Japanische Zentralbank besitzt 75 Prozent aller nationalen ETFs

Wer denkt, die EZB betreibe eine fatale Finanzpolitik, sollte einen Blick nach Japan werfen. Die Bank of Japan besitzt inzwischen drei Viertel aller börsengehandelter Fonds.

Von Marco Maier

Ist das Staatskapitalismus? Eine gute Frage. Aber: Die Bank of Japan (BoJ, die Zentralbank des Landes) besitzt inzwischen rund 75 Prozent aller börsengehandelter Fonds ("exchange-traded fund", ETF). Das sind Investmentfonds, die am Sekundärmarkt erworben und veräußert werden. Zumeist handelt es sich hierbei um passiv verwaltete Indexfonds.

Ein Blick auf die Zahlen: Derzeit beläuft sich die Marktkapitalisierung aller ETFs zusammen auf knapp über 25 Billionen Yen (rund 191 Milliarden Euro). Davon hält die Bank of Japan inzwischen 19,27 Billionen Yen (rund 147 Milliarden Euro), bzw. 74,56 Prozent. Und das von 0 im Jahr 2010.

Kritiker monieren, dass diese Käufe – zumindest jene, die sich auf Aktien der Unternehmen beziehen – faktisch einer Verstaatlichung durch die Hintertüre gleichkommt. Der Kauf von (eigenen) Staatsanleihen – auch über den Sekundärmarkt – gilt als verdeckte Staatsfinanzierung durch die Notenpresse.

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Zwar umfasst der Bestand der Bank of Japan derzeit nur rund fünf Prozent der gesamten japanischen Marktkapitalisierung, dennoch zeigt diese Entwicklung deutlich auf, dass das Ganze in eine völlig falsche Richtung geht. Immerhin hat die Zentralbank mit den Aufkäufen auch die Entwicklung des Nikkei 225 Aktienindizes beeinflusst, der seit Dezember 2010 um insgesamt 89 Prozent zugelegt hat.

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3 Kommentare

  1. Die Europäische Zentralbank (EZB) weigert sich, den Leitzins über null Prozent anzuheben. Das kann zur „größten Insolvenzverschleppung in der Geschichte der Menschheit“ und einer schleichenden Enteignung der Bürger führen. 

    Die ENTEIGUNG IST VOLL IM GANG,NUR DER ÖSI schnallt das nicht.( Mehrheit).Leider auch viele andere EU Bürger ebenso

    Auch die echte Inflation schnallen die Meisten nicht…………..gepaart mit der kalten Progression!!!

    Es lebe der König  die  EU!

    1. @ Austriak

      Sehr viele Menschen in Europa – und ich denke auch in den USA – schnallen das sehr wohl. Nur, was sollen sie dagegen unternehmen??? Die Machtlosigkeit der Bürger – egal wo – ist unübersehbar! Will man das ändern, muss es keinen Bürgerkrieg geben, sondern einen Krieg gegen die bevölkerungs-feindlichen Regierungen, Banken und Konzerne. Wir brauchen gut funktionierende Geschäftsbanken, keine verbrecherischen Investmentbanken, mittels denen die Länder ausgeplündert werden. Diese plündernden Investmentbanken arbeiten doch gar nicht nach gut funktionierenden kapitalistischen Spielregeln, das sind mafiose Verbrecher-Organisationen.

      In diesem Sinne wird der Kapitalismus so scheitern wie der Kommunismus, denn beide Wirtschaftsformen wurden überhaupt nicht als Regelwerk eingehalten. Der Kommunsimus war nie Kommunismus, er war eine erpresserische und unterdrückenden Diktatur, in der sich eine Nomenklatura bereicherte und in Saus und Braus lebte, während die Bevölkerung in ärmlichen Verhältnissen gehalten und unterdrückt wurde. So ist es auch heute mit dem Kapitalismus – zumndest in den letzten Jahrzehnten; hinter ihm versteckt sich eine mafiose erpresserische und unterdrückende Oberschicht, die sich bereichert und die Völker und Länder ausplündert, während die Menschen immer mehr verarmen.

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