US-amerikanisches Griechenland? Pennsylvania schlittert in die Zahlungsunfähigkeit

Die USA bekommen ihr eigenes Griechenland. Aber nicht mit Kalifornien oder Illinois zuerst, sondern mit Pennsylvania. Seit letzter Nacht können fällige Rechnungen nicht mehr bezahlt werden.

Von Marco Maier

Den USA ginge es gut, heißt es immer wieder. Vielleicht der Finanzoligarchie, aber sicher nicht dem Großteil der Bürger und auch nicht den öffentlichen Haushalten. Stand schon Kalifornien kurz vor der Pleite und kämpft auch Illinois mit massiven finanziellen Problemen, so ist der Fall Pennsylvania gerade wirklich aktuell.

Denn die Politiker des US-Bundesstaats können sich seit zwei Monaten nicht auf ein Steuerpaket einigen und inzwischen heißt es "out of cash". Insgesamt 860 Millionen Dollar an ausstehenden Rechnungen müssen allerdings noch beglichen werden, was angesichts der fehlenden Finanzmittel einfach nicht mehr möglich ist.

Der Schatzmeister des Bundesstaats, Joe Torsella, sagte bereits vor wenigen Tagen, er werde keine neuen Kredite aufnehmen und mit der Nacht von gestern auf heute sind die Haushaltsmittel auf Null gesunken. Zwar könne man noch den Schuldendienst in Höhe von 102 Millionen Dollar stemmen, doch nicht alle fälligen Rechnungen könne man bezahlen.

Das Hauptproblem ist: Die Politiker streiten sich darüber, ob das laufende Haushaltsdefizit entweder über Steuererhöhungen (und da: welche Steuern sollen erhöht bzw. eingeführt werden) oder über Leistungskürzungen (und da: welche Leistungen bzw. Ausgaben will man reduzieren?) auf Null zurückgeführt werden soll. Derzeit beläuft sich das jährliche Defizit auf rund 2,3 Milliarden Dollar.

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10 Kommentare

  1. Das ist ja hier eine lustige Definiton von Pleite. Man ist sich nicht einig, ob man mehr Steuern oder mehr Schulden möchte, aber beides ist an sich problemlos möglich. Ist irgendwie was anderes als das, was man üblicherweise unter Pleite versteht, gelle?

     

    Und hier mal die Schuldenquoten der deutchen Bundsländer und der US-Bundesstaaten so im Vergleich:

    https://www.haushaltssteuerung.de/weblog-schuldenquoten-der-16-laender-in-deutschland-im-vergleich.html

    https://www.usgovernmentdebt.us/state_debt_rank

     

     

    1. Man muss aber auch beachten: Zwar sind die USA und die BRD beides föderale Staaten, doch der „Freiheitsgrad“ der einzelnen US-Bundesstaaten ist deutlich höher als jener der deutschen Bundesländer (und wird wohl nur von der Schweiz mit einem sehr starken Föderalismus übertroffen).

      Aber: Pleite ist man dann, wenn man die laufenden Kosten nicht mehr aufbringen und die Schulden nicht mehr bedienen kann. Unabhängig von der Höhe der Schulden oder dem Verschuldungsgrad. 🙂

    2. @ tm

      Sie sind ein usrael-serviler Troll. Sie kriegen es auch noch fertig zu sagen, wenn ein Hund an den Randstein pisst und das Trottoir verkackt, dass er seine Umgebung mit feinen Düften parfümiert. Kommt doch immer auf den Blickwinkel an, was?

      Ein Staat, der seine Schulden nicht begleichen kann, ist nicht nur pleite, sondern sinkt immer tiefer in den Schuldenstand, indem er Schulden mit Krediten beseitigt, dafür aber noch grössere neue Schulden aufbaut. Griechenland ist das beste Beispiel dafür. Da gibt es im Grunde nur eines, nämlich die Zahlungsunfähigkeit auszusprechen, dann können die Gläubiger warten, bis da mal wieder etwas Zaster kommt. Vor dem haben die Banken am meisten Angst.

      Und dass Europa nicht besser da steht wie die USA, das pfeifen unterdessen ja alle Spatzen von den Dächern. Ist ja auch kein Wunder, es untersteht dem gleichen Finanz-Betrugssystem wie die amerikanischen Staaten. Der Euro ist demzufolge die gleiche Schrott-Währung wie der Dollar. Geht eine dieser Währungen flöten, flötet die andere gleich mit. So sieht's aus!

       

      1. Und wie es bzgl. wirtschaftlicher Abhängigkeiten zwischen USA und China aussieht, deutet nur zu anschaulich der untere Artikel-Link an. Es wäre an der Zeit, dass die Amerikaner – die Grössten, Besten und Intelligentesten – mal anfangen, öfters die Klappe zu halten und nachzudenken – Think Tanks haben sie ja genug, anstatt völlig selbstherrlich und egoman – und damit auch unvergleichlich dumm – ihre Drohungen anderen Staaten gegenüber auszusprechen. Die Russen und die Iraner, dahinter die Pakistaner, Afghanistaner und wohl auch bald die Inder lassen sich von den USA nicht x-beliebig herumdirigieren.

        "Hier ist die bankrotte US-Regierung mit 20 Billionen Dollar Staatsverschuldung, die Geld drucken muss, um ihre eigenen Anleihen zu kaufen, und bedroht die zweitgrößte Wirtschaft der Welt, eine Wirtschaft, die gemessen an der Kaufkraftparität größer ist als die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika."7

        Eine Wirtschaftslektion für China und Russland
        http://antikrieg.com/aktuell/2017_09_13_einewirtschaftslektion.htm

         

    3. Liegt vermutlich daran das die Senatoren der Amis sich partout nicht dem Fraktionszwang "der Partei" unterordnen wollen. Wir sollten denen die Bundestagsabgeordneten samt Mutti überlassen. Dann hört das gezänk auf, alle sind auf Linie mit 98% Zustimmung. Um den Rest kümmert sich der Heiko.

      @tm, mach mal n Kontakt klar. Die kosten für den Flug übernimmt der DE Steuerzahler. Wir geben auch noch die Gehälter der nächsten 2 Jahre mit.?

  2. – Drogenkrieg im Hinterland –

    So sollte Pennsylvania vielliecht dem Beispiel des sich ebenfals in finanziellen Schwierigkeiten befindlichen Kaliforniens folgen, wo Drogenkartelle Cannabis in den Nationalparks anpflanzen, welches sich inzwischen zu einem 36 US$ Milliardengeschäft ausgeweitet hat. Was ist dagegen schon Pennsylvanians jährliches Defizit von 2,3 US$ Milliarden? So kann man also auch mit dem steigenden Bedarf an Rauschmitteln seinen Haushalt sanieren, womit ein Donald Trump, mit glänzenden Augen, mit seinem 'to make America great again', wenigstens in dieser Hinsicht, vielleicht recht behalten sollte?

     

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