Trotz Wissens um Gefährlichkeit: Monsanto verkaufte jahrelang hochgiftige Chemikalien

Gerichtsdokumente beweisen, dass Monsanto acht Jahre lang giftige Chemikalien verkauft, obwohl man wusste, dass sie hochgiftig sind. Das könnte dem Konzern teuer zu stehen kommen.

Von Marco Maier

In mehr als 20.000 internen Memos, Briefen, Gesprächsaufzeichnungen von Meetings und anderen Dokumenten, die in einem US-amerikanischen Gerichtsfall vor dem Richter landeten, fanden sich interessante Details. Demnach hat der Agrar-, Gentech- und Chemiekonzern Monsanto ganze acht Jahre lang giftige Chemikalien verkauft, obwohl man um die Gefährlichkeit der Substanzen wusste, berichtet der britische "Guardian".

Hierbei handelte es sich um Polychlorierte Biphenyle (PCB), die durch die Stockholmer Konvention vom 22. Mai 2001 weltweit verboten wurden. Angesichts der jahrelangen Anwendung sind sie nach wie vor in der Atmosphäre, den Gewässern und im Boden nachweisbar. Diese Chemikalien sorgen unter anderem für Leberschäden, Geburtsdefekte und Krebs.

Bekannt wurde der Fall, als der US-Bundesstaat Washington zusammen mit diversen Westküstenstädten wie Portland, Seattle, Oakland, Spokane und San Diego einen Gerichtsprozess gegen den Konzern startete. Dieser behauptete jedoch, dass man die Produktion dieser giftigen und gefährlichen Chemikalie bereits vor über vierzig Jahren stoppte.

Intern diskutierte man den Dokumenten zufolge, ob man "nichts tut", "verantwortlich handelt" oder "die Produktion von PCBs auslaufen lässt". Man entschied sich dafür, zugunsten des Profits zu handeln und nicht zugunsten der öffentlichen Gesundheit. Dies zeigt wieder einmal, wie unverantworlich dieser Konzern, der nun von der Bayer AG aufgekauft wird, in der Vergangenheit handelte – und es wahrscheinlich auch in der Zukunft noch tun wird.

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16 Kommentare

  1. … und die irren Manager und Aufsichtsräte der Bayer AG wollen diesem Verbrecherkonzern Monsanto und damit auch den gesinnungsgleichen US-Dauervölkermördern rund 60 Milliarden Euro hinwerfen, ein Vermögen, das vor allem von Deutschen erarbeitet worden ist.

    Die Globalisierung, zumindest diejenige nach Finanzkapitalistenunart, ist ein menschenfressendes Monster! Schluss mit der Globalwirtschaft und Kontinentalwirtschaft; zurück zu überschaubaren und ethisch gestaltbaren Volkswirtschaften!

    1. Nachtrag: Das sind die tötungsgeilen Profit-Perverslinge:
      bayer.de/de/Vorstand.aspx und bayer.de/de/der-aufsichtsrat-der-bayer-ag.aspx
      Hier die organisierten Kritiker: cbgnetwork.org/1.html

  2. Die "Altlasten" von Monsanto könnten mit dem voerst gescheiterten TTIP einer der Hauptgründe für die Übernahme durch Bayer sein. Denn sollte Monsanto zu Schadenersatz verurteilt werden, der in den USA gigantische Ausmaße annehmen kann, müßte letztlich Bayer dafür aufkommen.

    Den Investmentbanken, die den Übernahme-Deal von Bayer / Monsanto eingefädelt haben, wußten höchstwahrscheinlich genauestens darüber Bescheid. Noch ist der Deal nicht unter Dach und Fach. Aber die Bayer-Manager und ihre Anwälte haben sich ganz schön ve-rschen lassen. Es wird auch nicht bei einem Prozess gegen Monsanto bleiben.

    Das ganze erinnert an die Suprime-Krise vor 10 Jahren, in der insbesondere deutschen Landesbanken in muilitmilliarden Höhe Schrottpapiere aus den USA gekauft haben!

