Indien: Militärs sollen nicht vom Ausland trainiert werden

Bislang haben indische Militärs immer wieder an Kursen und Übungen teilgenommen, die vom Ausland finanziert wurden. Das soll nun ein Ende finden.

Von Marco Maier

Die indische Regierung hat das Personal der Streitkräfte dazu aufgefordert, nicht mehr an Trainingskursen teilzunehmen, die von ausländischen Regierungen finanziert werden. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem das Verteidigungsministerium mit Anträgen mittlerer Ränge geflutet wurde, die um Erlaubnis für die Teilnahme an solchen Übungen im Ausland ansuchten.

Bislang haben indische Militärs immer wieder an Kursen und Übungen teilgenommen, die vom Ausland finanziert wurden. Das soll nun ein Ende finden. Vor allem die Vereinigten Staaten von Amerika und die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien bieten solche Kurse für ausländische Militärs an. Dabei geht es nicht nur darum, die Alliierten enger an sich zu binden, sondern oftmals auch um die Gewinnung von Spionen, die über die Jahre hinweg in den Rängen aufsteigen und so auch zu wichtigen Informanten für das US-Militär und die Geheimdienste avancieren.

Doch in Neu Delhi begründet man die Entscheidung vor allem damit, dass es nicht der Gestalt Indiens als Nation diene, wenn seine eigenen Streitkräfte solche Unterstützung von fremden Ländern annehmen. Zudem würden solche Trainings, wie sie vor allem von den Briten und Amerikanern angeboten würden, schlussendlich lediglich Kosten von mageren 18 Millionen Dollar im Jahr verursachen, hielte man sie im eigenen Land ab.

Man sieht seitens der indischen Regierung auch weniger eine mögliche Einflussnahme ausländischer Mächte als potentielles Problem an, vielmehr hofften die Militärs bisher vor allem, von den Erfahrungen der ausländischen Soldaten zu profitieren. Allerdings dürfte da auch einiges an Naivität der indischen Militärführung gegenüber den Briten und Amerikanern mitschwingen. Immerhin sind die angelsächsischen Staaten in Sachen globale Überwachung samt Spionagenetzwerk sehr aktiv.

Loading...
Teilen Sie diesen Artikel:
Lesen Sie auch:  Mann zur Miss Nevada USA gekrönt, der erste in der Geschichte des Schönheitswettbewerbs

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Ein Kommentar

  1. Das Mißtrauen hat vermutlich seine Ursach in der vermehrten Zusammenarbeit der USA mit Pakistan. Indien jedenfalls unternimmt seit geraumer Zeit Anstrengungen Innenpolitisch Krisenfester zu werden. Und die Chinesen basteln derweil schon mal an Gebirkspanzern. Scheint so als würden dort die News für morgen vorbereitet.?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.