Seit Beginn des Jahres kennt der US-Dollar gegenüber den meisten anderen wichtigen Währungen der Welt nur eine Kursrichtung: nach unten. Ist dies eine gewollte Abwertung?

Von Marco Maier

Während US-Politiker nicht müde werden, immer wieder der Volksrepublik China vorzuwerfen, die eigene Währung – den Yuan – künstlich unterzubewerten, geht es mit dem US-Dollar selbst im Vergleich zu den anderen wichtigen Währungen auch stets nur bergab. Wo man auch hinblickt: nur Kursverluste.

Gegenüber dem Euro verlor der Dollar seit Jahresbeginn bereits knapp 11,8 Prozent an Wert, gegenüber dem japanischen Yen immerhin gut 5,6 Prozent. Beim Vergleich von Dollar zum Schweizer Franken sieht es mit einem Minus von etwa 5,3 Prozent auch nicht besser aus und gegenüber dem Britischen Pfund verlor der "Greenback" immerhin satte acht Prozent. Dies zeigen auch die Charts unten.

Der Grund dafür ist einfach: Wie schon Finanzminister Steve Mnuchin sagte, ist Präsident Donald Trump "weniger Besorgt um die Inflation als ums Wirtschaftswachstum". Und ein schwacher Dollar verteuert die Importe, stärkt jedoch die Exporte. Das könnte unter Umständen durchaus Jobs in den USA schaffen und zudem gleichzeitig das gewaltige Handelsbilanzdefizit reduzieren. Die Frage lautet nur: Wie stark können die Amerikaner den Dollar abwerten, ohne für einen "Vertrauensverlust" in die Währung zu sorgen, der schlussendlich in einer Hyperinflation enden würde?

Die Schwächung des US-Dollars könnte allerdings durchaus eine gezielte Aktion sein, um Trumps Wirtschaftsprogramm zugunsten "Made in America" zu stärken. Und wieder einmal würden die Amerikaner zu jenen Mitteln greifen, die sie bei anderen Ländern kritisieren. Wobei allerdings unlauterer Wettbewerb ja noch nie etwas war, wovor die USA zurückschreckten: Egal ob riesengroßer Patentraub ab 1945 in Deutschland oder aber auch infolge der Ausbreitung von US-Technologie in Sachen Internet in klassischer Industriespionage – zimperlich war man da noch nie.

4 COMMENTS

  1. Da sind belanglose Spekulationen . Der Euro war zum Dollar schon annähern 1,6:1 . Für Bewertungen lohnt der Blick auf langfristige Entwicklungen .

    http://www.ariva.de/chart/images/chart.png?z=a4633~A1~b130~H0~w940x420~Uall~W1

    Egal ob Dollar, Yen oder Euro , alle werden wie verrückt gedruckt . auffallend passen sich stabile Werte wie Gold in den vergangenen Jahren der Inflationierung der Fiat Währungen nicht an .

    Der Euro ist wiederum zum guten Teil Dollar , weil der Euro in erheblichem Umfang durch Dollar gedeckt ist . Die Perspektiven für den Dollar aber sind nicht gut , wenn dem Dollar als Weltwährung von verschiedensten Seiten langsam aber systematisch die Basis abgegraben wird .

    Übrigens ist es absurd , auf eine schlechte Bewertung der eigenen Währung zu setzen . Eine gute Währung setzt auf Stabilität . Das Dumping der Währungen ist ein Dumping der sozialen Sicherheit . Kurzfristig kann der Export erhöht werden , langfristig folgt die Verarmung .

  2. Zu Vorteil und Nachteil der USA. 

    Zu einem wird der Einkauf von Rohstoffen für die USA Wirtschaft zu einem teuren Preis erzielt. Zu einem wäre es eine Spirale, die sich immer weiter nach unten dregt. Die Wirtschaft leidet, die Leute leiden (Arbeitslosigkeit) und am Ende wird alles zusammen brechen. Nur werden dann die Rechnung bezahlbarer.. für den Preis des Verfalles der US hemogie, also der Fall des Dollars ist signifikant ein Anzeichen für die Entkopplung der Welt vom Dollar als Leitwährung… Auf kurz oder lang, das Imperium wird zusammen brechen. 

  3. Ein Land das sich übernommen hat, verliert wirtschaftlich an Wert. Das war schon immer so (*). Deshalb fällt der Dollar. Nun werden die US-Bürger relativ zu Sklaven, die viel arbeiten und exportieren müssen, aber wenig dafür bekommen. Bei den Handelspartnern der USA ist es derzeit umgekehrt.

    (*) Im WK1 fiel der Kurs der Währung des Habsburgerreiches, damals Valuta genannt. Der Finanzminister machte den gealterten Kaiser Franz Joseph darauf aufmerksam: "Majestät, die Valuta sinkt." Der Kaiser antwortete: "Oh mei Gott, die armen Matrosen!" (Quelle: Prof. Friedrich Prinz, Vorlesung)

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