Immer mehr US-Amerikaner leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und sind nicht in der Lage, Geld zu sparen. Wirtschaftliche Erholung? Nicht in den USA.

Von Marco Maier

In den Medien wird man nicht müde zu behaupten, der US-amerikanischen Wirtschaft ginge es ja so gut. Das mag zwar auf diverse Konzerne zutreffen, doch die US-Amerikaner selbst profitieren kaum vom Wirtschaftsleben. Dies zeigen neue Zahlen, die eben erst veröffentlicht wurden.

Demnach leben 78 Prozent der Arbeitnehmer oftmals oder stets von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck – um drei Prozentpunkte mehr als noch im letzten Jahr. Dabei sagten laut einer großangelegten Umfrage von Harris Poll für CareerBuilder 38 Prozent, dass sie manchmal so leben, 17 Prozent sagten sie würden es üblicherweise tun und ganze 23 Prozent müssen immer so leben.

Und: Auch ein höheres Einkommen zu haben, ändert teilweise nichts daran, zumal die Lebenshaltungskosten in manchen Städten exorbitant hoch sind. So sagen selbst neun Prozent der Arbeitnehmer, die über 100.000 Dollar im Jahr verdienen, dass sie von Zahltag zu Zahltag leben und 59 Prozent von ihnen haben Schulden. Im Einkommensbereich von 50.000 bis 99.999 Dollar sind es 28 Prozent und 70 Prozent sind verschuldet. Bei jenen die unter 50.000 Dollar verdienen leben rund 51 Prozent üblicherweise oder immer von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und 73 Prozent von ihnen haben Schulden.

Für jene Amerikaner die nur den Mindestlohn bekommen, ist die Lage noch schlimmer. Ganze 54 Prozent von ihnen sagen, sie haben mehr als einen Job um die Lebenshaltungskosten bestreiten zu können. Und das sind nicht einmal so wenige Menschen.

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Dies zeigt sich auch daran, dass insgesamt 57 Prozent der Haushalte nicht in der Lage sind, 100 Dollar im Monat zu sparen. Ganze 26 Prozent aller Haushalte können nicht einen einzigen Dollar monatlich zurücklegen, immerhin noch 15 Prozent weniger als 50 Dollar. Weitere 16 Prozent zwischen 51 und 100 Dollar. Aber: Immerhin ganze zehn Prozent der US-Haushalte können monatlich über 1.000 Dollar sparen.

Mit ein Grund dafür ist auch die miserable Lohnentwicklung in den USA. Seit dem Höhepunkt des Median-Haushaltseinkommens im Jahr 1999 wurde es nicht besser. Inzwischen verdienen die Haushalte 2,4 Prozent weniger als damals. Doch die Kosten für Essen, Sprit, Bildung, Wohnen und andere Dinge sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Andererseits muss man auch sagen: Viele US-Amerikaner leben deutlich über ihren Verhältnissen in viel zu großen/teuren Wohnungen und leasen sich immer wieder teure Neuwagen. Kosten, die man reduzieren könnte. Und die jüngere Generation leistet sich teure Gimmicks, die sie gar nicht braucht.

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8 thoughts on “USA: Leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck”

  1. Das ist in Deutschland doch ganz genauso!

    Wer von den Normalos kann es sich ohne Dispo schon leisten, einfach mal einen Monat mit der Kohle auszusetzen ?

  2. "Nehmt es den Armen und gebt es den Reichen" -, dann ergeht es Deutschland bald auch so !

    Man spricht von Wachstum, Wachstum und nochmals Wachstum -, aber für wen ? Die Welt versinkt in Armut durch den zügellosen Neoliberalismus. Und alle politisches Freaks steuern noch zum kolossalen Bankrott bei.

  3. Die Rentner, Arbeitslosen, Hartz-IV-Emfänger, Klein- und Mittelverdiener konnten im Gegensatz zu den Amerikanern gewaltige Rücklagen bilden und müssen nicht von der Hand in den Mund leben. Frau Merkel sagt es doch zur Zeit überall mit ihrem retuschierten Gesicht von den Plakaten herab, daß man in Deutschland gut und gerne leben kann, und die muß es ja wissen, wenn sie ihren monatliche Gehaltsüberweisung auf ihrem Kontoauszug überprüft. Von daher hat sie recht und schließlich können andere ja auch Kanzler werden. Ach nein, das geht ja nicht, dafür muß man große Befähigung mitbringen und das kann man ja allseits wahrnehmen und wäre geradezu anmaßend, denn Unfehlbarkeit ist nicht nur für den Papst vorgesehen, da mischen auch andere mit.

    1. Das mit dem retuschierten Gesicht haben sie gut gesagt!

      Es gibt eine nicht zu leugnene Diskrepanz zwischen dem Wahlplakatfoto von M. und ihrer tatsächlichen Mundwinkelvisage.

      Photoshop sollte im Wahlkampf verboten werden!

  4. Kriege ohne Grenzen kosten viel Geld. Die Parasiten profitieren davon. Die produktiv Arbeitenden bezahlen mit Steuern und Inflation. Deshalb haben sie Donald Trump gewählt. Möge er auf der Seite seiner Wähler bleiben und die Hochfinanz heim nach Israel schicken! 

    1. … und nichts dagegen haben, sich einer selbsternannten "legitimen regierung" eines "bundesstaates deutschland", welche den schutz der HLKO abschaffen will zu unterwerfen und nach ihrer pfeife, die noch schlimmer als die zi0nistisch-amerikanische sein wird zu tanzen. 

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