US-Ökonom: EU-Spardiktat soll ein Ende finden

Obamas früherer Chefökonom fordert nicht nur eine Abkehr vom Spardiktat in der EU, sondern zudem eine größere Führungsrolle Deutschlands in der Welt. Trump wolle zudem einen Wirtschaftskrieg.

Von Redaktion

Jason Furman, Chefökonom des früheren US-Präsidenten Barack Obama, hat nach der Bundestagswahl eine Abkehr vom deutschen Spardiktat für Europa gefordert. Für Berlin müsse es nun darum gehen, "zum Wohle aller EU-Staaten mehr für Investitionen und Vertrauen in das europäische Projekt" zu tun, sagte Furman dem "Handelsblatt". "Eine Politik, die im Inland Wachstum stimuliert und im Ausland Wachstum nicht behindert, wäre ein erster Schritt."

Frankreich etwa benötige Flexibilität bei den Defizitzielen der EU, um seine Arbeitslosigkeit zu senken. Das heißt: Geht es nach Furman, soll die exzessive Staatsschuldenorgie in Europa fortgeführt werden. Dabei sollte er als Ökonom eigentlich wissen, dass keynesianische Wirtschaftspolitik erstens nicht in offenen Märkten funktioniert und zweitens in autoritären Systemen besser umgesetzt werden kann als in demokratischen.

Zugleich warnte Furman, dass die Gefahr eines Wirtschaftskriegs mit der USA unter Präsident Donald Trump noch nicht gebannt sei: "Die meisten Wirtschaftsberater, mit denen Trump sich umgeben hat, wollen keinen Wirtschaftskrieg. Sie wollen nicht, dass die Regierung etwas tut, was ich als verrückt bezeichnen würde. Das Problem ist: Trump will das schon."

Furman diente von 2013 bis Januar 2017 als Vorsitzender des nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus. Inzwischen lehrt der Ökonom an der Harvard-Universität. Furman erwartet, dass die internationale Bedeutung Deutschlands weiter wachsen wird. "Die deutsche Führungsrolle wird umso wichtiger, je weiter sich die USA von ihrer eigenen globalen Führungsrolle verabschieden", argumentiert er. "Natürlich wäre die Welt besser dran, wenn die USA und Deutschland beide führen würden. Aber: besser deutsche Führung, als gar keine."

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8 Kommentare

  1. Na, da sieht man doch endlich klar und deutlich, woher das Spardiktat kam. Merkel als treue Deutschlandhasserin befolgte wie immer brav das Dikatat der USraelis.

    Wird Zeit, dass sich die europäischen Länder von diesen US-Dreck-Diktatoren emanzipieren. Mit einer Merkel wird das ganz sicher nicht passieren.

  2. In erster Linie sollte es in Berlin darum gehen, zum " Wohle der Deutschen " zu handeln. Dafür werden Politiker gewält und bezahlt. Das Projekt Europa ist schon längst gescheitert. Leider verstehen die meisten Deutschen nicht, dass es ihr Wohlstand ist, der zur Disposition steht. Um diese Zukunftsvision des "Staates Europa" zu realisieren. muss ein Wohlstandsgleichgewicht enstehen. Das heisst, einige Staaten erhöhen ihren Wohlstand, andere senken ihn. Dies geschieht solange, bis ein Gleichgewicht herrscht. Und es wird niemanden überraschen, wenn ich sage, das die Deutschen am meisten zu verlieren haben. Der deutschen Öffentlichkeit scheint dieser Umstand aber nicht bewusst zu sein. Dies unterstreicht auch die Behauptung, das die Deutschen in der Regel ökonomische Analphabeten sind.

    1. So ist es. Im übrigen läuft der Wunsch dieses US Ökonomen für DE darauf hinaus das wir Japanische Verhältnisse haben. Am Ende bleiben uns nämlich nur die Schulden. Das Kapital sammelt sich in den USA. Sollen doch die USA das Wachstum ankurbeln.? Können se nicht weil sie keine Produktions sondern lediglich Kapitslsamelstelle sind.

