Trumps Afghanistan-Politik: Neocons im Freudentaumel

Die Neocons in den USA freuen sich über Trumps Entscheidung in Sachen Afghanistan. Selbst dessen Erzfeinde loben ihn.

Von Marco Maier

Anstatt wie ursprünglich von ihm gefordert die US-Truppen aus Afghanistan abzuziehen, will Präsident Trump noch mehr Soldaten in das Land entsenden – und den Kriegseinsatz gegen die diversen islamistischen Gruppen – wie die Taliban, die Al-Kaida oder den "Islamischen Staat" – massiv ausdehnen.

Nach sechzehn Jahren erfolglosem "Krieg gegen den Terror" (der nur noch mehr "Terroristen" aus den Opfern der Militärschläge produzierte), soll das bisherige Konzept einfach ausgeweitet werden. Vielleicht ist die "Opioid-Krise" in den USA noch nicht groß genug und womöglich brauchen CIA & Co einfach noch mehr Opium bzw. Heroin für ihre Schattenbudgets.

Irgendwie erinnert das ein wenig an das EZB-Konzept der Geldschwemme, wo man ebenfalls feststellen musste, dass dies zwar eigentlich völlig sinnlos ist und anstatt der Belebung der Realwirtschaft ja auch nur neue Blasen an den Finanzmärkten mit sich bringt. Ein Konzept also, welches zwar an Idiotie kaum zu überbieten ist, aber politisch gewollt ist. Ganz nach dem Motto: Wenn viel Geld bzw. viele Bomben und Soldaten nichts bringen, muss man eben noch mehr davon einsetzen. Klingt seltsam, ist aber so.

Die Neocons in der US-Politik jedenfalls führen schon Freudentänze auf. Senator Lindsey Graham, neben John McCain einer der schärfsten Trump-Kritiker innerhalb der republikanischen Partei sagte gegenüber "Fox News": "Ich bin stolz. Ich bin erleichtert." Und weiter: "Ich bin stolz auf den Fakt, dass Präsident Trump eine Entscheidung für die nationale Sicherheit und keine politische Entscheidung getroffen hat. Ich bin stolz auf den Fakt, dass er auf die Generäle hörte und ich bin am meisten stolz auf den Fakt, dass er den Willen zeigte, gegen den radikalen Islam aufzustehen". Er bezeichnete die Rede des Präsidenten zudem als "inspirierend" und versicherte ihm, dass "viele Leute im Kongress hinter dem Präsidenten stehen werden".

Lesen Sie auch:  USA: 'Auftrag erledigt' in Afghanistan ... und andere Fantasien

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Auch McCain zeigte sich erfreut darüber, dass Trump eine gute Entscheidung getroffen habe, während Amtsvorgänger Obama eine "fehlgeschlagene Strategie" verfolgt habe. Selbst Trump-Widersacher Marco Rubio fand Lob für die neue Afghanistan-Strategie. Weiteres Lob fanden viele neokonservative Autoren und Denker.

Kritik kommt hingegen vor allem aus der Ecke der Nicht-Interventionisten, wie zum Beispiel dem libertären US-Politiker Ron Paul und dessen Sohn Rand Paul. Letzterer sagte: "Ich stimme absolut nicht mit den Taten des Präsidenten hier überein". Er kritisierte die Kosten für das Militär und die Steuerzahler, die diese Expansion bezahlen müssen. Sein Vater Ron wies auf das große Lob der Neocons hin und warnte, dass sich nun Trumps Neocon-Natur zeige.

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12 Kommentare

  1. Bei den täglich neuen Meldungen, sollte man den Überblick nicht verlieren.

    Man sieht doch wie leicht ein amerikanischer Präsident zu jeder Zeit mit außenpolitischer Kraftmeierei von sich selbst und von innenpolitischen Problemen ablenken kann.

    Trump weiß das und spielt meiner Meinung nach mit der Presse. Er kann seine Äußerung zu Afghanistan jederzeit rückgängig machen. Außerdem weiß man keine Details über die neue Mobilmachung, sodass ihn niemand festnageln kann.

    Für mich sind dies alles Blendgranaten. Eine konsistente Strategie wird man wegen der verfeindeten Machtblöcke in den USA sowieso nie hinbekommen. Die Frage ist doch: wer blufft am besten? Trump scheint als Spielerfigur das Metier gut zu beherrschen….

  2. Es geht immer um dasselbe bei der Diebesbande, der USrael-Oberclique, nämlich um das Ausplündern eines Staatsgebietes bzgl. der vorhandenen Rohstoffe.

