Mit Bitcoin in die bargeldlose Welt?

Der aktuelle Hype um Bitcoin und andere Kryptowährungen wirkt inszeniert. Soll den Menschen so die Bargeldabschaffung schmackhaft gemacht werden?

Von Marco Maier

Vor allem das aktuelle Kursfeuerwerk bei den Bitcoin sorgt dafür, dass sich immer mehr Menschen weltweit für die Kryptowährung interessieren. Digitales Geld, welches derzeit noch vor allem ein Spekulationsobjekt ist, jedoch gleichzeitig eine wunderbare "Spielwiese" für jene, die sich Gedanken über unser zukünftiges Geldsystem machen. Denn das "Schöne" an der Blockchain-Technologie ist: Man kann jede einzelne Transaktion lückenlos nachvollziehen.

Eines ist inzwischen klar: Dem Bargeld soll es schrittweise an den Kragen gehen. Große Banknoten (wie zuletzt die 500-Euro-Note) werden schon seit längerer Zeit immer wieder aus dem Verkehr gezogen, die Inflation tut ihr Übriges dazu, die Kaufkraft selbst größerer Banknoten wie den Hundertern bei Dollar, Euro oder Pfund sukzessive zu reduzieren.

Man muss sich nur einmal den Kaufkraftverlust der letzten Jahre ansehen: Seit der Jahrtausendwende hat die kumulierte Inflation des Euro mehr als 40 Prozent betragen. Das heißt: Wer im Jahr 2000 monatlich 1.000 Euro an Ausgaben hatte, muss heute durchschnittlich schon mehr als 1.400 Euro für dieselben Ausgaben aufwenden. Wird die Inflation noch weiter angeheizt, sind die Hunderter bald nur noch halb so viel wert wie damals (wenngleich auch im Jahr 2000 noch als Buchgeld).

Wenn in ein paar Jahren dann der große Crash des Wirtschafts- und Finanzsystems kommt, ist es allerdings durchaus denkbar, dass auf Basis der Erfahrungen mit Bitcoin & Co neue Kryptowährungen eingeführt werden – und so gar nicht erst Bargeld gedruckt bzw. geprägt werden muss. Und wer weiß, vielleicht macht man so gleich auch eine Welt(leit)währung daraus. Und der ganze Hype um Bitcoin & Co ebnete den Weg dort hin.

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8 Kommentare

  1. Es geht um Macht über das Volk.

    Das Kartell aus Kapital und Regierungen versucht dem Volk das Bargeld weg zu nehmen, um die totale Kontrolle darüber zu erhalten, wer etwas kaufen darf und was er kaufen darf.

    Wer dann die Server des digtitalen Geldes kontrolliert, kann damit extremen Druck auf z.B. Regime-Kritiker ausüben, indem er diesen einfach ihre Geldkarte sperrt. Das kann in der Praxis dann so aussehen, dass der Regimegegner dann kein Bahnticket mehr kaufen kann und so aus seiner Stadt nicht mehr heraus kommt.

    Der nächste Schritt ist dann eine Art Kahane-Behörde für die Sperrung von Geldkarten, die dann unter Vorwänden wie "Terrorbekämpfung" oder "Hate-Speach" Regime-Kritiker sanktioniert.

    Bargeld-Abschaffung ist ein großer Schritt Richtung Diktatur.

  2.  

    Die beste Demo gegen Kernkraft ist, wenn man sich den Strom mit Solar oder/und Wind oder Bachlauf,wenn möglich selbst macht. Der beste Widerstand gegen eine Diktatur ist es, wenn man sich so viel wie möglich, das nötige zum Leben selbst macht.

     

     

  3. Für Investition braucht es einen Gegenwert .

    Der Gegenwert fehlt bei Bitcoin . Es ist ein Algorythmus , wie ihn ein begabter Programmierer schreiben kann , das repeäsentiert aber noch keinen Wert .

    Die Mehrzahl der "günstig" zu schaffenden Bitcoins dürfte von den Betreibern selbst geschaffen worden sein und damit im Besitz der Bitcoinbetreiber . Eine Wertsteigerung des Bitcoin ist überwiegend Gewinn für die Betreiber . Ich sehe keinen Grund , heute einen enorm teuren Bitcoin zu kaufen .

    Eine sichere gedeckte anonyme Währung wäre natürlich ein Traum . Davon aber ist Bitcoin weit entfernt .

  4. Blockchain ist keinesfalls notwendigerweise mit einer Aufgabe der Anonymität verbunden. Bitcoin funktioniert pseudonym, z.cash ist dagegen anonym. Keiner kann bei Zcash nachvollziehen, wer, an wenn, wieviele überwiesen hat. Kryptographie macht es möglich.

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