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Die wachsende Verlagerung vom produktiven Sektor hin zum Finanzsektor bringt dramatische Veränderungen mit sich. Eine Grafik bringt diese Entwicklung auf den Punkt.

Von Marco Maier

Als Karl Marx noch gegen die "Kapitalisten" – zumeist Industrielle – wetterte, standen sich zwar auch viele Arme und ein paar Reiche gegenüber, doch im Laufe der Jahrzehnte gab es für die Arbeitnehmer eine deutliche Verbesserung der finanziellen Situation. In den meisten Industriestaaten bildete sich eine breite Mittelschicht heraus, der es auch gut ging.

Im Laufe der Zeit jedoch übernahmen die Finanzkapitalisten das Ruder. Geld wurde nicht mehr vor allem durch Investitionen verdient, sondern zunehmend eben durch Geld – Zinsen und Rendite. Dort wo der Industrielle früher noch sein eigenes (oder ggf. mittels Krediten aufgenommenes) Geld investierte und die Firma noch sein Eigentum war, regieren heute anonyme Aktienmärkte das Geschehen.

Aktien werden vor allem aus spekulativen Zwecken heraus ge- und verkauft. Man investiert nicht in ein Unternehmen, um es mit dem Geld wachsen zu lassen – man investiert in Anteile des Unternehmens, um Dividenden zu kassieren und die Aktien dann irgendwann mal möglichst mit großen Kursgewinnen wieder zu verkaufen. Eine persönliche Bindung haben ja nicht einmal mehr die Geschäftsführer, die ja ohnehin nur ein paar Jahre auf dem Chefsessel sitzen und im Laufe ihres Lebens diesen oftmals wechseln.

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Wie sich diese Entwicklung auf die Einkommen auswirkt, zeigt folgende Grafik eindrücklich:

Ein Blick auf die graue Punkt-Linie zeigt, dass beispielsweise in den Vereinigten Staaten im Jahr 1980 die unteren Einkommensbezieher ein deutlich höheres prozentuales Einkommensplus erzielten als jene an der Spitze der Einkommenskette. Im Jahr 2014 sah es völlig anders aus: während die unteren Einkommensschichten nur ein marginales Einkommenswachstum vorweisen konnten, legte dieses von Perzentil zu Perzentil quasi zu – und zeigte bei den Top-Verdienern steil nach oben.

Hierbei handelt es sich um eine Ausblutung der Realwirtschaft: Um die Renditeerwartungen der "Investoren" zu erfüllen, müssen Sparprogramme her. Geringe Lohnerhöhungen, Einsparungen beim Personal, Auslagerungen in Billiglohnländer und Steuertricks sind nur Beispiele dafür, wie solch eine Entwicklung stattfinden konnte. Denn wenn man mit Geld Geld verdienen kann und die Vermögenskonzentration immer weiter zunimmt, muss dieses Geld ja zuerst von der Realwirtschaft erwirtschaftet werden. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.

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17 KOMMENTARE

  1. Den Amis gefällt die Nummer so. Steuerpradies für Reiche und exorbitante Millitärausgaben. Damit sind die Glücklich.

    Könnten freilich such am oberen Ende Steuern erhöhen und dsmit Infrastruckturprojekte lostreten. Ham se aber kein Bock drauf. Zocken lieber an der WallStreet und basteln Luftschlösser statt die Energienetze, Kanalisation, Verkehrswege auszubauen, Baustandarts anheben etc. Angeblich soll der Trump ja mehr für die Realwirtschaft als für die Finanzwirtschaft stehen. Merken tut der kleine Cowboy aber scheint's nix von.

  2. Der Kern der Schere zwischen arm und reich liegt im Zinssystem.

    Dabei erhöht sich das Vermögen des Bankiers gemäß einer Exponentialfunktion.

    Das Vermögen ist dabei nichts anderes als Forderungen gegenüber der arbeitenden Bevölkerung. Ergo: Die Zinsgewinne sind die Schulden der Bevölkerung.

    Und die Exponentialfunktion (auch Zinseszins-Funktion) nimmt ab einer gewissen Laufzeit dramatische Steigungen an. Dieses Explodieren der Zinsforderungen gegenüber der Bevölkerung führt dann zu immer höheren Steuern, die nichts anderes als versteckte Zinszahlungen sind.

    Lohndumping, Privatisierung der Wasserversorgung, Schienennetz, Stromnetz und Autobahn sind dann nichts anderes als schrittweise Übereignung des Landes an die Bankiers.

    Die Bankiers stehlen das Land über Zinsen.

    ——————————————–

    Das Verbrecherische daran ist, dass die Bankiers der Gesellschaft für diese Zinsforderungen überhaupt keine äquivalente Gegenleistung bringen.

