In welchem Land gibt es die meisten Millionäre?

Das derzeit herrschende Wirtschafts- und Finanzsystem begünstigt die Akkumulation von Kapital in den Händen weniger. Wo gibt die meisten Millionäre? Wo war der Anstieg im letzten Jahr besonders groß?

Von Marco Maier

Die Welt ist geteilt in ein paar Millionen Reiche, ein paar hundert Millionen Menschen in der Mittelschicht und Milliarden Arme. Vor allem der Finanzkapitalismus samt Kursfeuerwerken an den Börsen, den Blasen an den Immobilienmärkten und die Geldschwemme der letzten Jahre haben dafür gesorgt, dass die Zahl der "High Net Worth Individuals" (HNWI), also jenen Menschen mit mehr als einer Million Dollar an investierbaren Anlagen, deutlich stieg.

Konnten im Jahr 2010 noch 10,9 Millionen Menschen weltweit als reich bezeichnet werden, so stieg deren Zahl im Schnitt jährlich um 7,2 Prozent auf nunmehr 16,5 Millionen Personen an. Deren gesamtes Vermögen legte im selben Zeitraum im Schnitt um 6,5 Prozent pro Jahr zu – und zwar von insgesamt 42,7 auf 63,5 Billionen Dollar. Die nachfolgende Grafik (zum vergrößern auf das Bild klicken) zeigt hierbei die regionalen Unterschiede auf.

Unter den wichtigen Ländern der Welt zeigen unter anderem Russland (+19,7 Prozent – bei einem kleinen Pool an 182.000 Reichen), die Niederlande und Indonesien (jeweils +13,7), Norwegen (+13,2), sowie Thailand (+12,7) und Schweden (+12,6) eine deutliche Zunahme an Personen mit einem Vermögen von mehr als einer Million Dollar von 2015 bis 2016 auf. Aber auch Taiwan, Kanada, Frankreich und Brasilien liegen mit mehr als 10 Prozent Plus deutlich über dem globalen Durchschnitt von 7,5 Prozent (siehe nachfolgende Grafik). Zum Vergleich: In den USA stieg die Anzahl der HNWI um lediglich acht Prozent.

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Welche Länder haben denn nun die meisten dieser "HNWI"? Es sind die USA (4,8 Millionen), Japan (2,9 Millionen), Deutschland (1,3 Millionen) und China (1,1 Millionen). Zusammen leben dort – siehe nachfolgende Grafik – 61,1 Prozent aller Dollar-Millionäre. Neu in diesen Kreis hinzu kamen letztes Jahr in diesen vier Staaten 0,68 Millionen Personen; weltweit waren es 1,15 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Die Schweiz hat 364.000 HNWI (+2 Prozent), Österreich 133.000 (+10 Prozent).

Interessant ist auch die Aufschlüsselung der HNWI-Gruppe nach Vermögen. So hatten 90 Prozent, oder rund 14,9 Millionen Personen, aller dieser Menschen ein Vermögen von 1-5 Millionen Dollar, weitere rund 1,5 Millionen Menschen besaßen im Jahr 2016 zwischen 5 und 30 Millionen Dollar an anlegbarem Vermögen, während 157.200 Menschen (rund 1 Prozent aller HNWI) mehr als 30 Millionen Dollar ihr Eigen nennen konnten. Dabei verteilt sich das gesamte Vermögen wie folgt: Die unterste Gruppe besitzt 43,0 Prozent des Vermögens, die mittlere Gruppe 22,5 Prozent und das reichste Prozent ganze 34,5 Prozent.

Während nun also die Weltbevölkerung von 6,93 Milliarden im Jahr 2010 auf 7,43 Milliarden im Jahr 2016 (also um 7,3 Prozent) anwuchs, verzeichneten die HNWI ein Plus von rund 51 Prozent. Doch das heißt nicht, dass das Vermögen deshalb nun auch schrittweise gleichmäßiger verteilt wird. Vielmehr zeigt es sich, dass die Geld- und Finanzpolitik weltweit zu einer Inflation an den Aktien- und Immobilienmärkten führte die nun zumindest statistisch dazu führt, dass es mehr reiche Menschen gibt.

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5 Kommentare

  1. Ungleichverteilung innerhalb der Bevölkerung – typisches Syptom des freien Marktes

    Ein freier Markt sorgt entgegen der Ideologie des Adam Smith nicht für ein Gleichgewicht der Macht zwischen den Marktteilnehmern, sondern hat die Tendenz zu Machtkonzentration bei Einzelnen.

    Physiker würden den freien Markt als "Instabiles System" bezeichnen.

    Die Macht Einzelner, welche i.d.R. Unternehmen und Banken sind wächst dabei exponentiell bis es zu einer lawinenartigen Zunahme der Ungleichheit bei der Verteilung der Wertschöpfung innerhalb einer Gesellschaft kommt.

    Die Adam Smith´sche Theorie vom Wohlstand für Alle bringenden freien Markt wird also bereits durch die exponentielle Entwicklung der Zinseszins-Funktion mathematisch widerlegt.

    Das Endresultat war der "Manchesterkapitalismus" des 19ten Jahrhunderts und die heutige Kinderarbeit in Bangla Desh.

