiel beginnt von vorne. Gewinnen tun immer die Selben, der große Rest verliert.

     

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