    Zinsen für Kredite sind reiner Betrug.

    In der Schweiz gibt es eine Initiative, die einen Volksentscheid herbeiführen will, der Banken das Geldschöpfen verbieten will. Demnach soll nur noch die Nationalbank Geld schöpfen dürfen und die Zinsgewinne fließen dann wieder zurück in die Taschen der Allgemeinheit.

    Prof. Max Otte unterstützt übrigens auch diese Initiative.

    Wir sollten daran arbeiten, dass

    a) über die AfD Volksentscheide in der BRD eingeführt werden und…

    b) dann über Volksentscheide die Geldschöpfung der Banken verboten wird.

    —————————————————

    Zu diesem Thema gibt es ein sehr analytisches Video von KenFM und Prof. Bernd Senf auf Youtube. Es lohnt sich, dieses anzuschauen!

    • Ja das Problem der Exponentiellen Zinsgewinne wäre nicht so drückend wenn man dem Markt in der Krise die Chance zur Selbstreinigung geben würde statt mit Steuergeldern die Scheixxe noch künstlich zu beschleunigen.

      Ich kenne die Vorträge von Herrn Senf, Mausfeld und Hörmann. Alles sehr Aufschlussreich und Unterhaltsam. Aber wesentliche Frage können sie auch nicht beantworten. Wie zb. woher soll die Motivation zur Innovation kommen. Woher all die Ressourcen nehmen für diesen avancierten Weltweiten Wohlstand von dann vermutlich 16 Milliarden Menschen. Wie werden sich all diese Menschen beschäftigen. Malen, Tanzen, Singen und Musikmachen. Einige vermutlich schon, der Rest?! Bitte mal einen habenix um Hilfe. Und dann bitte einen Wohlhabenden um den selben gefallen.😎

      Alles nicht so einfach.

      • Die Motivation zu Innovation bei Ingenieuren/Erfindern kann durch höheren Wohlstand und öffentlichen Ehrungen erzeugt werden.

        Der Wohlstand kommt aus der Produktion und der dort eingesetzten Automation.

         

        • Hui!
          "Öffentliche Ehrungen" als Motivation zur Arbeit zieht bestenfalls bei jenen, die sonst schon alles haben! Image und Prestige spielen erst eine Rolle, wenn alle anderen Grundbedürfnisse des Menschen gedeckt sind.

          "Höhere Wohlstand" meint dann wohl eher die größere Yacht oder das x-ste Ferienhaus auf Mallorca. Aber auch das wird man künftig mit irgendwas bezahlen müssen. Entweder mit Kartoffeln für die Hungerleider oder doch wieder "klassisch" mit Geld.

          Und wie kämen in der schönen neuen Welt jene zu "Ehrungen und Wohlstand", bei denen es im Stübchen nicht zum Ingenieur oder Erfinder reicht?

          Richard, ich glaube so wird das nix… 🙂

          • Aktuell ist es so, dass in allen Produkten bereits ca. 40% versteckte Zinszahlungen im Endpreis enthalten sind.

            Würde man nun das Zinssystem abschaffen, würde die Wertschöpfung der Gesellschaft auf die Bevölkerung verteilt – um 40% mehr als bisher. Das bedeutet also grob gerechnet eine Real-Einkommenssteigerung von 40% für alle Bürger.

            Beispiel:

            Ein Armutsrentner, der heute Grundsicherung von ca. 750 € erhält, bekäme dann ca. 1050 €. Das fordern bisher höchstens die Linken.

            Die Armut wäre dann für alle Bürger Geschichte.

            ———————————

            Der höhere Wohlstand der Erfinder läßt sich locker aus der durch die Innovation entstehenden höheren Produktivität finanzieren. Dafür muß man niemanden was wegnehmen.

            Wohlstand der Bevölkerung hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Technologiestand und Verteilung der Wertschöpfung.

          • ..bin zwar nich vom Islam begeistert…

            ..aber in Frankfurt gibt's die muslimische KT-Bank..keine Zinsen..keine Gebühren für's Girokonto.

            Soll auch offen für andersgläubige sein.

          • Also wenn dir lediglich der Zins ein Dorn ist müsstest du aktuell doch zufrieden sein mit der EZB Politik. Die lassen gerade was von den 40% Abschmelzen Richard.

          • Die EZB läßt nichts von dem Zins abschmelzen, sie reduziert nur die Zinsenerträge wohlhabender Bürger und schröpft diese somit.

            Die Banken nehmen nach wie vor ca. 14% Zinsen für Kredite an Unternehmen zur Finanzierung des Umlaufvermögens, die sich in dem Endpreis der Produkte niederschlagen.

            Und der Hartz4-Empfänger zahlt bei der Bank nach wie vor 12% Dispozinsen.

