Der Afghanistan-Krieg ist mit nunmehr 16 Jahren Dauer der längste der US-Geschichte. Aber: Die Opium-Produktion erreicht Rekordwerte. Es ist ein Milliarden-Dollar-Geschäft.

Von Marco Maier

Die elf Jahre Vietnamkrieg (die übrigens zum Ende des Goldstandards und zur Etablierung des Petrodollars führten) von 1964 bis 1975 sind nichts gegen die nunmehr sechzehn Jahre des Afghanistan-Krieges, der die Amerikaner bereits mehr als eine Billion Dollar an Kosten verursachte. Und Dank Trumps Ausweitung der Militärpräsenz im Land werden die Kosten noch weiter explodieren.

Heute kontrollieren die Taliban, die man 2001 aus der Regierung bombte, mit rund 40 Prozent des gesamten afghanischen Staatsterritoriums ein größeres Gebiet als noch zuvor. Trotz (oder vielleicht auch eher wegen?) der andauernden Militärpräsenz von USA und NATO-Vasallen. Eine tatsächliche Änderung der Lage ist allerdings nicht in Sicht. Wozu auch? Immerhin geht es hierbei um viel, sehr viel Geld.

Doch warum sind die Amerikaner so erpicht darauf, sich in Afghanistan festzusetzen? Ist es der Ressourcenreichtum des Landes für die Profite der US-Konzerne? Sicher, auch. Ist es die Opiumproduktion des Landes für die Schwarzen Kassen von CIA & Co? Auch das kann durchaus sein. Immerhin wächst die Produktion des Heroin-Rohstoffes seit der Niederschlagung der Taliban-Herrschaft wieder rapide an (siehe hier). Bilder davon, wie US-Soldaten durch die Mohnfelder spazieren, gibt es auch genug.

Nun berichtete Al-Jazeera davon, dass die Opiumproduktion in Afghanistan im Jahr 2016 den Gegenwert von 3,02 Milliarden Dollar erreichte, nachdem im Jahr zuvor der Wert noch bei 1,56 Milliarden Dollar lag. Das ist eine Verdoppelung. Der Drogenhandel (inkl. Produktion) selbst soll laut den Vereinten Nationen für rund 15 Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung verantwortlich sein. Ein "big business" sozusagen. Laut einem Experten, der in Afghanistan bei der Drogenbekämpfung tätig ist, bekommt ein Mohnbauer dort für elf Pfund Opium ganze 600 Dollar. Der Preis für das daraus gewonnene Heroin auf dem Schwarzmarkt liegt bei 150.000 Dollar. Das sind enorme Profite für jene, die in die Produktion und den Handel mit dem Betäubungsmittel involviert sind.

Man fragt sich zurecht, warum die Opiumproduktion in Afghanistan – nachdem die Taliban dafür sorgten, dass der Anbau während ihrer Herrschaft von 1996 bis 2001 faktisch auf Null zurückging – unter den Augen von USA und NATO wieder solche Rekordwerte aufweisen kann – immerhin ist Afghanistan das weltweit wichtigste Land in der Opiumproduktion weltweit. Vor allem: Auch die Taliban starteten nach der Invasion der westlichen Truppen mit dem Drogenhandel, weil sie so ihren Kampf gegen die Besatzungsmächte finanzieren konnten. Aus jenen, die zuvor die "unislamischen" Drogen effektiv bekämpften (und sämtliche Drogendealer erschossen), wurden selbst Händler.

Wenn man nun bedenkt, dass Washington jährlich Unsummen dafür ausgibt, den Drogenkonsum im eigenen Land einzudämmen, kann man angesichts einer solchen Politik nur den Kopf schütteln. Und während man beispielsweise in Kolumbien hektarweise Koka-Plantagen abfackelte, scheint man mit den Mohnplantagen in Afghanistan kein Problem zu haben. Um Terrorismusbekämpfung geht es in Afghanistan jedenfalls nur oberflächlich, um die Drogenbekämpfung hingegen ganz offensichtlich nicht.

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7 KOMMENTARE

  1. Tja, so stehen die Aktien, und das schon jahrelang! Es ging dem US-Establishment nie in den US-Kriegen um Religionen oder ideologischen Ausrichtungen, sondern um die Vereinnahmung von Rohstoffen, hier insbesondere der Drogen, mit denen Milliardengewinne eingefahren werden. Gleichzeitig werden strategische Positionen gegen Russland und dem asiatischen Raum gewonnen und neu festgesetzt, mit denen das US-Militärbudget im drohenden Jargon hochgefahren werden kann.

    Alles andere Brimborium um die US-Kriege dient lediglich der Irreführung der globalen Öffentlichkeit. Die Zerschlagung und Vernichtung von Zivilbevölkerungen sind nichts als zwangsläufig im angezettelten Krieg ablaufende Kolateralschäden. Die milliardenschweren US-Menschenfreunde lassen grüssen.

