Taxifahrern und Gastronomen drohen umfangreiche Überprüfungen durch die deutschen Steuerbehörden. Dem Staat entgingen durch Steuerhinterziehung in dem Bereich jährlich mehrere Milliarden Euro.

Von Redaktion

Mit verstärktem Einsatz von Fahndern und neuen gesetzlichen Vorschriften wollen Bund und Länder die Steuerhinterziehung in sogenannten bargeldintensiven Branchen wie der Gastronomie oder dem Taxigewerbe eindämmen. "Die heute bestehenden Möglichkeiten zur Manipulation von Buchführungs- und Kassendaten stellen ein ernst zu nehmendes Problem für den gleichmäßigen Steuervollzug dar", heißt es laut eines Berichts der "Welt am Sonntag" im Bundesfinanzministerium.

Derzeit würden Gespräche mit den Ländern über ein gemeinsames Vorgehen laufen. Ziel sei es, die Pflicht, Registrierkassen mit zertifizierten Sicherheitseinrichtungen auszurüsten, "auf weitere kassenähnliche Geräte wie zum Beispiel Taxameter und Wegstreckenzähler auszudehnen", sagte ein Sprecher des Ministeriums der Zeitung. Einige Bundesländer wie das Saarland drängen die Bundesregierung, das Tempo im Kampf gegen die Steuerbetrüger schnell zu erhöhen. "Nächster wichtiger Schritt muss die Einführung manipulationssicherer Taxameter sein", sagte der saarländische Finanzminister Stephan Toscani (CDU) der Sonntagszeitung.

"Wir wissen, dass die Betrugsanfälligkeit in bargeldintensiven Bereichen wie dem Taxigewerbe vorhanden ist." Es gehe bei dieser Form des Steuerbetrugs um große Summen, so Toscani. "Es gibt Schätzungen, wonach dem Fiskus bundesweit rund zehn Milliarden Euro pro Jahr an Einnahmen entgehen, weil in bargeldintensiven Branchen schwarze Schafe durch Manipulation von Kassen Steuern hinterziehen." Allein dem Saarland entgingen dadurch pro Jahr bis zu 60 Millionen Euro.

"Daher haben unsere Steuerfahnder gezielt in diese Richtung ermittelt und schließlich ein Netzwerk aufgedeckt, das von den Gastronomen bis hin zu den Vertreibern der Registrierkassen, die eine Software zum Steuerbetrug gleich mitliefern, reicht", sagte Toscani. "Wir kennen nun in einigen Fällen die Hintermänner und wissen, wie dieses System des organisierten Steuerbetrugs funktioniert." Seither wurde der Fahndungsdruck nicht nur im Saarland erheblich verstärkt. Mehrere Wirte sowie Programmierer sogenannter Schummelsoftware und Komplizen, die die Kassensysteme vertreiben, wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe verurteilt.

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Dadurch, dass nach Geständnissen von Wirten erstmals ein Programmierer von Schummelsoftware ins Netz gegangen sei, "habe man inzwischen Zugriff auf umfangreiche Kundenlisten", sagte Oberstaatsanwalt Christoph Rebmann in Saarbrücken. "Wir konnten daher die Ermittlungen deutlich ausweiten und sind damit noch lange nicht zu Ende." Der Programmierer habe Kunden weit außerhalb des Saarlands mit seiner Software beliefert. "Es wird in ganz Südwestdeutschland noch einige Gastwirte geben, die konkreten Anlass haben zu zittern", so Rebmann.

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10 thoughts on “„Bargeldwirtschaft“ – Deutsche Steuerbehörden planen Großangriff auf Gastronomen und Taxifahrer”

  1. Ja, die Steuereinnahmen. Da kennt unser Staat kein Pardon. Es wäre aber wünschenswert, das dieser Staat auch die selbe Phantasie entwickel, wenn es um die Steuerverwendung geht. Bestes Beispiel ist natürlich wieder einmal der Berliner Flughafen. Die Kosten haben sich verdreifacht und eine Eröffnung steht noch in den Sternen. Es gibt sogar Stimmen die sagen, es wäre günstiger, den ganzen Saustall wieder abzureissen. Aber wir irgendjemand zur Rechenschaft gezogen? Sitzt womöglich einer im Knast oder erhält eine andere Strafe. Nichts, null. Aber wenn ein Taxifahrer mal ein paar Euro nicht versteuert, wird die grosse Kelle rausgeholt.

    Oder wie wäre es mit der Bundeswehr. Jedes Jahr werden über 35 Mrd. in diesen Laden gesteckt und trotzdem finden wir nur einen Schrottplatz vor. Wer zahlt dafür die Zeche. Natürlich niemand.

