Wenn Wahlen etwas ändern würden…

Der Einzug der AfD in den Bundestag sorgt vielerorts für Euphorie. Doch allzu viele Hoffnungen auf große Veränderungen sollte man sich nicht machen.

Ein Gastartikel von Franz Längle

Eigentlich ist es jedem halbwegs intelligenten Menschen klar: Ein System kann man schwerlich von innen heraus verändern. Und wenn, dann ist es ein äußerst langwieriger Prozess, wie schon die "68er" feststellen mussten. Immerhin haben sie die Bundesrepublik in all den Jahrzehnten zwar partiell, aber noch lange nicht nachhaltig politisch verändert. Wahlen ändern im Grunde genommen kaum etwas, da ein politisches System stets darauf aus ist, sich selbst zu erhalten.

Die Lehren aus der "Weimarer Republik", als man seitens der Initiatoren der Verfassung des Deutschen Reiches zwar die alte, monarchistische Ordnung hinwegfegte, es jedoch verabsäumte einen wirksamen politischen Schutzmechanismus zu installieren, der eine Auflösung der bestehenden politischen Ordnung verhindert, wurden beim Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland eingebaut. Seitdem gibt es auch immer wieder Verbote von Parteien und Organisationen, die als "verfassungsfeindlich" angesehen werden, da sie eine andere politische Ordnung anstrebten.

Im Grunde genommen bedeutet dies: Wer sich nicht zum bestehenden politischen System bekennt, darf sich nicht zur Wahl stellen. Ernsthaften Systemkritikern wird damit allerdings jegliche Möglichkeit genommen, sich in der Bundesrepublik politisch zu betätigen. Selbst die ganzen kommunistischen Splitterparteien, die eigentlich ein anderes System enstreben, müssen sich (zumindest offiziell) dazu bekennen.

Man darf zwar annehmen, dass es bei der AfD wie auch bei der Linken einen gewissen Prozentsatz an Mitgliedern und Funktionären gibt, die eine tatsächliche Systemänderung wollen, doch öffentlich zugeben werden es nur die Wenigsten von ihnen. Echte Systemkritiker und -gegner werden mit Vehemenz bekämpft. So bleibt ihnen nur übrig, als "Wolf im Schafspelz" zu agieren und darauf zu hoffen, irgendwann einmal die Mehrheit in den Parlamenten zu stellen.

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Dabei ist es völlig egal, ob man nun eine kommunistische Räterepublik, einen national-autoritären Staat, ein direktdemokratisch-dezentralistisches Land oder auch ein anarchistisches System möchte – erlaubt ist nur, was die Verfassung (bzw. das Grundgesetz) vorgibt. Und das ist eine pseudodemokratische Parteiendiktatur eines politischen Kartells, welches die eigenen Machtansprüche erhalten will.

Faktisch heißt dies: Eine wirkliche Systemänderung kann nur durch eine Revolution stattfinden. Doch von den mehrheitlich satten, lethargischen Deutschen ist dies kaum zu erwarten. Man marschiert in Nibelungentreue zum System lieber sehenden Auges in den eigenen Untergang als sich aufzuraffen und zu sagen: "Nein, ich mache diesen Unsinn einfach nicht mehr mit!".

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18 Kommentare

  1. "Eine wirkliche Systemänderung kann nur durch eine Revolution stattfinden."

    Falsch. Den Gegenbeweis liefern Viktor Orban nebenan, Evo Morales in Bolivien und Hugo Chavez in Venezuela.

    1. Ich sage auch falsch! Eine objektiv informierte aufgeklärte Gesellschaft die ihre in der Demokratie zugewiesene  Rolle spielt braucht keine Systemänderung sondern nur die Demokratie wahren und Verwerfungen und undemokratische Entwicklungen durch Wahlen verhindern. Das was in Deutschland von den Altparteien in Zeiten wie diesen politisch installiert wurde ist eine mittelalterliche  K e t z e r "kultur" innerhalb eines demokratischen Systems. Es braucht also keine Systemveränderung sondern nur den Widerstand gegen E n t a r t u n g e n  in Richtung totalitärer politischer Agitation. Im Übrigen wurde gerade auf Phönix ein AfD Verhetzungsmachwerk gezeigt wo verschiedene kirchliche Amtsträger sich äussern durften. Da tun sich im Bezug auf den Zustand der Kirchen Abgründe auf, das Hexen- und Ketzerverfolgungsgen mendelt sich bei denen wahrscheinlich nie aus. 

