Wegen neuen Sanktionen: Teheran warnt Trump mit Wiederaufnahme des Atomprogramms

Die zunehmend feindselige Haltung der US-Politik gegenüber dem Iran und die neuen Sanktionen stoßen in Teheran sauer auf. Nun droht man mit der Wiederaufnahme des Atomprogramms "binnen Stunden".

Von Marco Maier

In seiner ersten Rede an das iranische Parlament, nachdem er für eine zweite Amtszeit vereidigt wurde, sprach Irans Präsident Hassan Rouhani eine direkte Warnung an Washington aus. Denn, so der Staatschef, wenn die Amerikaner weiterhin ungerechtfertigt das Land sanktionieren würden, obwohl es die Abmachungen einhalte, werde man das 2015 mit Präsident Obama unterzeichnete Atomabkommen aufkündigen.

"Jene die versuchen zur Sprache der Drohungen und Sanktionen zurückzukehren, sind Gefangene ihrer früheren Wahnvorstellungen", sagte Rouhani in seiner Rede. "Wenn sie zu dieser Erfahrung zurückkehren wollen, werden wir definitiv in einer kurzen Zeit – nicht in Wochen oder Monaten, aber in Stunden oder Tagen – viel stärker zu unserer vorherigen [Anm.: nuklearen] Situation zurückkehren."

Rouhani betonte auch, dass der Iran es bevorzugt, den Nukleardeal einzuhalten, welches er "ein Modell des Sieges von Frieden und Diplomatie über Krieg und Unilateralismus" nannte. Denn auch wenn einige Scharfmacher unter den Konservativen im Iran wie in den USA durchaus mit einem Krieg zwischen den beiden Ländern leben könnten, so gibt es beiderseits durchaus auch genügend vernünftige Stimmen.

Die jüngsten Sanktionen der USA erfolgten nach einem Test einer neuen ballistischen Rakete, obwohl das ballistische Raketenprogramm nicht Teil des Nuklearabkommens mit dem Iran ist. Offenbar muss es der Iran so machen wie die USA: Raketen nicht einfach nur zu testen, sondern gleich zu Tausenden auf andere Länder abfeuern und dabei unzählige Menschen töten.

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Rouhani warnte die US-Führung, dass ein wieder aufgenommenes Nuklearprogramm "sehr viel fortgeschrittener" sein werde als jenes, welches im Zuge des Abkommens aufgegeben wurde. Weiters betonte der iranische Präsident, dass Trump ein unvertrauenswürdiger Partner sei – nicht nur für den Iran, sondern auch für die US-Alliierten. Rouhani sagte, dass "in wenigen Monaten die Welt Zeuge dessen wird, dass die USA zusätzlich zu deren konstanten und wiederholten Brechung von Versprechen beim Nukleardeal, einige andere globale Übereinkommen ignoriert hat und den eigenen Alliierten zeigt, dass die Vereinigten Staaten weder ein guter Partner noch eine vertrauenswürdige Verhandlungspartei sind". Dabei spielte er auf das Pariser Klimaabkommen und die internationalen Freihandelsabkommen (TPP, TTIP) an.

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7 Kommentare

  1. und wenn man sich die situationen die die amis hinterlassen haben anschaut, muß man denen unterstellen einen dritten weltkrieg vorzubereiten.wie blööd sind die.soviel scheisse sollte man doch nicht im hirn haben können.

  2. An Traump-bitte trenne dich ENDLICH politisch gesehen von deiner Tochter und dem unseligen Kushner.

    An Marco Maier: was und wer ist der Kushner -ein J……….?????

     

    Na sowas!

  3. Wer keine Atombomben bereit hält, wird nicht ernst genommen. Also ist es richtig, dass sich der Iran ebenso solche Waffen zulegt wie es seine Feinde, die USA und Israel, tun.

    Die mohammedanische Kultur, deren humaner Wesenskern das Zinsverbot ist, kann sich leider nicht anders vor den westlichen Ausländerfeinden schützen. Diese haben in jüngster Zeit bereits Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien in arbeitshetzerische und ausbeuterische Zinsknechtschaft gestürzt, wie es GB und die USA mittels ihrer beiden Weltkriege auch mit Europa und dem Osmanischen Reich getan haben. Die Plünderer beschuldigen die Geplünderten, solange die Geplünderten nicht atomar bewaffnet sind.

  4. Alle Völker, die als solche überleben wollen, habe im Iran ein Vorbild an gemeinschaftlicher Eigenständigkeit, die sich mutig verteidigt.

    Schon der marxistische Schriftsteller und Theaterregisseur Berthold Brecht hat in seinem Doppel-Theaterstück "Der Jasager / Der Neinsager" aufgezeigt, dass man nicht jeden offenkundig menschenfeindlichen Unsinn mitmachen muss. Je öfter jemand ein "Nein!" zur Hochfinanz sagt, wie etwa Gerhard Schröder zum US-Angriffskrieg auf den Irank, desto souveräner werden alle Völker.

    Niemand muss Ami-Cola-Brühe saufen und auch nicht die von deren Hersteller einverleibten Bio- und sonstigen Gesöffe. Die Supermärkte, Kioske und Gastwirte werden sich an geänderten Kundengeschmack gewöhnen.

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