In diesen Städten droht die Immobilienblase zu platzen

Eine global durchgeführte Untersuchung zeigt, dass der Immobilienmarkt in vielen größeren Städten massiv überbewertet ist. Innerhalb von nur zwei Jahren erhöhte sich das Risiko massiv.

Von Marco Maier

Die Schweizer Großbank UBS hatte bereits vor zwei Jahren eine Analyse (einen Risikoindex) zum globalen Immobilienmarkt – bezogen auf die größeren Städte – durchgeführt. Damals, im Jahr 2015, lagen noch zwei Städte im roten Bereich: London und Singapur. Sydney und Vancouver waren da aber schon auf dem Weg in die Gefahrenzone. Dies zeigt auch die nachfolgende Grafik der Bank:

Nun veröffentlichte das Vermögensmanagement der UBS erneut Daten zum "Global Real Estate Bubble Index" und stellte darin fest, dass das Risiko einer Immobilienblase in mehreren Städten der Welt dramatisch gestiegen sei. Hier stellt man sich nur noch die Frage, wann diese Blasen platzen werden.

"Das Blasen-Risiko scheint in Toronto am größten zu sein, wo es im letzten Jahr signifikant stieg. Stockholm, München, Vancouver, Sydney, London und Hongkong verbleiben im Riskobereich, zusammen mit Amsterdam welches dieser Gruppe beitritt, nachdem es im letzten Jahr überbewertet wurde." Auch Paris, San Francisco, Los Angeles, Zürich, Frankfurt, Tokyo und Genf seien betroffen. In Kontrast dazu seien die Immobilienmärkte in Boston, Singapur, New York und Mailand fair bewertet, während Chicago unterbewertet sei.

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Die nachfolgende Grafik verdeutlicht eindrücklich, wie kritisch die Lage insbesondere in Toronto, Stockholm, München, Vancouver und Sydney ist – mit Werten von 1,80 bis 2,12.

Laut der UBS seien vor allem die niedrigen Zinsen und die damit einhergehenden niedrigen Rückzahlungsraten für die stark steigende Nachfrage und damit auch für die enormen Preiserhöhungen verantwortlich. "In europäischen Städten, beispielsweise, liegen die jährlichen Gebrauchskosten für Appartments (Hypotheken, Zinszahlungen und Amortisierung) immer noch unter ihrem Zehn-Jahres-Durchschnitt, ungeachtet davon, dass die realen Preise seit 2007 um 30 Prozent stiegen". Auch in Kanada und Australien hätten die niedrigen Zinsen dafür gesorgt, dass die Rückzahlungsraten trotz der deutlich höheren Preise derzeit niedriger sind als früher.

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Hinzu kommt in vielen Städten allerdings auch der Fakt zu tragen, dass vor allem institutionelle Investoren (bzw. Spekulanten) auf den Zug aufspringen und so die Preise weiter nach oben drücken. Doch was passiert, wenn das Zinsniveau wieder leicht ansteigt und vor allem jene Kreditnehmer in die Bredouille geraten, die variable Zinssätze auf ihren Krediten und Hypotheken haben? Was passiert, wenn eine kleine Wirtschaftskrise die Arbeitslosigkeit wieder hochtreibt und viele Kreditnehmer dann ihre Raten nicht mehr bezahlen können?

Wie die Entwicklung während der letzten beiden Jahre verlief, zeigt die nachfolgende UBS-Grafik:

Einen Überblick zur Entwicklung (inflationsbereinigt) der durchschnittlichen jährlichen Preisveränderung in den ausgewählten Städten bietet diese UBS-Grafik:

Einen Überblick zur Entwicklung in den USA bietet die folgende Grafik der UBS. Städte wie Los Angeles und San Francisco scheinen die Erfahrungen von 2007/2008 erneut erleben zu wollen:

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8 Kommentare

  1. Jaja alle haben sich auf die niedrigen Zinsen eingeschossen. Nicht weil es etwa richtig wär. Nönöö weil es deren Verdienst und Geschäftsmodell ist.