  2. Der Autor hat leider recht. Auch wenn der Wahlerfolg der AfD zu begrüssen ist, ändern wird er nichts. Oder zumindest fast nichts. Erstens werden die relevanten Entscheidungen mittlerweile in Brüssel getroffen. Daher ist es eigentlich egal, welches Farbenspiel gerade in Berlin aufgeführt wird. Es sei denn, Deutschland würde die eigene Souveränität zurückerlangen. Die Tendenz ist leider eine andere. Zweitens muss man sich die Welt als eine Pyramide vorstellen. An der Spitze steht das globale Finanzsystem. Das sind die Zentralbanken, Geschäftsbanken, Konzerne und die einflussreichsten Familien. Danach folgen die Medien. Als drittes kommt die Politik. Politik und Medien sind eng miteinander verzahnt. Als viertes folgen die Bürger. Das sind diejenigen, die ebenfalls über einen gewissen Einfluss verfügen. In der Regel ist es der Mittelstand. Zum Schluss kommen wir, das Volk. Die einzige Position in dieser Pyramide, die völlig unanhängig ist, ist das Finanzsystem. Es ist der Dreh-und Angelpunkt, dem sich die anderem zwangsläufig unterordnen müssen. Das heisst mit anderen Worten, erst wenn wir einen Einfluss auf diese Spitze haben, kann es zu wirklichen Veränderungen kommen. Zu glauben, wir könnten etwas erreichen, indem wir die Politiker wechsel, ist reichlich naiv. Letztlich sind alle vom Geld abhängig, ob Blau, Schwarz, Rot oder Grün.

    1. @ Jomenk

      IRRTUM: Der AfD-Erfolg ist für die BRDDR-Mediendiktatur erst mal ein KO-Schlag! Denn hinsichtlich der "Deutschen Geschichtserzählung" wurden "Guido Knoops Märchen" aus der Tabuzöne gezerrt! Die geschichtserfahrenen über 70-jährigen AfD-Männer werden auch die umerzogenen Lorbasse und Marjellchens vor sich her jagen. Und das ist gut so!

       

      1. Man kann einige Leute für alle Zeit belügen so wie man alle Leute für einige Zeit belügen kann.  Aber alle Leute für allezeit belügen, unmöglich.

        Am Ende steht immer Aufklärung. Alles nur eine Frage der Zeit.

  3. Das augenblickliche Problem ist eine Angela Merkel die uneinsichtig an ihren Vorstellungen, an einem Zuzug ohne Obergrenzen von Migranten, ohne Einwanderungsbestimmungen, sowie an einer Vergemeinschaftung der europ. Schulden mit einem Klüngel mit Macron, festhält. Was konnte man auch anderes erwarten, da Angela Merkel jahrelang ohne Opposition schalten und walten konnte wie sie wollte, was ihr zu Kopf gestiegen ist, zumal sie auch noch von einer gesteuerten Presse unterstützt wurde, die sie als die 'mächtigste Frau der Welt' hochstilisierte. Angela Merkel ist im grunde eine Analphabetin was Wirtschaft und Finanzen anbelangt, die es bisher nur verstand, vernünftige Kursberichtigungen, in einer verfehlten europ. Finanz- und Wirtschaftspolitik zum Schaden von Deutschland, zu torpedieren. So versinnbildlicht sie die Figur des 'bösen Clowns', wenn man allein ihre Machenschaften in der Ukraine betrachtet, bei der sie nicht einmal erkennt, daß sie als Werkzeug der transatlantischen Expansionbestrebungen benutzt wird, was sie auch noch als Analphabetin in politischer Hinsicht 'auszeichnet'. Und sowas regiert Deutschland, eine Person, die sich vor die Presse hinstellt, und sagt, daß sie bisher alles richtig gemacht hat!

