Kein Flüchtlingsstatus: Israel inhaftiert illegale afrikanische Migranten

Jährlich werden hunderte illegale Migranten, die offiziell um Asyl ansuchen, in Israel inhaftiert. Die Regierung will den Leuten klar machen, dass sie in dem Land nicht willkommen sind.

Von Michael Steiner

Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtet, werden jährlich hunderte Asylbewerber – vorrangig aus den afrikanischen Ländern Eritrea und Sudan – ohne Möglichkeit auf Gerichtsverfahren inhaftiert. Alleine in den letzten 15 Monaten waren es demnach 311 Afrikaner, die hinter Gittern verschwanden.

Die israelischen Behörden rechtfertigen diese Maßnahmen mit dem Gesetz, welches die Einsperrung von Personen erlaubt, die eine Gefahr für ihre eigene Sicherheit, die öffentliche Sicherheit oder die öffentliche Gesundheit darstellen. Dies ist offenbar bei vielen Asylbewerbern der Fall.

Kritik an der Praxis kam vom Obersten Gerichtshof des Landes. Dieser beklagte sich darüber, dass man diesen Leuten die Freiheit verweigert, obwohl sie nicht legal deportiert werden können. Allerdings verbot er die Inhaftierung ohne Gerichtsprozess nicht.

Der israelische Staat gilt ins Sachen Asylgewährung prinzipiell als sehr restriktiv. Wer Asyl erhält, muss 20 Prozent seines Einkommens zusätzlich an den israelischen Staat abführen. Dieser behält das Geld ein und zahlt es aus, wenn diese Menschen – vorwiegend Eritreer und Sudanesen – wieder das Land in Richtung Heimat verlassen, wie der "Independent" berichtet.

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Insgesamt leben schätzungsweise rund 4.500 Afrikaner als Asylsuchende in Israel, wobei nur ein sehr geringer Anteil auch offiziell den Flüchtlingsstatus erhielt. Der Rest erhielt lediglich ein temporäres Visum. Vor allem Menschenrechtsaktivisten werfen der israelischen Regierung vor, mit solchen Praktiken den Menschen deutlich zu machen, dass sie in dem Land nicht willkommen sind.

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6 Kommentare

  1. Aber jenen europäischen Staaten vorwerfen, sie seien rechtsradikal, die diesen Wahnsinn in der Größenordnung von Millionen Asylanten begrenzen und eindämmen wollen!

    1. Man muß den historischen/religiösen Hintergrund für den Migrationskrieg beleuchten,insbesondere das Bestreben Herrenrasse zu sein, dann gehen aber bei der Elite und ihren Bütteln die Lichter aus.Hilfsweise noch ein Hinweis auf das  Verhalten der Israelis mit Asylanten.

  2. Von Israel kann man auch noch was lernen, zumindest was die Frage der Asylanten angeht. Bleibt nur die Frage offen, wie die Welt reagieren würde, wenn wir aus Sicherheitsgründen gleiches veranlassen würden. Schätze mal, wir wären wieder die fürchterlichen Nazis, während die Israelis in gleicher Angelegenheit Freiheitskämpfer darstellen.

    1. Wenn die Bundfaschisten erstmal fest genug im Satel sitzen können sich die Israelis den Völkischen Zahn selbst ziehen. Ansonsten gibt's Wirtschaftsanktionen und Masse Proteste wo immer sich ein Israelischer Regierungsvetreter zeigt.?

  3. Israel-Aid war und ist instrumental in der Flutung Europas und insbesondere Deutschlands. Das ist hinreichend dokumentiert und wird von diesen Minuswesen zugegeben und gefeiert.

  4. Es ist didaktisch klug, Israel als Vorbild in Sachen Volksschutz zu lobpreisen. Dann kann einem niemand "Antisemitismus" vorwerfen (eigentlich Antijudaismus, weil Araber auch als Semiten gelten). Wer die als positiv dargestellte streng völkische und nationalistische Politik Israels ablehnt, macht sich selber zum "Antisemiten". 

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