    Nicht die Niedrigen Zinsrn sinf an der Preisentwicklung Schuld sondern das viele neue Geld das in der Finanzkrise von den Staaten für die Rettungspaket durch neue Schulden erzeugt wurde. Es handelt sich also lediglich um eine völlig logische Inflation im Immobilien und Aktienmarkt. Die Preise steigen weil zuviel Geld angelegt werden muss. Hat mit Zinsen erstmal wenig zu tun.

    1. Würde sagen das hat sehr wohl etwas mit den Zinsen zu tun, denn Draghis Geldflutung klappt ja mit den 0 Zinsen am besten, weil er dadurch die Geldmenge nach Belieben aufblasen kann.

      Die Anleger weichen ja genau wegen der 0-Zinsen auf eben solche Investments aus und durch das billige Geld boomt gleichzeitig die Bauindustrie, weil sich nun auch Menschen Häuser+Wohnungen leisten können, welche im Fall von "normalen" Zinsen dies Aufgrund der zu hohen Refinanzierungskosten niemals tun könnten. Das ist die immer gleiche Spirale die seit langer langer Zeit zyklisch auftritt und unweigerlich zu einem Knall führen muss (und dies auch jedesmal tut).

      p.s.: im Prinzip meinen wir das Gleiche, nur jeweils von unterschiedlichen Seiten betrachtet 🙂

      p.p.s.: außerdem ist das Wirtschaftslehre-Basic und der Grund weshalb ich an Draghis (+  Konsorten) Geitseszustand zweifle, denn wie sagte Einstein einst so treffend: "die reinste Form des Wahnsinn ist, etwas immer und immer zu wiederholen und auf ein anderes Ergebniss zu warten" 

  2. Nicht die niedrigen Zinsen und auch nicht das viele neue Geld sind das Problem. Ich werde nicht müde werden, liebe Leute, auf das eigentliche Problem hinzuweisen: das heutige Eigentum an Grund und Boden.

    Mit zunehmender Dichte der Besiedlung wird rasch die Grenze erreicht, wo der Boden seiner Unvermehrbarkeit wegen nicht mehr allen in gleicher Weise zur Verfügung steht. Er gerät unaufhaltsam in das Eigentum relativ immer weniger, die eine natürliche Monopolstellung einnehmen. Denn durch die Knappheit steigt der Wert des Bodens und wird nur noch für einen Teil der Menschen erschwinglich.

    Damit wird der größte Teil der Menschen von den Bodeneigentümern abhängig und über die Miete, Pacht ausbeutbar. Das ist der entscheidende Punkt. Lösung?

    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/11/08/soziale-auswirkungen-des-eigentums-an-grund-und-boden/

  3. Eingedrungene Vergewaltiger und Parasiten ausschaffen! Dann wird das Wohnen für Einheimische wieder bezahlbar. Die Löhne steigen nach Entfernung der Lohndrücker wieder. Sozialabgaben sinken, wenn die fremden Übervölkerungsvögler fort sind. Ob die Steuern gesenkt werden können, ist fraglich, denn eine Festung Europa ist militärisch sehr aufwändig.

  4. Auch interessant: Epoch Times:

    Projektentwicklern Gröner übt kurz vor Beginn der Immobilienmesse Expo Real in München deutliche Kritik an der eigenen Branche : Ein Bauarbeiter kann sich die Wohnung nicht leisten, die er baut – "Das darf einfach nicht sein"

    Die Bauwirtschaft konzentriere sich nur noch auf das obere Fünftel der Bevölkerung ………….Artikel selbst weiterlesen!

     

     

     

  5. Guckst du auch: Politikstube:

    Aus Wohnung und Obdachlosenheim geworfen: 77jährige Rentnerin lebt im Auto, weil sie sich nur eine kleine Wohnung (Miete 350€) erlauben kann und die aber nicht findet – warum wohl ?!

  6. Nachtrag: 

    Mir fallen da spontan 3 Gründe ein:

    1. Hungerrenten – wovon Frauen noch mehr betroffen sind 

    2.Mangel an Sozialwohnungsbau

    3.Merkels Gäste 

     

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