      US Interessen sind wirklich leicht zu erkennen.

      1. Das Kapital sammelt sich in den USA?? Japan als Volkswirtschaft ist größte Nettogläubiger der Welt, gefolgt von Deuschland und China.

         

        Und die USA sind keine Produktuonsstelle? Komisch, dass die USA dann mehr exportieren als Deutschland und pro Kopf weit mehr als China.

        1. Nichts anderes sag ich doch. Die einen sind gute Gläubige,Produzieren und geben noch das nötige Geld damit auch Konsumiert werden kann. Die anderen Verwalten und kümmern sich um den Ausbau ihrer Imperialen Verrwaltungsmacht, saugen die Produktivität ab, reinvestieren sie ins Militär um noch mehr Völker an den segnungen eines Gläubigers teilhaben  zu lassen.

          Das die USA nichts Exportieren hab ich nicht gesagt. Die paar Produkte die sie haben sind gut. Hab selbst Graco, Harley und würd Ford nem VW vorziehen. Gibt aber einen Unterschied zwischen Finanzprodukten und Realwirtschaft. 

          Das Modell der USA ist ein auslaufmodell. Da sollt man sich mal in den USA Gedanken drum machen. Meine Meinung, kann mich aber freilich auch irren.

  3. So sollte sich ein Furman besser einmal mit den Ursachen des 'EU-Spardiktats' befassen, welches seinen Anfang 1998 nahm, als Bundeskanzler Kohl bei einer Bundestagsrede zur Einführung des Euros zweimal hintereinander in identischer Formulierung  betonte, es gebe keine Haftung der Gemeinschaft für Verbindlichkeiten der Mitgliedstaaten. Angela Merkel hat dieses Versprechen, das im sogenannten No-Bail-out Paragraphen des Maastrichter Vertrags seinen Niederschlag fand, mit ihrer Zustimmung zu fiskalischen Rettungsschirmen und zur Politik der EZB auf eklatante Weise gebrochen. Ihr Versuch, die davon ausgehenden Verschuldungsanreize, bzw. Schuldenorgien durch den Fiskalpakt abzublocken, war und ist erfolglos, so daß ihre Politik kläglich gescheitert ist. So kann davon ausgegangen werden, daß je hoffnungsloser die Lage mit der illegalen Staatenfinanzierung der EZB u.a. mit ihrem 'QE' Programm wird, hält man um so beharrender an dieser Strategie fest, welches auch noch durch Forderungen von Leuten wie Furman  Macron Merkel & Co., bzw. durch Brüssel  befeuert wird, ohne Rücksicht darauf, daß damit eine Wohlstandsvernichtung Deutschlands stattfindet, ein 'Wohlstand' der schon lange nicht mehr existiert. Zusammenfassend kann gesagt werden, es gab zwar ein verbales Austeritäts-Spardiktat, was aber mit den Banken- und Staatenrettungen nie stattgefunden hat und nur auf den Rücken, hauptsächlich der deutschen Steuerzahler, ausgetragen wurde und weiterhin wird, wie man an der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung Griechenlands sehen kann. Die daraus resultierende Kaufkraftaushöhlung des Euro wird von Brüssel und der EZB nur mit dem Schrei nach noch mehr Euro beantwortet, was die EUROsion am Ende nur noch weiter befeuert.

     

     

  4. Ja die internationalen Geldverleiher und Turbokapitalisten binden sich schon die Servietten um! Das Geldverleihen ist der Schlüssel zur Weltherrschaft und zu ungeuren unproduktiven und spekulativen Reichtum. Daher haben die subversiven internationalen  Sozialisten in den europäischen Ländern sich auch alle Mühe gegeben das Sparen negativ zu besetzen und aus dem Wort ein Schimpfwort zu machen.

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