Himalaya-Krieg? China entwickelt neuen leichten Panzer fürs Hochgebirge

Ein neuer leichter Panzer, der auch im Gebirge einsetzbar sein soll, wird von China derzeit auf Praxistauglichkeit getestet. Eine Vorbereitung auf einen möglichen Krieg mit Indien?

Von Marco Maier

Bereits im Juni dieses Jahres berichtete die chinesische Zeitung "Guancha", dass der "Xinqingtan" (in etwa: "Neuer leichter Panzer"), auch bekannt unter der Modellnummer ZTQ-105, auf dem Tibetanischen Hochland getestet wird. Dabei wurde der Panzer als "Vorzeigekraft zur Abschreckung Indiens" bezeichnet, während ein Sprecher der chinesischen Volksbefreiungsarmee betonte, dass die Übungen "darauf abzielen, die Performance des Panzers zu testen und gegen kein anderes Land gerichtet sind".

Allerdings arbeitet auch Indien an der Entwicklung eines neuen leichten Panzers, der ebenfalls in den Gebirgsregionen – also auch dem Grenzgebiet zu China – eingesetzt werden kann. Angesichts dessen, dass beide Staaten in den letzten Jahren die Militarisierung ihrer Grenzen im Himalaya-Gebiet vorantrieben, darf man davon ausgehen, dass sich sowohl Peking als auch Neu Delhi auf eine militärische Konfrontation vorbereiten, zumal es einige umstrittene Grenzverläufe in diesem Gebiet gibt.

Mit einem Gewicht von 33 bis 36 Tonnen (je nach Panzerungsart) ist der "Xinqingtan" deutlich leichter als die gängigen Modelle Russlands oder des Westens, während das Design eher dem VT-4 Exportpanzer gleicht, welches auf dem russischen T-72 aufbaut. Aber gerade das deutlich geringere Gewicht macht den Panzer zu einer deutlich sinnvolleren Waffe im Gebirge, wo die Straßen in den Berghängen und die Brücken über die Schluchten nicht darauf ausgelegt sind, enorme Lasten zu tragen.

Hinzu sorgt der Motor – ein 1.000-PS-Turbodiesel – für ein sehr gutes Verhältnis zwischen Gewicht und Kraft, wodurch er auch geländegängiger ist als die schwereren Panzer. Zudem verbrauchen die Motoren nicht zu viel Treibstoff – denn gerade die dünne Luft in der Höhe sorgt für einen umfangreicheren Energieverbrauch der Verbrennungsmotoren.

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Als Hauptwaffe dient eine 105mm-Kanone, die Munition verschießt, welche das Äquivalent von 500 Milimeter gehärteten Stahls durchbrechen kann. Zwar reicht dies nicht für die großen modernen Kampfpanzer, doch zumindest gegen die älteren T-72 kommt die Kanone noch an. Zudem kann die Kanone ebenfalls Anti-Panzer und Anti-Helikopter-Raketen mit einer Reichweite von bis zu fünf Kilometer verschießen. Als Sekundärwaffen gibt es ein 12,7mm-Maschinengewehr und einen 35mm-Granatwerfer, sowie ein koaxiale 7,62mm Gewehr zur Bekämpfung von Bodentruppen.

Die Stationierung des "Xinqingtan" bei der Brigade der Volksbefreiungsarmee in Tibet bedeutet, dass dort mindestens 31 bis 33 solcher Panzer in Form eines Bataillons stationiert sind. Insgesamt sollen den Berichten zufolge dreihundert solcher Panzer für die Himalaya-Truppen Chinas bestellt worden sein. Diese sollen die kürzlich außer Dienst gestellten Typ-62-Panzer ersetzen.

Laut "Guancha" soll der "Xinqingtan" demnach "deutlich weiterentwickelt" sein als die indischen T90-S-Panzer auf der anderen Seite der Grenze. Das kann man zwar durchaus als militärische Propaganda abtun, dennoch wäre die chinesische Neuentwicklung den indischen T-72 und T-90S in einigen Bereichen überlegen: Zwar hat zumindest Letzterer eine deutlich bessere Panzerung und Bewaffnung, doch der "Xinqingtan" besitzt ein deutlich höher entwickeltes Feuerleitsystem und er kann auch in jenen Gegenden operieren, wo die indischen Panzer nicht hinkommen.

Sollte es also wirklich zu einer größeren militärischen Auseinandersetzung der beiden Atommächte im Himalaya kommen, liegt der militärische Vorteil zumindest derzeit wohl sehr deutlich bei den Chinesen. Dies ist wohl auch ein Grund dafür, warum sich die indische Regierung derzeit wieder einmal in Washington anbiedert.

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7 Kommentare

  1. In dieser Frage sind andere Länder China und Indien schon lange voraus. Der Leichtpanzer Wiesel von Rheinmetall ist so ein geländegängiges Gerät, kann 60 Grad steigen und kann in Querlage bis 30 Grad Gefälle meistern. Für Gebirge und anderes unwegsames Gelände auch wegen des geringen Gewichtes gut geeignet. Kann leicht transportiert werden und im Ernstfall auch mit dem Fallschirm abgeworfen werden. Besser geht es aus heutiger Sicht nun wirklich nicht mehr. Die Herrschaften haben sich davon wahrscheinlich inspirieren lassen und versuchen nun eine ähnliches Fahrzeug für eigene Zwecke zu kreieren. Auf jeden Fall ist diese Idee nicht auf ihrem Mist gewachsen, da haben andere schon längst vorausgedacht.

    1. Was soll das denn sein, Werbung für einen Rüstungskonzern? Man lieber Herr Gesangsverein!

      Wäre aber schön, wenn ein paar Panzer an unseren Grenzen stehen würden, die brauchen wir hier nämlich dringender…

  2. eigentlich bin ich gegen den schiessbefehl an der mauer gewesen, aber die cdu ist anscheinend scharf drauf, denn sonst hätte sie nicht eine lage erzeugt, wo der bald wieder nötig wird.

  3. Der "Trend" zu leichteren, schnelleren/wendigeren und flacherne Panzern (angepaßt an neue Situationen) ist nicht neu, daraus aber gleich einen neuen Krieg zu konstruieren, ist unseriös und reißerich hoch 10!

  4. Technisch und von der Bedarfsdeckung her interessant, beide Länder sollten ihre Streitigkeiten besser friedlich regeln. Streit innerhalb der BRI(I)CS ist gleich in mehrfacher Hinsicht kontraproduktiv, es gibt nur fremde Profiteure eines solchen Zwistes.

    1. Ich denke dieser Panzer könnte auch sämtliche NATO Verbände in Zentralasien angreifen und vernichten! Der ist in Afghanistan eine Waffe 1. Wahl! Apachi Helicopter wüerden reihenweise aus dem Hinterhalt geschrottet!

       

       

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