Medwedew: USA führen Handelskrieg gegen Russland

Der russische Premierminister wirft den USA vor, einen Handelskrieg gegen sein Land zu führen. Es gebe keine Verbesserung der Beziehungen.

Von Marco Maier

Auf Facebook schrieb Russlands Premierminister, Dmitri Medwedew, am Mittwoch, die Sanktionen der USA kämen einem "echten Handelskrieg" gegen Russland gleich. Die "russische Hoffnung auf einer Verbesserung der Beziehungen mit der neuen US-Regierung" seien "beendet". Auch habe die Trump-Administration damit gezeigt, gegenüber dem Kongress völlig machtlos zu sein. Damit macht Medwedew deutlich, dass man in Moskau von Washington mehr als einfach nur enttäuscht ist.

Medwedew konstatierte, dass die "antirussische Hysterie eine Schlüsselrolle, sowohl in der US-Außenpolitik (was mehrfach geschah) als auch in der Innenpolitik (eine Neuigkeit)" eingenommen habe. Die Spannungen zwischen beiden Ländern würden dadurch steigen. Aber Russland werde die wirtschaftliche und soziale Entwicklung fortsetzen und die Importe durch Eigenproduktionen ersetzen. Wie schon in den Jahren zuvor.

Indessen betonte der russische UNO-Botschafter, Wassili Nebensia, dass Moskau trotz der Sanktionen weiterhin mit der US-Regierung zusammenarbeiten wolle, auch wenn diese den Beziehungen beider Länder schafe. Allerdings hätten sich jene, die das Gesetz für die neuen "Strafmaßnahmen" angestoßen haben getäuscht, falls sie dadurch erwarteten, dass sich die russische Politik deshalb ändern würde. "Das hat die Vergangenheit bereits viele Male gezeigt", so der Diplomat vor Journalisten.

Grund für den Unmut in Moskau ist der Umstand, dass Präsident Trump gestern das Gesetz über die neuen Russland-Sanktionen unterzeichnete, weil es ihm der innenpolitische Druck einfach nicht ermöglichte, sich dagegen zu sträuben. Angesichts der ständigen Vorwürfe, quasi ein "russischer Agent" zu sein, blieb ihm auch nichts Anderes übrig. Hätte er sich dagegen gesträubt, wäre seine Zeit als Präsident wohl vorüber gewesen.

Loading...
Spread the love
Lesen Sie auch:  Covid-Impfung: Russische Universität beendet klinische Tests

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

3 Kommentare

  1. Mich würde sehr interessieren – namentlich – wer etwas anderes erwartet hat.

    Ich weiß, dass hier bei CM fast alle Namen gelistet werden müssten.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.