Nichtbeachtung der Gesetze: Russland will Facebook verbannen

Vor rund einem Jahr wurde LinkedIn in Russland geblockt – nun soll Facebook drankommen. Grund: Missachtung der russischen Datenspeichergesetze.

Von Marco Maier

Medienberichten zufolge wollen die russischen Telekom-Behörden das Social-Media-Netzwerk Facebook aus dem russischen Internet verbannen. Grund dafür ist die russische Rechtslage zur Datenspeicherung: Die Firmen sind angehalten, die Daten auch auf russischem Boden zu speichern. So lange Facebook (wie zuvor schon LinkedIn) nicht gewillt ist, diese zu erfüllen, droht die Verbannung.

Alexander Tscharow, der Leiter des Föderalen Dienstes für Aufsicht der Bereiche Telekom, Information und Massenkommunikation, in Russland als "Roskomnadzor" bekannt, sagte, dass "dieses Gesetz für jeden zwingend ist" und dass man es erreichen werde, dass das Gesetz befolgt werde, "oder die Firma wird nicht mehr in Russland arbeiten, wie es, unglücklicherweise, mit LinkedIn geschah". Er fügte hinzu: "Da gibt es keine Ausnahmen".

Die russische Behörde bannte LinkedIn im vergangenen November, als während eines Gerichtsprozess herauskam, dass das soziale Netzwerk jene Datengesetze brach, welche auch Facebook nun angeblich verletzt. Damals wurde quasi ein Präzedenzfall für US-Internetfirmen geschaffen, die in dem Land operieren.

Russlands Drohung kommt übrigens gerade einmal einen Tag nach der Entscheidung Pekings, die von Facebook aufgekaufte Nachrichten-App "WhatsApp" in China zu blockieren. Facebook selbst ist in der Volksrepublik bereits seit dem Jahr 2009 blockiert.

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9 Kommentare

  1. Die glücklichen Russen sind bald per Gesetzt befreit von diesem Dreck!

    Wann wird man sich hierzulande ein Beispiel an Chinesen oder Russen nehmen und diese Geisel der Menschheit Facebook zum Teufel jagen? Das wäre längst überfällig!

    Merkwürdigerweise weiß unsere Regierung sonst auch immer genau, was für die Untertanen im Land gut ist. Nur bei dieser "personal NSA-agent software" aus den Hause Zuckerberg geht denen keine Lampe an. Ob das am deutschen Schuldkomplex liegt? Zuckerberg ist ja kein reinrassig arischer Name… 🙂 

    1. hm, also wenn die Bundesregierung über eine Regulierung von Facebook nachdenkt, ist hier das Geschrei groß und es wird von Zensur und Faschismus geredet – wenn aber Russland Facebook komplett blockiert, wird es begrüßt… Doppelmoral, oder wie nennt man das wohl?

      1. Eher Doppelhirn! Die Eingriffe der Bundesregierung in Facebook geschehen nicht zum Schutz der Bürger. Zensur ist kein Bürgerschutz! Hingegen bannt der Russe den Dreck von Zuckerberg zum Schutz der Daten seiner Bürger, Unternehmen und des Landes. Warum auch sollten Russen den Amis beim spionieren helfen?

      2. tm,

         

        es wäre Ihnen zu wünschen,dass Sie sich mal eine neue Brille kaufen,damit sie es auch verstehen,warum Russland  Facebook blokieren will.

        Dies hat etwas mit den Gesetzen von Russland zu tun.

        Facebook hat sich überall an die Gesetze des jeweiligen Landes zu halten. Basta !

      3. Das stimmt ja so nicht.

        Facebook kann ja weiter laufen – wenn die Daten in Rußland bleiben und nicht an die CIA weitergegeben werden.

        Facebook ist ein Subunternehmer der CIA, deren Funktion das ausleuchten der Kontakte der Bevölkerung untereinander ist. Davon hat die Stasi nur träumen können.

        Dass Rußland die Weitergabe der Daten an die CIA unterbindet ist im Sinne des Staatschutzes legitim – solange sie nicht Meinungsäußerungen auf Facebook unterdrückt.

        Und da ist der Unterschied zum Maas`schen Zensurgesetzt, welches die Weitergabe der Daten an die CIA nicht verhindert, dafür aber Meinungsäußerungen unterdrückt.

  2. Wozu sollte man in der RF Facebook nutzen? Mit VK gibt es eine prima Alternative und man würde der globalen Netzgemeinde einen großen Dienst erweisen, wenn man diese mit mehr Aufwand bekannt macht.

  3. Es geht noch weiter.  EU will Asuweispflicht für Online-Käufer bei Zahlungen von über 30 Euro einführen. Natürlich passiert das alles zu dem Zeitpunkt während die Bevölkerung bei der Berichterstattung über die Koalitionverhandlungen udn AFD-Bashing beschäftigt ist…

    Jeder kann sich nun ausmalen was uns blüht nach der Abschaffung von Bargeld: Krytowährungen wie Bitcoin werden den Überwachungsstaat noch weiter ausweiten anstatt ihn einzudämmen!

    Bei Transaktionen von über 30 Euro sollen sich Online-Käufer künftig mit einem Passwort, einer Zahlungskarte oder per Fingerabdruck ausweisen müssen. 27 Verbände und Firmen laufen Sturm gegen das Vorhaben.

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Online-Zahlungen-Digitalwirtschaft-protestiert-gegen-starke-Kundenauthentifizierung-3845450.html

     

    Der Entwurf der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) für technische Standards zur "starken Kundenauthentifizierung" bei Zahlungen im Internet oder anderen "risikoreichen" Geschäften wie einer elektronischen Abbuchung über ein "Point-of-Sale"-Terminal stößt bei der Online-Wirtschaft auf Widerstand.

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