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    Kommunismus – wenn man das Kind mit dem Bade auskippt

    Der von Marx postulierte Kommunismus versucht die gesellschaftsschädigenden Excesse des freien Marktes mit der Abschaffung desselben aus der Welt zu schaffen, was deshalb scheiterte, da er damit auch die Leistungsanreize und damit die Motivation der Arbeiter zerstörte.

    Auch waren die Kommunisten unfähig die Wertschöpfung effektiv zu planen.

    Kommunismus – ein schlecht durchdachtes Konzept.

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    Wertschöpfungssytem – eine neues, volkswirtschaftlich vorteilhafteres Konzept:

    Vor 2300 Jahren definierten Philosophen wie Sokrates und Platon die ethischen Grundsätze für eine gerechte Einkommensverteilung und formulierten:

    "Der einzig ethisch legitime Weg des Eigentumserwerbs ist die Arbeit."

    Die bedeutet in Konsequenz, dass z.B. die Erlöse des BMW-Konzerns hauptsächlich den Arbeitern unten in der Werkhalle zustehen. Aktionäre hingegen haben keinerlei ethischen Anspruch auf die Erlöse.

    Folgerung: Aktienunternehmen sind von der Konstruktion her grundsätzlich unethisch bzw. betrügerisch.

    Unternehmen: Ebenso hat der Unternehmer keinen Anspruch auf Unternehmensgewinn. Alles, was ihm nach dem ethischen Grundsatz zusteht ist ein Honorar für seine tatsächlich persönlich geleistete Organisationsarbeit. Unternehmensgewinn hingegen ist Betrug am Arbeiter, der tatsächlich die Hauptarbeitsleistung im Unternehmen erbringt.

    Ethik muß in Wirtschaftsgesetze gegossen werden:

    Der Staat kann Einkommensgerechtigkeit herstellen, in dem er diese Ethik zum Gesetz macht und die Verteilung der Wertschöpfung in unserem Land an die tatsächlich erbrachte Leistung koppelt.

    Kapitalakkumulation, Zinsen, Unternehmensgewinne und Mietzins sind dann verboten.

    Einkommensungleichheit verschwindet dann weitgehend.

    Die Vorteile des Wertschöpfungssystems:

    In einem solchen System lohnt sich Arbeit wieder und Arbeit kann reich machen – und das gilt dann für alle Bürger.

    Im Prinzip war das der sogenannte "Amerikanische Traum", der aber in den USA durch den Kapitalismus zerstört wurde. In den USA wird man heute nicht durch harte Arbeit reich, sondern in dem man andere Bürger ausbeutet.

    Die Aussicht auf Reichtum durch eigene Arbeit ist ein starker Leistungsanreiz wie es ihn weder im Kapitalismus noch im Kommunismus gibt.

    1. Absurd zu glauben jeder könnte reich sein und das auch noch durch eigene Arbeit. 

      Verlierer wird es immer geben, egal wie man das System bezeichnet. Und wenn alle reich sind (lol) wer macht dann die niedrigen Arbeiten? Das Hauptproblem ist nicht die Bezeichnung des Systems (denn hinter allen Systemen stecken ein und die Selben), sondern das Zinsgeldsystem (was die auch kontrollieren)!

       

       

      1. "Absurd zu glauben jeder könnte reich sein…"

        Da irren Sie.

        Laut Prof. Bernd Senf gab es ein solches System im ausgehenden Mittelalter hier in Deutschland. So von 1000-1300 n. Chr.

        Und damals soll es laut Prof. Senf allgemeinen Wohlstand in der Bevölkerung gegeben haben.

        Die Vorstellung, es müsse unbedingt Verlierer geben ist geprägt von den aktuellen Erfahrungen im Kapitalistischen System, was gezielt ein Heer von Verlierern produziert.

        Aber das muß nicht so sein. Bei heutiger Technologie ist die Wertschöpfung so hoch, dass genug für alle da ist. Hartz4-Empfänger und Armutsrentner sind nur das Ergebnis einer verbrecherischen Verteilung der riesigen Wertschöpfung.

        1. @Richard – Natüüüürlich LOL, damals gab es nur Reiche und keine Armen und Sklaven nur reiche Wohlstand und Frieden, na klar doch Richard! Oh man!

          Und unabhänig davon, wieviel Menschen lebten damals auf der Welt und wieviel heute?

          Sie sollten nicht jeden Senf konsumieren, Richard, mit der AfD sind Sie doch nun schon genug auf die … gefallen.

           

        2. Ja schon richtig lieber Richard aber du schreibst es sogar selbst, denn im aktuellen ("Extremisten"-) Kapitalismus ist genau dieses Gewinner-Verlierer Verhältnis so vorgesehen.

          Klar funktioniert dieses System des "Wohlstand für alle" aber leider nie lange, denn dem steht im Endeffekt immer die Gier des Menschen gegenüber, was dann wieder zurück zum aktuellen (mittlerweile globalen) Raubrittertum führt.

          Historisch gesehen immer der gleiche Ablauf und das seit Jahrtausenden; was mich zum gefühlten hunderttausendstenmal dazu bringt zu sagen: "die "Krone der Schöpfung" ist das dümmste Wesen auf diesem Planeten, denn es ist als Einziges Geschichtlich völlig lernresistent."

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