Die Pensionsfonds der öffentlichen Behörden der USA sind dramatisch unterfinanziert. Das wird ein großes Problem für die US-Volkswirtschaft.

Von Marco Maier

In den letzten zehn Jahren habe sich die ungedeckten Zahlungsversprechen der Pensionsfonds der US-Bundesstaaten und Kommunen beinahe verfünffacht und bewegen sich nun auf die Summe von zwei Billionen Dollar zu – wenn die durchschnittliche Rendite bei sieben Prozent pro Jahr liegt. Dies zeigen die Daten der Federal Reserve. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen und der Finanzmarktblase gehen Schätzungen inzwischen sogar so weit, noch deutlich höhere Finanzierungslöcher zu sehen.

Denn liegt die jährliche Rendite bei (eher machbaren) vier Prozent jährlich, wächst das Loch zwischen tatsächlichen Assets und den Zahlungsversprechen schon auf vier Billionen Dollar an. Doch was geschieht, wenn die USA in eine Rezession abgleiten und die Aktienmärkte massive Verluste erleiden? Dann ist man schon bei sieben bis acht Billionen Dollar. Zum Vergleich: Die Bundesstaaten und Kommunen erhalten jährlich rund 2,6 Billionen Dollar an Einnahmen.

Vor allem die unglaubwürdigen Renditeversprechungen von sechs bis sieben Prozent pro jahr haben dazu beigetragen, dass die Zahlungsverpflichtungen der Fonds für die vielen Millionen öffentlich Beschäftigten dermaßen anstiegen. Hierbei handelt es sich um Geld, mit dem diese Menschen für ihr Alter gerechnet haben. In einem Land, in dem es kein umlagefinanziertes Rentensystem wie in Deutschland gibt, sondern die Altersvorsorge vorwiegend Privatsache ist, keine gute Entwicklung.

Die öffentlich Bediensteten, die jeden Monat einen Teil ihres Einkommens in das öffentliche Pensionssystem steckten, müssen nun mitansehen, wie ihre Altersversorgung wie Schnee in der Frühlingssonne dahinschmilzt. Was übrigens auch für viele private Pensionsfonds gilt, die ihre Versprechungen kaum einhalten werden können.

Für die Vereinigten Staaten jedoch heißt dies: Potential für massive soziale Unruhen. Denn während immer mehr US-Bundesstaaten und Kommunen ihre Steuersätze erhöhen (müssen), um dem finanziellen Kollaps zu entgehen (bzw. diesen hinauszuzögern), werden künftig Millionen von pensionierten öffentlichen Mitarbeitern mit Mini-Pensionen abgespeist. Das könnte zu einem ökonomischen Kollaps der Vereinigten Staaten führen, zumal die Kaufkraft all dieser Menschen kollabiert.

Man muss das nur einmal ganz grob schätzen: Wenn im Zuge des Kollapses der US-Pensionskassen auch nur zehn Millionen Pensionisten zum Beispiel anstatt 1.500 Dollar monatlich plötzlich nur noch 500 Dollar zur Verfügung haben, fehlen jährlich schon mal 120 Milliarden Dollar an Kaufkraft, die im Zuge des Geldkreislaufs wohl zu einem BIP-Rückgang von mindestens 250 Milliarden Dollar (wahrscheinlich noch mehr) führen werden, weil da nicht nur die Konsumenten wegfallen, sondern mit ihnen auch viele Jobs, weil sie es sich nicht mehr leisten können, Auto zu fahren oder einen Kaffee trinken zu gehen.

5 KOMMENTARE

  1. Den besagten "Geldkreislauf" könnte man sich mal  wie einen Paternoster vorstellen, der von einem Hamsterrad angetrieben wird. In diesem Rad befinden sich die produktiven Malocher. Sie müssen zusätzlich aber auch noch dafür etwas leisten, damit die reservierten Fahrgastkabinen für die Kindergeneration und für die Alten und Kranken mitangetrieben werden. – Wenn das ordentlich gemacht wird, wäre alles im Lot, und der Paternoster würde immer ausgeglichen funktionieren..

    Aber nicht nur bei den Amis fahren zu viele "Schwarzfahrer" mit, die nichts leisten, bzw. je etwas geleistet haben. – Der Paternoster bleibt dann irgendwann stehen, wenn zu viele Schmarotzer im System sich befinden – wie Faulpelze, unfähige Beamte, feige Soldaten und nicht integrierbare sonstige hungrige Mäuler.

  2. Die Verlagerung zum Begleichen von Zahlungsverpflichtungen aus Rentenansprüchen in die private Wirtschaft ist grundsätzlich ein hohes Wagnis, weil Börsenkurse und Zinshöhen, nicht zuverlässig prognostiziert werden können. Sie unterliegen viel zu vielen Unwägbarkeiten! Daher kann man diese Anlageform nur als riskante Spielerei bezeichnen.

     

  3. Der Durchschnittsamerikaner wird von der Elite systematisch "verarscht". Die Löhne werden niedrig gehalten, damit die Elite durch höhere Zahlungen für das Militär genug "Material" für ihre martialische Spielchen hat, sie selbst machen sich die Finger nicht schmutzig. Im übrigen verballern sie ihr ganzes Geld, um überall die Völker so zu verpesten, dass sie aufeinander los gehen, wenn es in ihre Neue elitäre Weltordung passt. In diesem Rahmen muß man auch die Pensionskassen sehen. Schön wäre es , wenn der geistig offensichtlich minder benuttelte Durchschnittsamerikaner die Elite zerstören würde.

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