Militärmission: Libyscher General will italienische Schiffe bombardieren lassen

Die politisch undurchsichtige Lage in Libyen sorgt dafür, dass sich die italienische Marine mit militärischen Drohungen von General Haftar konfrontiert sieht. Dieser will keine italienische Militärpräsenz in seinem Land haben.

Von Marco Maier

Eigentlich will die italienische Marine zusammen mit der libyschen Küstenwache dazu beitragen, den Strom an illegalen Migranten nach Europa versiegen zu lassen. Allerdings scheint Rom auf das falsche Pferd zu setzen – nämlich die völlig machtlose "international anerkannte" Regierung unter Premierminister Fayez al-Serrraj, der vor allem den westlichen Küstenstreifen des Landes kontrolliert.

Als das erste Schiff der italienischen Marine am Mittwoch im Hafen von Tripolis anlegte, kochten die Emotionen in Libyen hoch. Immerhin war Italien für rund zwanzig Jahre (bis 1943) Kolonialmacht des Landes. Serraj sah sich dazu gezwungen, die eigenen Leute zu beruhigen, die schon befürchteten, erneut zur italienischen Kolonie degradiert zu werden. Auch wenn solche Befürchtungen wohl ohnehin völlig aus der Luft gegriffen sind.

Doch Teile von Tripolis, sowie der östliche Teil mit den libyschen Marinehäften in Tobruk, Benghazi und Ras Lanouf unterstehen General Khalifa Haftar. Und dieser ordnete seine Truppen an, jedes italienische Schiff anzugreifen, welches ohne seine Erlaubnis in libyische Gewässer eindringt. Denn eine italienische Militärpräsenz macht es ihm nicht leichter, den Westteil des Landes ebenfalls unter Kontrolle zu bringen.

Sollten die Truppen Haftars die Drohung tatsächlich umsetzen, wäre eine militärische Konfrontation mit Italien durchaus möglich. Da es sich hierbei um ein NATO-Land handelt, hieße dies, dass der militärische Beistandspakt ausgerufen werden könnte – und die NATO würde erneut das zerrüttete Land bombardieren. Eine niemals endende Spirale der Gewalt…

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7 Kommentare

  1. Wundert mich nicht. Die Italiener als langjährige Freunde Libyens sind unter der Order der Usa dem Gaddafi von einem Tag auf den anderen in den Rücken gefallen und haben sich schlagartig verabschiedet gleich einer heissen Kartoffel.

    Es scheint sich aber herumgsprochen haben. Wünsche ihnen, dass sie nicht so schamlos gut davonkommen wie sie sich beim 2. WK.vom Acker gemacht haben.

    1. Die Italienische Regierung ist darin geübt aus vorher Neutraler Haltung in ein Feindliches Lager zu wechseln. Siehe 1914 bis 1918. Ist bestimmt noch ein Erbe von Rom, aus der Zeit der Römer. Man braucht nur mit bestimmten Vorteilen zu winken und schon könnte die Italienische Regierung es sich überlegen.

    1. Pass bloss auf, was du so schreibst. Du könntest dir schaden oder dem Contra Magazin. Ruckzuck hast du die Gedankenpolizei am Hals. Man muss sich einfach etwas vorsichtiger ausdrücken.

  2. Bomben sind auf jeden Fall gut. Jedes Land hat ein Recht darauf, bombardiert zu werden. Wegen der Gleichberechtigung. Daher drücken wir mal die Daumen, dass die USA es schaffen, auch in Zukunft genügend Bomben zu produzieren, damit die Gleichbehandlung auf der Welt weiter anhält.

  3. Bomben schaffen Arbeitsplätze. Schreiner, Maurer, Bestattungsinstitute, Straßenbauer und viele mehr leben von den Bombardierungen. Und nun auch Schiffsbauer. Das ist fantastisch. Man möchte noch mehr davon. Bomben sind für den Bombardierten kostenlos. Ein Service sozusagen, der neue Arbeitsplätze schafft und vorhandene sichert.
    (C.Roth, 2017)

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