Wirtschaftsministerium sieht Probleme in Sachen Einkommensschere

Die Lohnungleichheit in Deutschland ist nach wie vor ein Problem, die Einkommensschere geht weiter auf. Im Wahlkampf beklagt man nun all dies, was man mitverursacht hat.

Von Redaktion

Das Bundeswirtschaftsministerium warnt vor einer immer größeren Lohn-Schere in Deutschland. Die Lohnungleichheit verharre auf einem historisch hohen Niveau, heißt es in einem internen Faktenblatt des Ministeriums. Doch gerade die seit vielen Jahren regierende Große Koalition hätte dieses Problem in dieser Zeit längst schon angehen können – hätte man dies wirklich tun wollen.

Das Papier macht deutlich, dass das Ministerium trotz zuletzt wieder steigender Reallöhne noch keine Entwarnung sieht. "Deutschland hat (nach wie vor) ein Lohnproblem", heißt es in dem Papier weiter. Vor allem die Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen hätten vom Wirtschaftswachstum zu lange nicht profitiert. "Im Jahr 2015 waren die realen Bruttolöhne der unteren 40 Prozent zum Teil deutlich niedriger als 1995", moniert das Papier.

Ein großer Teil der Bevölkerung hat damit heute weniger Kaufkraft als vor 20 Jahren. Dagegen hätten die oberen 60 Prozent teils ausgeprägte Zuwächse verbucht, heißt es weiter. "Die Schere bei den Löhnen ging also deutlich auseinander", stellen die Experten des Ministeriums fest. Zwar seien die Reallöhne seit 2013 in Deutschland mit einem Plus von 1,8 Prozent wieder deutlich gestiegen. Doch bestehe "weiterhin Nachholbedarf für Lohnsteigerungen". Immerhin stiegen beispielsweise die Unternehmens- und Vermögenseinkommen (inkl. jener der Klein- und Kleinstunternehmen) von 1991 bis 2014 um ca. 187 Prozent, die Arbeitnehmerentgelte jedoch lediglich um ca. 173 Prozent.

Damit schaltet sich auch das Wirtschaftsministerium von Brigitte Zypries (SPD) in den Wahlkampf und die Debatte um eine gerechtere Einkommensverteilung ein und fordert ein Umdenken. Das bedeute, dass ein Großteil "unserer Bevölkerung nicht mehr voran kommt", sagte Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig der "Süddeutschen Zeitung": "Den Kindern geht es auf einmal schlechter als ihren Eltern. Das ist nicht gerecht und ein Stachel im Zusammenhalt Deutschlands."

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Bedenkt man, dass die SPD damals zusammen mit den Grünen "Hartz IV" einführte und Arbeitsmarktliberalisierungen durchführte, die zu mehr Druck auf die Arbeitnehmer führten, ist das schon ein starkes Stück. Vor allem auch deshalb, weil die Sozialdemokraten von 1998 bis 2005 den Kanzler stellten, sowie von 2005 bis 2008, sowie seit 2013 Juniorpartner der Union waren bzw. sind, und somit auch Einfluss auf die Regierungspolitik nehmen konnten.

Die Ministeriums-Führung fordert ein Umdenken: "Spielräume für bessere Löhne sind vorhanden. Sie sollten genutzt werden", sagt Machnig. "Untere Einkommen müssen entlastet werden. Für Frauen muss endlich das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit durchgesetzt werden. Zu vielen Menschen in unserem wohlhabenden Land geht es noch nicht so gut, wie es ihnen gehen sollte." Doch davon auszugehen, dass eine SPD-geführte Bundesregierung etwas an den herrschenden Zuständen ändert, ist (siehe Schröder) wohl reines Wunschdenken.

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7 Kommentare

  1. Hier zeigt sich wieder einmal,dass die SPD nicht in der Lage ist zu realisieren,dass sie für dieses Dilemma mit in der Verantwortung ist.

    Haben die Damen und Herren von der SPD schon vergessen,dass sie seit 1998 mit an der Regierung sind .

    Entweder mit den Grünen oder mit der CDU.

    Habt ihr das schon vergessen,werte Genossen?

    Auch nach dem Sept.wird es mit den Genossen ein  —— ein weiter so ——-

    geben.Entweder als Regierungspartei ( was eher unwahrscheinlich ist ) oder wieder als Juniorpartner der CDU.

    Wer einmal am Futtertrog Platz genommen hat,möchte diesen auch nicht wieder verlieren und wenn man sich dafür auch wieder klein und bucklig machen muss.

     

  2. Es ist eine Schande für diese Regierung, wenn Menschen, die täglich ihrer Arbeit nachgehen zum Schluß dann noch zum Jobcenter müssen, damit sie und ihre Familien einigermaßen über die Runden kommen. Unsere "Neubürger" dagegen liegen größtenteils auf der faulen Haut, machen Kinder, die uns übervölkern und fahren dann noch zum "Urlaub" in ihre Heimatländer, Wo leben wir eigentlich, das ist doch Irrsinn hoch 10. Es kann einen wirklich wundern, wenn dann noch Leute zu Wahlveranstaltungen mit unseren Politikern gehen. Da kann doch nichts dabei heraus kommen.

  3. Da wäre noch nachzutragen, in Leipzig gab es seit Dezember 2016 ein Beschäftigungsprojekt für "Neubürger", dass aber zwischenzeitlich wegen fehlender Teilnahme abgebrochen wurde bzw. wegen Faulheit der Teilbehmer. Das Geld gibt es doch auch ohne Arbeit im Gegensatz zu unserer Bevölkerung, die muss fleißig schaffen und unsere Politiker und Migranten "ernähren".

  4. Wau das hat aber lange gedauert bis man die Realität erkannt hatt. Jaja die Wahl kommt. Nachtigal ich hör dir trapsen. Ihr verarscht mich nicht mehr so wie damals Ende der 70ger Jahren. Boa 10 % Lohnerhöhung für alle und was ist daraus geworden wir Deppen haben noch gejubelt. Dummerweise wurden die Steuern gleich mit erhöht man muss ja den Wohlstand sichern und keiner hatts gemerkt……….

  5. Seit Jahren jedes Jahr das gleiche – man tut erstaunt, als wenn man es nicht wüßte !

    Der jährliche Armuts- und Reichtumsbericht wird nicht umsonst geschönt, umgeschrieben und Passagen gestrichen die die Wahrheit offen legen würde.

  6. Seltsam..das unseren Selbstbereicherern stets vor Wahlen einfällt..das es noch ''weniger verdienende'' Menschen gibt.

     

    Die Politik ist wie ein Kuhstall,

    man steigt von einer Scheiße in die andere.

    Graffito

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