In den letzten Jahren kauften die wichtigsten Zentralbanken der Welt immer mehr Staatsanleihen auf – und ein Ende ist nicht in Sicht. Das kann auf Dauer nicht gutgehen.

Von Marco Maier

Noch im Jahr 2000 hatten die Fed, die EZB, die PBOC, die BoJ, die BoE und die SNB – also die Zentralbanken der USA, der Eurozone, der VR China, Japans, des Vereinigten Königreichs und der Schweiz – zusammen "nur" rund drei Billionen Dollar in Staatsanleihen gesteckt. Heute sind es bereits rund 18 Billionen Dollar – was etwa 40 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts dieser Volkswirtschaften entspricht. Dies zeigt die unten stehende Grafik auch anschaulich auf:

Bedenkt man, dass sich diese Quote innerhalb von nur rund acht Jahren verdoppelt hat, kann man sich ausrechnen, was der bisherige Kurs mit sich bringen wird: Bis zum Jahr 2035 könnten die Zenntralbanken – zumindest in der Theorie – bereits faktisch alle Staatsanleihen ihrer Länder aufgekauft haben.

Diese Entwicklung stimmt bedenklich. Immerhinn gilt die Staatsfinanzierung durch die "Druckerpresse" generell als schlecht, weil dies im Normalfall die Inflation weiter anheizt. Im aktuellen Fall findet die Inflation eben auf den Finanzmärkten statt – von Aktien bis hin zu Immobilien findet man bereits überall mehr und mehr Blasen.

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Die Frage lautet nun: Wann implodiert dieses wie zu erwarten völlig aus den Fugen geratene Finanzsystem, welches ohnehin schon von Beginn an auf Kollaps programmiert wurde?

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5 thoughts on “Wann besitzen die Zentralbanken die ganzen Staatsanleihen?”

  1. Und was passiert, wenn die Zentralbanken alle Staatsanleihen ihrer Länder aufgekauft haben ?

    Dann haben die Völker dieser Länder keine Länder mehr – und wenn sie darin leben wollen, dann müssen sie wohl oder übel Frondienste leisten.

    "Die deutsche BaFin verhängte im Mai 2010 ein temporäres Verbot von Leerkäufen für Staatsanleihen und Aktien, das im März 2011 wieder aufgehoben wurde."

    … eine kleine Im Handumdrehen-Korrektur der Übereifrigen Landbeschützer !

  2. Ich zitiere aus dem Buch "Der Crash kommt" von Max Otte:

    "Eine Quelle, um Geld umlaufen zu lassen, sind zum Beispiel Staatsanleihen.

    Der Staat gibt eine Anleihe heraus, die Notenbank nimmt Teile davon in ihre Bücher und überweist dem Staat das Geld. Der kann es seinem Haushalt zuführen. Im Zweifelsfall ist das Geld nur durch das Versprechen des Staates gedeckt, in Zukunft seine Anleihen zu bedienen. So wird aus Schulden Geld gemacht!"

    So machen sich die Staaten gegenseitig ihr Geld, das natürlich sofort weg ist, wenn es mal eng wird. Also immer brav mit Blankovollmacht (Wahlkreuz) um Zugabe betteln gehen, es wird alles gut.

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