Demonstration für die Unabhängigkeit Kataloniens. Bild: Paco Rivière CC-BY-SA 2.0

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum sich diverse Regionen von ihren aktuellen Staaten trennen wollen. Doch Eines haben sie fast alle gemeinsam: Den Wunsch nach Selbstbestimmung.

Von Marco Maier

Wenn sich einzelne Regionen von ihrem Staat trennen und unabhängig werden wollen, hat dies unterschiedliche Gründe: Manchmal sind es sprachliche, kulturelle, sprachliche bzw. religiöse oder finanzielle Ursachen. Dann gibt es noch das Problem von alten Grenzziehungen, die nicht (mehr) akzeptiert werden oder aber auch die Unterdrückung von Minderheiten durch die Mehrheit.

Egal ob nun Schottland, Katalonien, das Baskenland, Norditalien, das Kosovo, Südossetien, Abchasien, Kurdistan, Tibet oder die muslimischen Moros auf den Philippinen – der Ruf nach mehr Autonomie oder gar nach der staatlichen Unabhängigkeit schallt durch viele Gegenden dieser Welt. Selbst in US-Bundesstaaten wie Kalifornien und Texas gibt es Unabhängigkeitsbewegungen.

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An und für sich ist diese Entwicklung nicht schlecht. Kleine Staaten können deutlich effektiver auf Veränderungen reagieren als große. Und wenn wir statt nur rund 200 Staaten heute eben 1.000 oder gar 2.000 Staaten haben – wo liegt da das Problem? Anstatt sich um die innenpolitische Macht, Verteilungsgerechtigkeit und Minderheitenrechte zu zoffen, könnten gerade die multiethnischen Staaten so eine friedliche Lösung finden.

Vor allem jedoch würden solche gewaltigen Lobbyapparate wie sie derzeit in Washington, Brüssel oder Berlin aktiv sind kaum mehr einen Sinn haben. Und mit Übereinkommen und Verträgen könnte man auch das Erpressungspotential von global agierenden Konzernen reduzieren, die ja gegenüber kleineren (und ärmeren) Staaten faktisch ein größeres Druckpotential besitzen.

Im Großen und Ganzen jedoch brächte eine Welt voller kleiner(er) Länder ohne Großmächte und Vielvölkerstaaten wahrscheinlich eine prosperierendere Zukunft und würde auch den NWO-Plänen der globalen (Finanz-)Eliten einen Strich durch die Rechnung für ihre "One World" machen, in denen ihre Konzerne schlussendlich das Sagen haben.

12 KOMMENTARE

  1. Wenn diese  ganzen Religionen nicht abgeschafft werden und Menschen normal zu denken beginnen giebt es keine Zukunft für die Menschheit, nur Krieg und Hass dem anderen gegenüber wie es schon immer war.

  2. Die Medaille hat zwei Seiten.

    Es ist stimmt, dass die Realisations-Möglichkeiten mit der Größe des Staates abnehmen, oder anders ausgedrückt…

    …je kleiner der Staat, desto größer die Selbstbestimmung des Volkes,

    doch diese Kleinheit hat auch einen großen Nachteil – die militärische Schwäche.

    ——————————————————

    Kleine Staaten wurden in der Geschichte meißtens von größeren Staaten militärisch überrannt und verloren so ihre Selbstbestimmung, siehe Lybien, Hawai, Kurden, Aborigenes.

    Realisation von Demokratie und Äußere Sicherheit verhalten sich also offenbar zueinander umgekehrt proportional.

    Ein möglichst großes Land mit einer Direkdemokratie nach schweizer Vorbild scheint mir da der beste Kompromiß.

    Dies könnte auch ein Europa souveräner Vaterländer sein, welches über Beistandsverträge untereinander seine äußere Sicherheit organisiert.

  3. Mit der Abspaltung der serbischen Provinz Kosovo wurde die Büchse der Pandora geöffnet.  Mit der Infiltration des Islam werden noch ganz andere Spaltungstendenzen sichtbar werden.  Und am Beispiel Kataloniens , dessen Bevölkerung noch nie solch einen Wohlstand hatte wie jetzt,( vor 30 Jahren noch ein armes Volk von Bauern und Fischern) , kann man sehen, was eine nationalistische Volksverdummung so anrichten kann. Die Mächtigen in dieser spanischen Provinz wollen Korruption und Machtmißbrauch ohne Einmischung der Zentralregierung betreiben, das ist das letztendliche Ziel dieser " Nationalisten" !

    • @ Otto Nagel  Das ist ja eine super "Elitenerklärung" für die Unabhängigkeitsbestrebungen wären "Korruption" und "Machtmißbrauch" verantwortlich. Da bräuchte ich allerdings eine Erklärunng dafür, warun die Zentralregierung derart militant und unverantwortlich gegen die katalanische Unasbhängigkeitsbestrebungen vorgeht. Korruption und Machmißbrauch sind doch bekanntermaßen die Attituden von M. Rajoy, nein den Eliten passen die Tendenzen in Spanien gar nicht, wo ja auch die Basken, die Balearen ud vor allem die Kanaren auf dem Sprung sind. Diese Tendenzen sind jedoch absolutes Gift für Macron und Merkel, die im Autrag der "Elite" die Nationalitäten durch Infiltrierung mit Afros/Muslims einschmelzen sollen, damit eine EUDSSR a la Coudenhove-Kalergie entsteht, über die  dann die Herrenrasse regiert. Menachem Begin der israerlische MP a.D.: "Unsere Rasse ist die Herrenrasse.Andere Rassen werden als menschliche Exkremente betrachtet" Da würde ich -die hier unverschämt behauptete Korruption und Machmißbrauch- aber liebend gerne vorziehen und in Kauf nehmen, als anderen die Füße zu lecken und als Sklaven zu dienen.

