Die neue US-Immobilienblase ist vor allem regional begrenzt. Doch wenn sie platzt, dann gibt es dennoch einen großen Knall.

Von Marco Maier

Trotz der 2007/2008 geplatzten Immobilienblase in den USA, die auch zu einer globalen Wirtschafts- und Finanzkrise führte, gibt es bei den "Investoren" (zumeist ohnehin nur Spekulanten) keinen Lerneffekt. Denn in vielen US-Städten explodieren die Immobilienpreise wieder – und zwar auf ein Nivea, dass sich Normalsterbliche dort faktisch kein Heim mehr kaufen können.

Mark Hanson hat die Problematik aufgezeigt. Denn während die US-Wirtschaft selbst sogar nach offiziellen Zahlen nur sehr schwach wuchs (nach realen Zahlen sogar weiterhin schrumpfte), schossen die Immobilienpreise in vielen Regionen der USA regelrecht wieder in die Höhe. Vor allem das billige Zentralbankgeld verleitet die Finanzindustrie (aber auch Privatpersonen) quasi dazu, trotz der exorbitant hohen Preise noch Immobilien zu kaufen.

Denn wenn man sich die Zahlen einmal ansieht, bemerkt man: Auf nationaler Ebene sieht es ja eigentlich gar nicht so schlecht aus. Denn um sich ein Haus (Median-Preis) kaufen zu können, müsste das durchschnittliche Haushaltseinkommen um nur sechs Prozent steigen. Aber: In Städten wie San Diego oder New York müsste das Einkommen schon auf etwa das Doppelte (+95 Prozent) steigen, in San Francisco (+107 Prozent) und Los Angeles (+122 Prozent) sogar noch mehr.

Dass dies nicht mehr lange gutgehen kann, ist offensichtlich. Die Frage ist nicht, ob diese Blase platzt, sondern vielmehr nur noch wann sie es tut.

9 COMMENTS

  1. Immobilienblasen sind der Nebeneffekt verbrecherischer Spekulation im kapitalistischen System.

    Bei geordneten Verhältnissen ist eine Immobilienblase praktisch unmöglich, da jeder Bürger sein Haus aus seiner Arbeit selber abzahlt. Und dies kann er aus folgenden Gründen:

    1. Sein Kredit kommt von der Zentralbank zinsfrei.

    2. Das Bauland bekommt er vom Staat kostenlos.

    3. Sein Einkommen ist hoch genug, um das Baumaterial und die Arbeiter für den Hausbau in kurzer Zeit abzahlen zu können.

    Im kapitalistischen System verhält es sich hingegen genau anders herum – die Zinsen sind Wucher, das Bauland durch Spekulantentum irrsinnig hoch und sein Einkommen ist ein besserer Sklavenlohn.

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    Immoblienblasen sind folglich Politikversagen. Der Staat übernimmt nicht mehr seine ordnende Aufgabe, sondern läßt dem verbrecherischem Spiel der Kapitalisten, Zinswucherern und Spekulanten freien Lauf – Kapitalismus im Endstadium.

    Kapitalismus ist durch und durch destruktiv und gesellschafts-zerstörend.

    • Es verhält sich mit dem Kapitalismus und allen anderen Systemen, wie auch sonst im Leben mit allem gleich : Die Dosis macht das Gift ! Exzesse liebt das Leben nicht, es sind "Überhangmandate" die jegliche Ordnung aus dem Gleichgewicht bringen. Die Ordnung des Lebens beinhaltet : von allem ein bisschen, von nichts zuviel ! – es ist der Menschheit schwerste Aufgabe die Dinge im Gleichgewicht zu halten. Wenn dir ein Extremer also sagt Du seist mittelmäßig, dann bedeutet dies : Du hast es drauf und er nicht !

    • Richard 

      Sowas ähnliches wie die Aufführung Ihrer 3 Punkte gab es schon mal.

      Zu Hitlers Zeiten wurde das erfolgreich praktiziert und einige andere Sozialen Errungenschaften dazu. Deshalb auch der Wirtschaftliche Aufschwung unter Hitler.

  2. Die USA wurde schon als Blase gegründet mit Mord Totschlag und Massenmord . Irgendwann kommt immer die Rache für sein verbrecherisches Tun.

  3. naja, in der Rechnung werden die Medianhauspreise in den entsprechenden Städten ins Verhältnis gesetzt zum durchschnittlichen, landesweiten Haushaltseinkommen. Korrekterweise hätte man aber das Haushaltseinkommen in diesen Städten nehmen müssen. In San Francisco etwa liegt das Haushaltseinkommen fast 60% über dem Landesdurchschnitt. Und dass die Immobilienpreise in Großstädten höher liegen als im Landesdurchschnitt ist ebenfalls kein Kennzeichen einer Blase, sondern weltweit überall so, weil Bauland in Städten knapper ist als auf dem flachen Land. Entsprechend lagen die Hauspreise in New York oder Chicago seit jeher über dem Durchschnitt.

  4. Müssen die deutschen und österreichischen Landesbanken wieder dafür bezahlen? Was hat die "deutsche" Führung dieses Mal für sein Sklavenvolk "ausgehandelt"?

  5. Der Haupttreiber der neuen Immo-Blase ist die FED, und zwar nicht nur, weil sie Investoren billiges Geld nachwirft, welches danach u.a. in diesem Segment landet. Weitaus grösser ist der Effekt, der durch direktes Eingreifen erzielt wurde: die FED griff mit vielen, vielen Milliarden direkt ein in den Immobilienmarkt, indem sie den Banken toxische Papiere abkaufte, angeblich, um diese von ihren faulen Krediten zu befreien. Als "Nebeneffekt" ist die FED, soweit ich weiss, die grösste Immobilienbesitzerin der USA, wenn nicht der Welt geworden. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die FED (als Privatbank) das Geld dazu selber erzeugen konnte… Weil sie immer weiter kaufte und auch immer weitere Käufe ankündigte (QE 1,2 und 3), kam das Vertrauen der Anleger zurück und so stiegen auch die Preise wieder, erst dieser Vorgang hat dann dazu geführt, dass auch andere Investoren wieder einstiegen.

    Der Moment, wie die FED verlautbaren lässt, dass sie diese Papiere wieder abstossen will, ist der Moment, in welchem die Geld-Eliten dazu bereit sind, das System zum Einsturz zu bringen. US-Analysten zufolge soll es jetzt soweit sein…

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