     

     

     

     

  4. Irgendwie redet CM an der eigentlichen Sache vorbei, warum auch immer. Tatsache ist zunächst,-wenn es viele "Atlantiker" auch nicht hören wollen-dass Deutschland eine Kolonie , ein Sklavenstaat   ist. Deutschland ist nicht souverän, für Deutschland gelten nach wie vor die SHEAF-Militärgesetze. Das wurde auch -bewußt oder unbewußt-von Schäuble zugegeben. Obama hat im Jahre 2009 in Ramstein expressis verbis erklärt:" Germany is an occupied country and it will stay that way".Deutschland hat mithin keine Verfassung und das Ersatzmodell einer Verfassung, das GG, ist höchstwahrscheinlich im Jahre 1990 auch untergegangen. Das heißt im Klartext, Deutschland müßte alles versuchen, nach Erhalt eines Friedensvertrages eine Verfassung ausarbeiten, die dem deutschen Volk zur Abstimmung dann vorgelegt werden müßte.Der Erhalt eines Friedenvertrages kann teuer werden, er müßte mit verschiedenen Ländern ausgehandelt werden, aber das ganze wäre wesentlich ehrenvoller, als das absolut umwürdige, was vor allem unsere suraelische "Freunde" ggw mit uns anstellen. Dass die nicht die Bohne eines Ehrgefühls haben steht fest, nein sie verarschen Deutschland seit über 70 Jahre mit einer Staatssimulation, GG, Wahlen, Parteien, AfD etc

    1. Das heißt im Klartext, Deutschland müßte alles versuchen, nach Erhalt eines Friedensvertrages eine Verfassung ausarbeiten, die dem deutschen Volk zur Abstimmung dann vorgelegt werden müßte.

       "Deutschland" hat sowohl seine gemeindeordnungen, als auch seine landesverfassungen, als auch seine Reichsverfassung von 1871… und seit 27 jahren die möglichkeit in diese jurisdiktionen zurückzukehren! die ausarbeitung einer neuen verfassung, wie sie aus dem 11. "edit" des von den westalliierten genehmigten GGfdBRD hervorgeht ist eine hinterhältige falle, welche den schutz der HLKO neutralisieren / eliminieren würde! 

        1. das Deutsche Reich römischen Rechts von 1871 ist – selbst laut bundestag – niemals erloschen und besteht fort. es hat nur keine aktiven, handlungfähigen staatsorgane. zum zweck der rückkehr in die authentische staatlichkeit müssen diese reaktiviert werden. anfangen sollte man mit der kleinsten "staatlichen einheit" – der gemeinde. fortsetzung der erklärung – ein stück weiter unten. 

          ungefähre gebrauchsanweisung zur aktivierung der kleinsten staatlichen gemeinde – http://www.gemeinde-neuhaus.de/dokumente/Souveraener_Staat_durch_Friedensvertrag_zum_ersten_WK_3.Aufl.pdf

          1. Ach ja ?

            Und warum fängt man nicht mal an ?

            Meines Wissens gibt es doch mittlerweile genug "Staatsangehörigkeitsausweis-Besitzer", was machen die denn so, außer sich ein Ei drauf backen ?

            Weit und breit nix zu sehen an Initiative. Viel heiße Luft – Stichwort : "Auffangbecken" !

  5. @ ctzn5

    DANKE!

    Das heißt im Klartext, Deutschland müßte alles versuchen, nach Erhalt eines Friedensvertrages eine Verfassung ausarbeiten, die dem deutschen Volk zur Abstimmung dann vorgelegt werden müßte.

    Aber eine Deutsche Verfassung, ausgearbeitet von Deutschen nur für Deutsche!!!

     

    1. genau andersrum! einen friedensvertrag kann nur eine partei, die am krieg teilnimmt unterzeichnen. seit dem 2+4-vertrag ist das ausschliesslich nur das DRrR von 1871. insofern gilt es, die organe und die handlungsfähigkeit des DR unter der 1871-er verfassung wiederherzustellen und den friedensvertrag zu realisieren.

      im anschluss daran die fortbestehende verfassung an die realien der zeit angleichen, sie ggf. auch "völlig neu reformieren". aber im ersten schritt muss es die urspüngliche verfassung sein. und ja – es machen können ausschliesslich nur authentische RuStaG-deutsche, die diesen status mit einem RuStaG-konformen staatsangehörigkeitsausweis belegen können. 

      letzteres ist für den neueinsteiger ein recht schwieriges thema. korrekte und zielführende informationen diesbezüglich findet man aktuell m.W. nur bei http://gelberschein.org

      1. Ja, sehr lustig !

        … man verwickelt die Massen in ein langwieriges, bürokratisches Verfahren an dessen Ende NICHTS steht !

        Und schon solch ganz einfache Maßnahmen, wie 5,- € tägliche Pass-Hinterlegungsgebühr, lässt die Antragsteller der potenziellen Gelbscheinbesitzer in Schaaren zurückrudern.

        Ganz tolle Sache !

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