    "US-Präsident Trump habe sich vom korrupten Präsidenten Afghanistans, Ashraf Ghani, überzeugen lassen, dass Afghanistan eines der rohstoffreichsten Länder sei, in dem US-Konzerne riesige Geschäftsmöglichkeiten hätten. Das meldete die «New York Times» bereits am 27. Juli 2017."

    Daran lässt sich auch gut erkennen, wir korrupt der Unterweltgangster Trump ist.

    In Afghanistan locken riesige Rohstofflager
    https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/USA-Im-Norden-Afghanistans-locken-wertvolle-Rohstoffe

     

  3. An seinen Taten ist er zu erkennen, der falsche und grossmaulige Trump, der als Wahlkandidat die kriegerischen US-Interventionen im Ausland stoppen wollte. Nichts dergleichen verfolgt er als US-Präsident auf der politischen Bühne. Wo er hingeht auf der globalen Politbühne, zettelt er weiter brutale Kriege an oder verfolgt bestehende schürend weiter. So auch in Afghanistan. Dabei werden sie es nie kapieren, die irre selbstüberschätzende USrael-Oberclique, dass sie nämlich in Afghanistan keinen Stich machen wird.

    „In Afghanistan werde jede Strategie scheitern, so lange Pakistan verschiedene Taliban-Gruppierungen logistisch und militärisch unterstützt, erklärte vor wenigen Tagen Stephen J. Hadley vom US-Institute of Peace. Und die pakistanischen Militärs würden die Taliban so lange unterstützen, bis Pakistan sicher sei, dass die Regierung in Kabul nicht mit Erzfeind Indien paktiere. Eine Verhandlungslösung müsste die Interessen aller involvierten Staaten berücksichtigen.“

    Mehr US-Truppen für Nato-Krieg in Afghanistan
    https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/USA-Mehr-Truppen-fur-Krieg-der-Nato-in-Afghanistan

    Präsident Trumps gebrochenes Versprechen auf Frieden und Ende der US-Militärinterventionen
    https://deutsch.rt.com/nordamerika/56110-praesident-trumps-gebrochenes-versprechen-auf-frieden/

  4. Russland hat den letzten geschuldeten Betrag aus der Sowjetzeit von 125,2 Millionen Dollar an Bosnien und Herzegowina überwiesen, wie das russische Finanzministerium am Dienstag meldete. Das bedeutet, mit dieser letzten Rate hat Russland ALLE ausländischen Schulden der Sowjetunion in Höhe von 105 Milliarden Dollar beglichen, ohne Hilfe der ehemaligen anderen Sowjetrepubliken wohlgemerkt. Gleichzeitig hat Russland Kredite von 100 Milliarden Dollar, welche Drittweltländer der Sowjetunion schuldeten, abgeschrieben bzw. verziehen. 

    Quelle; Freeman -alles schall und rauch

  5. Während der Osten des Globus immer stärker wird und die einzelnen Länder – von Osteuropa (=Russland) bis weit in die asiatischen Polit- und Wirtschaftsräume hinein – einander immer mehr stützen im Kampf gegen die neokolonialistischen Plünderungszüge und Vernichtungskriege der USA, manövrieren sich die USrael-Oberclique, ihre Entourage und ihre Verbündeten immer mehr in eine globale politische und wirtschaftliche Isolation hinein.

    Verschärfen die USA die Selbstisolierung?
    http://www.goldseiten.de/artikel/344045–Verschaerfen-die-USA-die-Selbstisolierung.html

    „Einmal mehr erscheinen auf dem Zielkatalog der USA kurzfristige Ziele erkennbar zu sein, deren mittel- und langfristige Folgen außer Acht gelassen werden. Fakt ist, dass diese US-Politik den Rest der Welt zwingt, sich schneller von den USA zu emanzipieren. Das entspricht dann eben einer faktischen Selbstisolierung der USA.“

    Soll mir doch niemand erzählen, dass in Afghanistan nicht noch ein paar andere Kräfte den Taliban im Kampf gegen die kriegerischen Raubzüge der USA behilflich sind. Die Taliban jedenfalls treten sehr selbstsicher auf und raten den USraeli, ihre Truppen möglichst rasch aus ihrem Land abzuziehen. Afghanistan ist für die USA ein rauschendes Wespennest, das ihnen böse zum Verhängnis werden kann. Doch US-Arroganz gepaart mich Machtwahn scheint nichts, aber auch gar nichts wahrzunehmen.