    Irgendwie scheinen Deutsche besonders leicht über den Tisch zu ziehen sein – diese Unbedarftheit, Naivität und auch Dummheit gefährdet den Wirtschaftsstandort und unseren  über viele Jahrzehnte harterarbeitenden Wohlstand in höchstem Maße!

    Die sogenannte deutsche Elite versagt mittlerweile nahezu auf allen Ebenen: in der Wirtschaft, in der Politik, in Gewerkschaften, in der Kultur und in der Kirche.

    Ich schrieb vor ein paar Monaten bereits aus einer Intuition heraus, dass Bayer durch Monsanto wirtschaftlich ruiniert und abgewickelt werden wird. Wenn die Leverkusener nicht verdammt aufpassen und den Deal nicht noch platzen lassen, ist diese traditionsreiche deutsche Firma bald Geschichte.

    1. Und wenn schon, wäre auch nicht Schade drum! Klar, wieder eine Menge Arbeitslose mehr aber es geht ja auch letzten Endes darum, den Standort Deutschland, wirtschaftlich zu ruinieren! Das ist Chafsache der Eliten-Agenda, welche Merkel bedingungslos umsetzt!

      1. Ich bin nicht per se für Bayer, sehe aber den Gesamtkontext, in dem deutsche Schlüsselindustrien, Auto und Chemie, wohl einen Angriffskrieg, einerseits aus den USA und andererseits aus der Finanzwelt, ausgesetzt sind. Das sind keine Peanuts, sondern Grundfesten der deutschen Wirtschaft!

        Wenn solche wichtigen Branchen attackiert oder sogar systematisch geschwächt werden und es dafür keinen adequaten Ersatz von Arbeitsplätzen und Einkommen gibt, werden wir nichts anderes als deindustrialisiert.

        Von seiten des Staates müßte ein fundiertes Abwehrkonzept erarbeitet werden. Aber was will man erwarten, wenn der Staat selbst in Auflösung begriffen ist? Momentan sehen wir gigantische Entwicklungen in einem atemberaubenden Tempo.

  3. Kann man sich noch erinnern wie damals unsere Leute bei uns auf die Montesanto Versuchsfelder gezogen sind und sie teilweise vernichtet haben und die Polizei auf sie eingeknüppelt hat. Ich habe das gesehen und das war am Land wo angeblich alle Leute im Tiefschlaf sind. Das stimmt aber nicht. Heute haben sie diese Felder eingezäunt um ihre Sauereien strafrechtich besser schützen zu können.

  4. Nachtrag : weitermachen …….dürfen, weil das Merkel Regime wie immer wegschaut, wenn es um Großkonzerne geht ?! 

    Wo kein Kläger, auch kein Richter ! 

  5. Entschuldigung, aber ich muß es in diesem Fall einfach sagen. Vielleicht hat man seitens Monsanto ganz bewußt von dem deutschen Chemieriesen die Arschkarte ziehen lassen und sich zu Vorzugspreisen an die Deutschen verkauft, was ja immer noch weit billiger ist, als später weltweite Prozesse mit Milliardenforderungen führen zu müssen. Daß sie nicht koscher mit ihren Produkten sind, weiß jeder mittlerweile, aber niemand kennt das finanzielle Risiko, auf das sich die deutschen Käufer eingelassen haben. Könnte Dummheit oder Kalkül sein, wir werden es irgendwann erfahren. 

  6. Das ist doch üblich und für unsere Wirtschaft bekömmlich. Erst werden mutwillig Schäden angerichtet, an denen verdient werden kann. An der Reparatur wird erst RICHTIG verdient.

    Was glaubt ihr, wird erst an der Atomkraft verdient werden, nachdem die Steuerzahler die Entwicklung der Energieerzeugung durch Atomkraftwerke bezahlt haben?

    Es gibt Tonnen von hochgefährlichem Abfall, für dessen Entsorgung und sicherer Verwahrung noch KEINE EINZIGE Lösung gefunden wurde. Die Energie ist weg, aber jetzt wird’s teuer und langwierig. Die Verantwortlichen sind aber auch schon weg…

    Also, fleißig mit Blankovollmacht (Wahlkreuz) um weitere billige Energie betteln. Selbst die Schweiz spielt mit Beznau gerne in der Oberliga mit.

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