Nur etwa vierzig Prozent aller Babies werden in den ersten sechs Monaten ihres Lebens ausschließlich gestillt. Eine erschreckende Zahl.

Von Marco Maier

Laut einer Studie, die von der globalen Initiative für das Stillen, welche von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der UN-Kinderschutzorganisation Unicef gemeinsam geleitet wird, werden nur rund vierzig Prozent aller Kinder weltweit in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt. Eine erschreckend hohe Zahl. Immerhin ist es kaum vorstellbar, dass mehr als die Hälfte der Frauen weltweit einfach keine bzw. zu wenig Milch produzieren.

Die Gründe dafür, warum nur eine Minderheit der Babies in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt werden, sind vielfältig: Teilweise produzieren die Frauen einfach zu wenig Muttermilch, manchmal ist es einfach auch so, dass die Mütter kurz nach der Entbindung wieder arbeiten müssen, einige Frauen sorgen sich um die Form ihres Busens und andere sind einfach nur bequem und wollen ihr Baby nicht an der Brust säugen.

Der Chef der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, warnt jedoch vor dem Trend zur Flaschenmilch aus Industrieproduktion: "Muttermilch ist wie eine erste Impfung für das Kind, sie schützt das Baby vor möglicherweise tödlichen Infektionen und gibt ihm all die Nahrung, die es braucht, um zu überleben und zu gedeihen".

Profiteure sind vor allem die Produzenten des Milchpulvers, wie zum Beispiel Nestlé oder Hipp, die so auf einen Milliardenmarkt zurückgreifen können. Doch gerade in den armen Ländern dieser Erde können sich die Mütter oftmals nur die Billigversionen kaufen, die jedoch für lokale Einkommensverhältnisse immer noch viel zu teuer sind. Ein profitables Geschäft mit den Armen dieser Welt.

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3 thoughts on “Säuglinge: Immer mehr Flaschen- statt Muttermilch”

  1. Dieses Thema scheint die Welt zu bewegen. Haben wir nichts anderes zu tun, als uns um persönliche Dinge zu kümmern, die einer verantwortungsvollen Mutter eigentlich selbstverständlich sein müßten. Manchmal fragt man sich, ob sich die Mehrheit der Irren außerhalb der Anstalt befindet, zumindest könnte man bei vielen Handlungen den Eindruck gewinnen.

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