  2. " Man fragt sich zurecht, warum die Opiumproduktion in Afghanistan – nachdem die Taliban dafür sorgten, dass der Anbau während ihrer Herrschaft von 1996 bis 2001 faktisch auf Null zurückging "

     

    Das stimmt ja einfach nicht. Lediglich 2001 war die Produktion fast Null. Und 2016 mag der Wert doppelt so hoch gewesen sein wie 2015, die Produktionsmenge war minimal höher – aber vermutlich ist das M.M. bekannt, es passt nur leider nicht in die "Argumentation". 2013 und 2014 war die Produktinsmenge sogar höher als 2016, aber auch das ist offenbar egal. Hauptsache gegen den pöhsen Westen geschossen, damit das Geld aus Moskau fliesst, gelle?

    • Zwischen dem Zitat und Deinen ersten beiden Sätzen besteht doch kein Widerspruch. Zum Thema selbst: man lese McCoy, Die CIA und das Heroin.

      Betrachtet man die Gesamtentwicklung, den Weg der Drogen über die Türkei und das Kosovo nach Europa, die Unterstützung der Rauschgifthändler im Jugoslavienkrieg durch die Nato, kann man nur den Schluss ziehen, dass Drogenkartelle mittlerweile praktisch jeden Politiker weltweit kaufen können. Dazu eine Zahl: der Welthandel mit Drogen lag zur Zeit des Jugoslavienkrieges bei ca. 2/3 des Weltmineralölhandels. Das benötigte Geld ist da.

      Natürlich gibt es alternative Erklärungen: unsere Politik ist strohdumm. Oder es stimmt beides.

  3. NSU-Affäre – vertuschtes Drogengeschäft?

    Die Journalisten des Compact-Magazins äußerten den Verdacht, dass die Erschießung der Polizistin Kiesewetter nicht von der NSU durchgeführt wurde, sondern von CIA-Agenten und türkischen Drogenhändlern, die von Kiesewetter bei einer Drogenübergabe gestört wurden.

    Dabei soll ein CIA-Agent von Kiesewetter oder ihrem Kollegen angeschossen worden sein und dann schnell von einer US-Basis in die USA ausgeflogen worden sein.

    Die NSU-Statisten Böhmert und Mundlos wurden dann als Ablenkung vorgeschoben, damit die Bevölkerung nicht den Skandal spitz krieg, dass USA und Türken hier in Deutschland im großen Stil Drogen an unsere Jugendlichen verkaufen und dass die Merkelregierung dabei landesverräterisch mitmacht.

    Der Fall Edathy

    Edathy leitete den Untersuchungsausschuß des Bundestages zur NSU. Kurz darauf wurde von den Nato-Medien ein Kindesmißbrauchs-Skandal um ihn inszeniert.

    Hier muß die Frage gestellt werden, ob der Skandal Edathys Demontage bewirken sollte, weil er bei der Vertuschung des amerikanisch-türkischen Drogendeals nicht mitmachen wollte.

    Ebenso muß man Fragen, ob die Nato-Medien ihre Informationen von Edathys Leichen im Keller von der CIA bekamen. Sind die Bilder auf seinem PC von der CIA dorthin platziert worden? Zwecks Maximaldiffamierung?

    Außerdem muß gefragt werden, was mit unseren Richtern los ist, dass sie das NSU-Theater mitmachen und nicht die CIA-Drogengeschäfte offenlegen. Ist also unser Rechtsstaat längst zugunsten des US-Besatzers gekippt?

  4. Natürlich werden Geheimoperationen der CIA damit finanziert.

    Natürlich werden mit den Drogen ganze Staaten destabilisiert.

    Die CIA konnte bereits während des Vietnamkrieges in Laos mit dem Drogenanbau Erfahrungen sammeln.

    Aber keine Sorge: Die deutschen Dienste spielen mit.

     

  5. Mit Einbeziehung des Drogenhandels dürften die VSA in Baktrien sogar Gewinn machen

     

    Auf den ersten Blick sieht es zwar so aus, als ob die VSA in Baktrien einen ziemlichen Verlust machen würden – fast 800 Milliarden VS-amerikanische Dollar soll dieser Spaß nun in den letzten 17 Jahren gekostet haben, ohne das es beim Aufbau eines VS-Vasallenstaates sonderliche Fortschritte gegeben hätte. Zum Vergleich: Der Südteil Koreas stellt den VSA 600,000 Mann Hilfstruppen und ist eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften der Erde. Wenn man aber weiß, daß der VS-Geheimdienst den weltweiten Drogenhandel unter seiner Fuchtel hat und dessen jährlicher Umsatz mit 320 Milliarden VS-Dollar angegeben wird, so sind 50 Milliarden VS-Dollar je Jahr zur Behauptung Baktriens nicht zu viel. Dort wird nämlich 90 von Hundert der weltweiten Opiumernte angebaut. Der VS-Feldzug gegen Baktrien könnte also mal wieder eine der üblichen wirtschaftlichen Schweinereien sein, wegen denen die VSA gemeinhin ihre Kriege zu führen pflegen. Kein Wunder also, daß der Donald von dort nicht abziehen möchte…

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

     

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