    Taliban: Afghanistan wird zum Friedhof für USA
    http://parstoday.com/de/news/world-i31000-taliban_afghanistan_wird_zum_friedhof_für_usa

  6. Würde gerne den, der Krieg genehmigt, an der Spitze des Heeres sehen. Ob er dann auch mehrere Leibwächter  mitnehmen würde? Würde er bald nach Hause laufen oder wegen gefüllter Hose nur stehen  und zittern? Krieg sollte nur der anordnen können, der wie früher die Feldherren, selbst an der Spitze seiner Soldaten mitkämpft…. . Könnte man das heute live übertragen und wäre sehr interessant.  Der den Roten Knopf drückt, soll selbst mitkämpfen. Action garantiert.

  7. In einem wichtigen Punkt muss ich Trump widersprechen. Nicht der Iran destabilisiert den Nahen und Mittleren Osten, sondern Saudi Arabien!

     

    Es ist kein Geheimnis, das vor allem Saudi Arabien die Verschärfung des Bürgerkrieg in Irak zu verantworten hat und nicht der Iran, wie es die einige höher gestellte US-Republikaner behaupten:

    http://nytimes.com/2007/07/27/world/middleeast/27saudi.html

    http://www.independent.co.uk/voices/comment/iraq-crisis-how-saudi-arabia-helped-isis-take-over-the-north-of-the-country-9602312.html

    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/05/14/AR2005051401270.html
    http://www.nbcnews.com/id/8420885/ns/world_news-mideast_n_africa/t/most-suicide-bombers-iraq-are-foreigners/
    http://www.mcclatchydc.com/news/nation-world/world/article24467953.html
    http://www.deseretnews.com/article/600145417/Most-suicide-bombers-not-Iraqi.html
    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/05/14/AR2005051401270.html

    Saudi Arabiens Regime ist übrigens auch für 9/11 Terror verantwortlich

    http://derstandard.at/1385171368133/911-Bericht-soll-Saudis-belasten

    http://nypost.com/2013/12/15/inside-the-saudi-911-coverup/

     

    Saudi Arabien unetrstützte schon immer die radikalsten Terroristen und Dschihadisten

    http://www.washingtonsblog.com/2012/09/sleeping-with-the-devil-how-u-s-and-saudi-backing-of-al-qaeda-led-to-911.html

    Warum gibt es immer noch keine Sanktionen gegen dieses Saudi-Regime?

    Wann startet die NATO endlich eine militärische Intervention ?

  8. Die Saudis und die USraelis arbeiten eng zusammen und füllen damit als Oberschichtangehörige ihrer jeweiligen Länder mit ihren kriegerischen Interventionen vor allem ihre eigene Privat-Schatulle und verfolgen ihre abgesprochenen strategischen Ziele. Wer hier die dominante Seite ist, kann von Leserseite überhaupt nicht verifiziert werden. Verbrecher sind sie alle.

  9. Wie war das doch gleich, wenn einen seine Feinde loben?   In Vietnam glaubte damals auch General Westmoreland bis zuletzt, dass er nur mit ein paar tausend Soldaten mehr noch den Endsieg erringen könnte. Dann war Vienam weg, das US-Gold schwindsüchtig, die Gesellschaft gespalten, und ein pfiffiger Europäer (de Gaulle) glaubte nicht mehr der Gesundbeterei der Amis. Heute ist die US-Situation bereits vor dem finalen Ausgang des Afghanistanabenteuers – die Revolution frisst ihre Kinder, die Amis haben aber auch immer "Pech" mit ihren Lakaien – besorgniserregend, und die Lektion wird wohl noch verheerender sein als die vietnamesische. Abstand zu derartigen Masters of Desaster (der US-Oberschicht),  verfolgen wir unsere wohlverstandenen Eigeninteresssen, ohne die Vasallen aus CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen. Trump ist anscheinend bereits großteils demontiert ( Brennan), die Demokratiefeinde auf der Gewinnerstraße. Es soll jedoch hier im alten Deutschland auch starke Lobbygruppen geben, die das US-Trauma "Vietnam" hier nach D transferiert und erlebbar machen möchten (unter dem Label DDR2.0), dann nur froh und lustig o.g. Parteien wählen…., und weder Einigkeit, noch Recht und Fr ….Je später der Absturz, desto heftiger der Aufschlag, wobei, tot aus 200m Höhe ist nicht gesünder als tot aus 300m Höhe.

     

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