    Geht es gegen die " kleinen" Leute, lässt der Staat seine Muskeln spielen. Untereinander hackt die eine Krähe der anderen aber kein Auge aus.

    Nach der Wahl werden wir alle unser blaues Wunder erleben. Dieser Staat wird uns aussaugen, bis zum letzten Tropfen.

    1. Steuerpflicht ist Steuerpflicht und wer sich nicht daran hält, muß eben mit Sanktionen rechnen. Es gehört allerdings auch zu den Pflichten der Landeshaushälter und dem Bund, Steuermittel sorgsam einzusetzen und wer hier das Geld sinnlos verplempert müßte ebenso bestraft werden wie die Bürger, denn diese Gelder sind für die Infrastruktur und das Allgemeinwohl gedacht und nicht für Vorgänge, die erkennbar abseits von Gut und Böse liegen. Auch Dummheit schützt nicht vor Strafe. denn wer sich nicht an die Gesetzgebung hält, hat ebenfalls die Konsequenzen zu tragen.

      1. @AchimWas für eine "Pflicht"?

        In einem besetzten Land, geführt von einer rechtswidrigen NGO (siehe Aussagen: Gabriel, Waigel, Gysi, Schäuble), "gewählt" durch ein rechtswidriges Wahlgesetz (siehe BVerfG) und ständigen Wahlbetrug (siehe Medien)! Seit wann muß man an eine Firma (siehe UPIK  D-U-N-S) steuern zahlen und das auch noch mehrfach? Das "Gesetz" müssen sie mir unbedingt mal zeigen!

         

         

  2. Man kann als Einzelbürger  strafbare Handlungen durch Steuerhinterziehung in geringem Umfang begehen, als Regierung durch verschwenderische Ausgabe öffentlicher Mittel  -über Sicht in Billionenhöhe- zur Erreichung sehr krimineller Beweggründe, nämlich zur Erreichung des Genozids der weißen, intelligenten , europäischen Rasse für die elitäre Landsmannschaft.Jeder kann sich "mittelschwere" Gedanken darüber machen, was in der Parallelbewertung  des Bürgers wohl ungleich schwerer wiegt.

  3. Der Staat ist heute ein Räuber.

    Der Staat verwendet die erzwungenen Einnahmen zur Bereicherung seiner Seilschaften , zur Durchsetzung von Ideologie gegen das Volk und für Angriffskriege.

  4. Daran ist zu erkennen, in welchem Sumpf die deutsche Regierung steckt. Wenn eine nationale Regierung an das Geld seiner Kleingewerbler in dieser Form ran geht, dann ist es schlecht um sie bestellt. Und das ist gewiss erst der Anfang. Als würden nicht schon genügend Restaurants dicht machen!

    Anstatt die kriminellen – vor allem ausländischen – Mafia-Gewerbler handhabend zu werden, straft die Regierung gleich alle anständigen Gewerbler mit und schädigt damit das Gesamtgewerbe. Zum Teufel mit dieser Regierung, die absolut keine einzige richtige Entscheidung – im Sinne der Bevölkerung – trifft.

    1. Man darf sich auch nicht mehr wundern, wenn sogar in deutschen Ministerien Vertreter der Banken und Großindustrie Steuergesetze formulieren. Wann wird endlich begriffen, dass wir im totalen Würgegriff von Bankstern und einem Großkonzerne-Oligopol sind?! Die deutsche Regierung hat das Regieren an die Wirtschaft delegiert. Das alles ist mit Verrat am  Staat und Volke nur sehr, sehr milde ausgedrückt!

  5. Man hat die Schwarzarbeiter vergessen, nur an denen kommt man nicht so leicht ran. Gerade Kleingewerbler stehen ständig vor den Untergang und werden ausgepresst bis zum geht nicht mehr. Was bitte soll ich mit einen Kunden machen der das Geld nicht hat um irgendetwas zu sanieren und man braucht den Auftrag. Die Folge ist man macht es eben ohne Rechnung und ist 30 bis 40 % billiger. Wer an diesen Zuständen Schuld ist brauchen wir nicht lange zu überlegen.

  6. Wenn man sämtliche Großkonzerne, besonders angoamerikanischer, hollänsicher und schwedischer Herkunft nahezu steuerfrei davonkommen lässt, muß man halt bei den letzten Mohikanern zuschlagen, dass die Balken krachen. Geht dem reichsten Land der Welt und dem Exportweltmeister von 2016 die Kohle aus? Scheint wohl so! Welch wirklich arme Geister doch hier herrschen….

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