      • Natürlich betreiben die "Eliten" auf den Balearen. Kanaren, Baskenland keinerlei Korruption und Machtmißbrauch , nein, auf keinen Fall !  Sie wollen doch nur das Beste für ihre unterdrückten und geschundenen  Bewohner, also die schon immer hier leben !

        Und die Zentralregierung, anstatt sich an Merkel und ihren Umgang mit dem Grundgesetz zu orientieren,  wollen doch wirklich die Verfassung zur Grundlage ihres Handelns machen, welche Schande, oder ? Und wenn jahrelange demokratische Verhaltensweisen der Madrider Einheitsverteidiger nichthelfen, muß Ungesetzlichkeit verhindert werden ! Nichts anderes ist es , wenn polizeiliche und juristische Maßnahmen umgesetzt werden. Katalunien ist hoch verschuldet und hängt am Tropf der Zentralregierung, eine Abspaltung hätte ruinöse Folgen, doch dieseverschweigt man der Bevölkerung !

        • Wenn Katalonien hoch verschuldet sein soll, dann muß Spanien aber subito Konkurs anmelden. Das vermeldet man der Bevölkerung jeden Tag in den Nachrichten? Machen wir es kurz:Jede Teilabspaltung  in einem EU-Staat ist extrem hinderlich für Merkel, Macron und die sie dirigierenden mittelbaren Elite-Täter. Deshalb sagen sie kein Wort zu der Entwicklung in Katalonien!!!

          • Erst Konkurs Griechenland, dann Konkurs Italien, danach vielleicht Konkurs Spanien !  So siehts doch aus, wenn nicht durch inflationäre Geldschöpfung der Euro-Gesamtkonkurs verschleppt würde !

            Gruß !

    • Wenn ich deiner argumentationskette folge; Katalonien wurde Reich durch die EU und Spanien. Dabei etablierten sich Korruption und Misswirtschaft. Nun wo die Korrupten so Reich sind wollen sie rsus sus Spanien und der EU. Um was zu tun, wieder arm und ehrlich zu werden? Macht keinen Sinn. Im übrigen erinnert mich deine Argumentation an GEZ Fernsehreportagen über V.Ohrban und seine Partei. Die wurden hergestellt nachdem er sich gegen Merkels Diktat gestreubt hat. Interessante Parallelen nicht.

       

  4. So geht Demokratie in der EU. Die EU Bürokraten in Brüsssel sind hochzufrieden, wenn innerhalb der EU Freiheistrechte, Bürgerrechte abgeschafft und verboten werden!

    Die paramilitärische Guardia Civil hat inzwischen mehr als 140 Webseiten gesperrt, der Chef der katalanischen Polizei unterwirft sich nicht deren Kontrolle

    https://www.heise.de/tp/features/Die-grosse-Katalanen-Hatz-findet-auch-im-Internet-statt-3843259.html

     

    Madrider Regierung lässt Wahllokale in Katalonien besetzen

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-09/spanien-katlanonien-unabhaengigkeitsreferendum-polizei

  5. Unabhängig von einer Zentralregierung sein zu wollen, drückt m. E. die Sehnsucht der Menschen aus, in den Fragen ihres kulturellen und wirtschaftlichen Lebens sich selbst bestimmen zu können, was in einer Parteien-Oligarchie, die alles zentral reglementiert, unterdrückt wird. 

    Das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ ist jedoch eine Chimäre. Es gibt nur das Selbstbestimmungsrecht des einzelnen Menschen. Ein Volk hat kein „Selbst“, das sich bestimmen könnte. Es sind in der herkömmlichen „Demokratie“, die ja in Wahrheit eine Parteien-Oligarchie ist, immer einzelne wenige, die „für das Volk“ bestimmen, also über die anderen entscheiden. Damit schließen sie deren individuelles  Selbstbestimmungsrecht aber aus. Auf das kommt es jedoch an. Wenn die einzelnen Menschen frei sind und sich im Wirtschafts- und Kulturleben selbst bestimmen können, ist  auch das Volk frei.

    In einem kleineren regionalen „demokratischen“ Staat würde sich das aber nicht wesentlich ändern. Er wäre nur etwas überschaubarer und die Menschen wären etwas näher an den Entscheidungsprozessen dran. Eine Ausschaltung des individuellen Selbstbestimmungsrechtes wäre es aber nach wie vor.

    Wenn es den KatalanenBürgern gelänge, eine auf der individuellen Selbstbestimmung aufbauende echte Demokratie zu entwickeln, hätte eine solche Abspaltung Vorbildfunktion.

    Überlegungen in diese Richtung auf:

    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/10/03/macht-macht-untertan-die-unvereinbarkeit-von-staatlicher-macht-und-demokratie/

     

  6. Schottland ist ein schlechtes und zu gleich gutes Beispiel, denn beweist die schott.Unabhängigkeitswahl mal wieder, das Wahlen nichts ändern, denn wurde diese Wahl massivst gefälscht, vom Establishment, was hinreichtend bewiesen ist.

    Und hier komme ich zum Thema zurück, denn im Gegensatz zu denen von der Insel, oder den Deutschen, traue ich den Katalanen zu, das sie mehr als nur ein Kreuz machen, sondern im Ernstfall auch zum Kampf schreiten, um wirklich was zu ändern.

     

     

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