Oettinger: Autohersteller müssen mit Milliarden-Euro-Kartell-Strafen rechnen

Vor allem den deutschen Autoherstellern drohen angesichts eines möglichen Kartellverfahrens der EU Strafen in Milliardenhöhe. EU-Kommissar Oettinger warnt sie schon.

Von Redaktion

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hält Milliarden-Strafen für die deutschen Automobil-Hersteller wegen des drohenden EU-Kartellverfahrens für möglich. Oettinger schließt zudem nicht aus, dass die Hersteller auch trotz der Einigung auf dem Diesel-Gipfel über Software-Updates noch technische Umbauten an den Fahrzeugen vornehmen müssten.

Die Kartell-Untersuchung der EU-Wettbewerbsbehörde brauche "noch einige Zeit", sagte Oettinger der "Bild". "Wir müssen prüfen, ob es sich um zugelassene Absprachen zur Normung gehandelt hat oder ob Vereinbarungen zu Lasten der Zulieferer und Verbraucher getroffen wurden." Zugleich warnte er aber vor hohen Strafzahlungen. Die europäische Wettbewerbsbehörde nehme "keine Rücksicht auf große Namen", betonte der EU-Kommissar.

Sie schrecke auch vor Strafen nicht zurück, "die den Unternehmen weh tun und abschrecken". Oettinger: "In den vergangenen zehn Jahren hat die EU neun Kartellfälle mit Bezug zur Autoindustrie geahndet und Strafen von rund zehn Milliarden Euro verhängt. Das zeigt, um welche Größenordnungen es auch jetzt gehen kann." Zum Diesel-Abgasskandal sagte Oettinger, es werde sich "frühestens in einigen Monaten zeigen", ob die beim Diesel-Gipfel vereinbarten Maßnahmen ausreichen.

"Falls sie nicht zum Ziel führen, muss die Industrie notfalls auch mit einem technischen Umbau nachlegen, wenn sie Fahrverbote vermeiden will." Trotz der aktuellen Diskussion über zu hohe Stickoxid-Werte der Diesel-Motoren forderte Oettinger: "Wir dürfen den Diesel nicht verteufeln." Die Motoren seien "erheblich effizienter" als Benzin-Motoren, und stießen "zudem weniger Kohlendioxid aus". Oettinger: "Der Diesel-Anteil von rund 40 Prozent in Deutschland nutzt also auch der Umwelt. Selbst die größten Diesel-Kritiker müssen zugestehen, dass wir die ab 2020 auf EU-Ebene geplante weitere Absenkung der CO2-Grenzwerte ohne den Diesel nicht erreichen können."

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8 Kommentare

  1. Meines Wissens geht das in DE gar nicht. Die Kartellstrafen sind auf 10 Millionen begrenzt.

    Eine lächerlich kleine Summe im Vergleich zu den erschlichenen Vermögen.

    Wird wohl Zeit die Deutsche Mitte zu wählen !!!!!!

    1. Keine Partei kommt an der Schranke der Kapitalisten vorbei. Erst muss sich jede Partei von Kapitalisten kaufen lassen. Das gilt für die Deutsche Mitte ebenso, wie für die AfD oder sonst eine andere Partei.

  2. Inzwischen sind die Abgasgrenzwerte so weit herabgesetztworden,das dies legal fast nicht mehr einzuhalten ist.Der Umstieg auf E-Autos wird vorangetrieben, obwohl die Herstellung der Batterien für diese Autos eine viel größere Umweltkatastrophe ist, als der Betrieb eines neuwertigen Dieselfahrzeuges.Die Stromversorgung wird ein noch größeres Problem, da ja die Energiewende dafür gesorgt hat, dass die Deutschen so ziemlich alles abschalten was zuverlässig Strom produziert.Zudem werden die Autohersteller diese E-Autos größtenteils im Ausland produzieren.In  Serbien werden gerade Fabrikhallen gebaut, die Komponenten für E-Autos fertigen.Die deutsche Autoindustrie wird gerade absichtlich zerlegt und niemand hinterfragt dieses böse Spiel.

    In Baden-Württemberg,das Bundesland,welches vorallem von der Autoindustrie lebt, haben die Menschen bei der letzten Landtagswahl die Grünen mit über 30 Prozent gewählt. Das muss man nicht weiter kommentieren.

    Nun bekommen sie die Rechnung präsentiert. Die Grünen wollen aus einer Großstadt , wie etwa Stuttgart,eine Kurstadt machen. Ich fahre schon lange nicht mehr nach Stuttgart. Hohe Parkgebühren,Negerhorden und bettelnde Zigeuner mehr hat Stuttgart nicht mehr zu bieten.

  3. Vor allem bis bei diesen Diesel- Skandal der kleine Bürger wieder der Doofe – der sich kein neues Auto erlauben kann ( Diesel-Verbote in Städte !?). Aber das spielt eher keine Rolle ! 

  4. Zu Xpresso ergänzend, keiner kann sich reell den unausgereiften Elektromüll leisten. Das Fahrgefühl einer Strassenbahn ist auch nicht jedermanns Sache. Vielleicht macht manchem Bürger neben dem Nutzen Autofahren auch noch Spass?

  5. Es geht nichts über die "Segnungen" der EU! Die haben noch immer nicht verstanden oder wollen das auch garnicht, wo die millionen Arbeitslosen in der EU hergekommen sind! Der Sozialismus enteignet die Gesellschaft und nicht die Reichen!

     

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