            Und die Wallstreet-Kredite für die Staatsverschuldung orientieren sich ebensowenig an dem EZB-Leitzins.

            Oder haben Sie schon eine Steuersenkung aufgrund der EZB-Politik bemerkt? Die Steuern als Zinseintreibung werden nicht gesenkt – eher noch erhöht.

          • JEIN😑

            Zu kompliziert um hier an der Stelle tiefer einzusteigen. Ich verstehe aber worauf du hinaus willst. Daher kein klares Nein zu deinem Beitrag.✌

  3. Es gibt hierzulande immer mehr Opfer von Verzinsknechtschaftung und Arbeitshetze, wie die typisch finanzkapitalistisch verursachte Krankheit "burn out" zeigt; diese wird sachgerecht auch hierzulande in fremder englischer Sprache benannt. Viele weitere geistige und seelische Erkrankungen nehmen wegen vielerlei aufgezwungener Entfremdungen und Entwurzelungen zu, die u.a. das Betriebsklima und die jeweilige bodenständige und volksseelisch artgerechte Kultur des Arbeitens und Wirtschaftens schädigen.

    Bodenständig und artgereicht sind im deutschen Kulturraum die Allmende-Wirtschaft sowie die Zusammenarbeit von Unternehmen in Gestalt von Zünften, Gilden und der Hanse, wobei – anstelle vielerseits ruinösen Konkurrenzkapfes – die Interessen von betrieblicher Rentabilität, Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden abgewogen werden.

    Wer sich bisher der Hetze hochfinanzfaschistisch dominierter westlicher Massenmedien etwa gegen Recep Erdogan aufgesessen ist, wird angesichts der ausufernden Arbeitsüberforderung die große Begeisterung der Türken für ihn verstehen. Mit seiner öffentlichen Kritik an der aufgedrängten Zinsknechtschaft hat Erdogan aufs Herz der Blutsaugerbestien gezielt; die Absetzung oder Verhaftung vieler prowestlicher Agitateure in Militär, Verwaltung, Presse und Wirtschaft dient der Befreiung der großen Mehrheit der produktiv arbeitenden türkischen Bürger von Ausbeutung. Viele Arbeits- und Besinnungspausen für mohammedanische Gebete sind bei all ihrer orientalischen Absonderlichkeit nachvollziebar besser als gar keine Pausen und gar keine Besinnung.

    Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Europa und Orient zwecks gemeinsamer Fortdrängung der US-Wirtschafts-Tyrannen wird die Humanität auf Erden fördern und ohne die vielfach von US-Intrigen verursachte massenhafte Bevölkerungsvermischerei erfolgreicher sein.

    • Die M-Medien haben aber 15 Jahre bei Erdogan nicht gehetzt, sondern haben ihn doch hochgeschrieben! Erdogan bekommt erst seit 2 Jahren medialen Gegenwind!

      Und Erdogan hetzt doch selbst seine Landsleute gegeneinander auf, hierzulande und in der Türkei. Wer nicht bei 3 auf dem Baum ist, wird als Terrorist bezeichnet, von einem der selbst nachweislich Terrororganisationen wie den IS unterstützt hat. Und die Hetze Erdogans gegen Deutschland und Europa schon vergessen?

      Ihr Beitrag wäre ohne die Nennung von Erdogan sonst sehr gut gewesen, schade!

    • 😊👍

      Die Realwirtschaft macht das Buntpapier erst werthaltig. Und je mehr die davon Drucken um so schneller muss unten dafür gerödelt werden.

      Tja die einen haben Zugang zum "Kapital" die andern zum Arbeitsmarkt.😆

  4. Das Arme immer ärmer und Reiche immer reicher werden, ist bei der Geldpolitik kein Wunder.

    Übrigens, werden nicht nur die Armen – nein, auch die so genannte Mittelschicht immer ärmer. Oder warum müssen viele Bürger um über die Runde zu kommen – Zweitjobs annehmen ?! 

    Auch ärgert mich es besonders, das viele unserer Rentner und besonders RENTNERINNEN von Altersarmut betroffen sind und sich ihr ESSEN in Tafeln besorgen müssen damit sie nicht verhungern!!!!

    Es ist einfach unwürdig wie mit unseren älteren Herrschaften umgegangen wird!!!!

    Deswegen brauchen wir ein Rentensystem wie beispielsweise – Holland, Österreich,Schweiz oder die skandinavischen Länder es haben. 

    Es ist ein Unding, das viele Bürger vor Alterarmut Angst haben müssen!!!

    20 Milliarden und mehr  ( jährlich ) sind für Merkels Gäste da – aber kein Geld um unsere alten Menschen eine Menschenwürdige Rente zuzahlen – oder Pensionen wie Beamte bekommen?! 

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