Washington D.C.: Höchste Infektionsrate an sexuell übertragbaren Krankheiten

Nirgends in den Vereinigten Staaten ist die Wahrscheinlichkeit so hoch, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken, wie in der Hauptstadt Washington.

Von Marco Maier

Die US-Gesundheitsbehörde (Centers for Disease Control, CDC) veröffentlichte eine Studie zur Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten in den einzelnen US-Bundesstaaten. Das Ergebnis überrascht kaum: In der Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika, Washington D.C., gibt es quer durch die Bank die höchsten Raten an Erkrankungen mit sexuell übertragbaren Krankheiten.

Dort wo sich die Spitzenpolitiker, die Lobbyisten und die Geschäftsmänner treffen, ist auch das Laster nicht weit. Und angesichts dessen, dass viele dieser Männer ihre (nicht selten perversen) sexuellen Phantasien vor allem im Rotlichtmilieu ausleben, darf man sich nicht wundern, wenn dieses in der Hauptstadt auch besonders stark vertreten ist.

Als Beispiel: Chlamydien. Gibt es beispielsweise in New Hampshire nur 261 Fälle pro 100.000 Einwohner oder in Vermont 270, liegt Washington D.C. mit 1.083 Fällen an der Spitze, gefolgt von Alaska mit 772. Allerdings stieg die Anzahl der gemeldeten Fälle in den letzten Jahren in den ganzen Vereinigten Staaten an. Insgesamt lag die durchschnittliche Rate in den USA bei 494,2/100.000 Einwohner.

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Besonders bedenklich ist die Entwicklung bei den Chlamydien. In der Bevölkerungsgruppe der Frauen im Alter von 15-19 Jahren liegt die Rate bei 3070,9/100.000, bei den Frauen im Alter von 20-24 Jahren sogar bei schwindelerregenden 3.779,0! Bei den Männern in denselben Altersbereichen liegen die Infektionsraten bei 832,6 bzw. 1558,6.

Auch beim Tripper (Gonorrhoe), wo der US-Durchschnitt bei 144,4 pro 100.000 Personen (im Jahr 2009 noch 98,1) liegt, führt die US-Hauptstadt mit einer Infektionsrate von 480/100.000 das Ranking an. Zum Vergleich: In Idaho liegt der Wert bei 38, in Wyoming bei 47 und selbst das (Dank Hollywood) auch als Sündenpfuhl geltende Kalifornien liegt hier nur bei 165.

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Nicht besser sieht es bei der Syphillis aus. Lag die US-weite Erkrankungsrate im Jahr 2000 noch bei 2,1 Fällen pro 100.000 Einwohnern, stieg sie bis 2016 schon auf 8,7 an. Und auch hier führt Washington D.C. mit einem Wert von 24,0 die Liste unangefochten an. Louisiana auf Platz 2 kommt auf "nur" 16,1 Fälle und damit knapp auf den doppelten Wert des US-Durchschnitts. Alaska (1,1), Wyoming (1,2) und Montana (1,4) haben hierbei die niedrigsten Raten.

Wie man sieht, ist die US-Hauptstadt offensichtlich der Sündenpfuhl der Nation. Eine so hohe Infektionsrate mit sexuell übertragbaren Krankheiten kommt nicht von ungefähr. Übrigens: Die auch sonst recht hohen Raten im "Bible Belt" dürften wohl auch von der gelebten Doppelmoral kommen (immerhin verzeichnet die Region auch die höchste Anzahl an Porno-Suchanfragen der Vereinigten Staaten). Woran das wohl liegt?

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