Coca-Cola beeinflusst Gesundheitspolitik

Jeder weiß, dass Cola-Getränke und andere Softdrinks der Gesundheit nicht gerade zuträglich sind. Nun zeigen E-Mails, dass der Coca-Cola-Konzern versuchte, Gesundheitsrichtlinien für kommerzielle Gewinne zu steuern.

Von Marco Maier

Große Konzerne haben genügend Geld für Lobby-Abteilungen, die Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen. Auch der US-Konzern Coca-Cola gilt diesbezüglich nicht als Unschuldslamm. E-Mails, die im Jahr 2015 verfasst und im Zuge einer Anfrage im Zuge der Informationsfreiheit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, zeigen nun, dass das Unternehmen auch Einfluss auf die Gesundheitspolitik nahm (bzw. wohl immer noch nimmt).

"Die E-Mails entlarven ein bewusstes und koordiniertes Vorgehen, wie wissenschaftliche Belege sowie Expertenmeinungen zu Gesundheit und Ernährung zu beeinflussen sind", sagt Hauptautor Gary Sacks, Senior Research Fellow am Global Obesity Centre der Deakin School of Health and Social Development. "Die Taktiken, die in dieser Kommunikation zwischen einem ehemaligen Vizepräsidenten der Global Scientific and Regulatory Affairs und einem ehemaligen Senior Vizepräsidenten bei Coca-Cola verwendet wurden, stellen eine erhebliche Gefahr für internationale Bestrebungen dar, wichtige Gesundheitsprobleme wie Adipositas zu bewältigen", so Sacks laut dem "Standard".

Den Auswertungen der Mails zufolge wurden Taktiken verwendet, die auch Hersteller von Tabak- und Alkoholprodukten nutzen, um die Gesetzgebung zu beeinflussen. Unter anderem durch direkt beauftragte Studien (mit gewünschtem Ergebnis – wer zahlt, bestimmt), aber auch durch Einfluss auf andere Organisationen. Die Infiltration von wissenschaftlichen und medizinischen Institutionen durch eigene Leute, um die Debatten nach eigenem Willen zu lenken und durch den Aufbau von Beziehungen mit politischen Entscheidungsträgern und Meinungsführern.

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3 Kommentare

  1. Wer gegen die chronischen US-Kriege stimmt, muss auch Coca Cola meiden. Und Esso-Benzin. Wirtschaft hat oft mehr Gewicht als Regierungen und Parlamente.

  2. In den 20er Jahren war Cola noch mit Kokain versetzt davon kommt ja auch der Name Koks-Cola. Man hat damals die Geschäftszweige Zucker-Koks getrennt weil Zucker billiger war, ausserdem hatte man keine Ahnung wie Kokain auf den normalen Bürger wirkt. Es lebe die Forschung !

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