Air Berlin: Zypries warnt Lufthansa vor zu hohen Erwartungen

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat Lufthansa im Übernahme-Poker um Air Berlin vor zu hohen Erwartungen gewarnt.

Von Redaktion

"Am Ende wird schon aus kartellrechtlicher Sicht nicht nur eine Airline alleine die Slots und das Unternehmen übernehmen können", sagte Zypries der "Rheinischen Post". "Mit dem Übergangskredit haben wir Air Berlin jetzt die nötige Zeit verschafft, gemeinsam mit anderen Airlines eine gute Verhandlungslösung zu finden", sagte die SPD-Politikerin.

Alle Beteiligten müssten diese Zeit jetzt nutzen und zügig, gewissenhaft und kompromissbereit verhandeln. "Ziel ist eine Lösung, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Air Berlin eine Perspektive gibt und den Wettbewerb sichert", betonte Zypries. Lufthansa hat nach Informationen aus Unternehmenskreisen Interesse an rund 90 der 144 Air-Berlin-Flugzeuge und an der Tochterfirma Niki.

Der Konzern würde damit wesentliche Teile von Air Berlin erwerben. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) unterstützt diese Ambitionen. Es brauche einen "deutschen Champion im internationalen Luftverkehr".

Monopol Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa und ihr Ableger Eurowings erreichen auf vielen Strecken ein Monopol, falls sie den insolventen Wettbewerber Air Berlin und dessen Ableger Niki ganz übernehmen würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der "Rheinischen Post" angeregte Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), über die die Zeitung exklusiv berichtet.

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Laut Berechnung käme Lufthansa ab Düsseldorf als bisher wichtigster Standort von Air Berlin auf einen Marktanteil von 100 Prozent nach Berlin-Tegel, Genf, Florenz, Venedig und Salzburg. Bei Flügen in alle diese Städte ab Düsseldorf ist bisher Air Berlin der einzige Wettbewerber.

Extrem steigen würde der Marktanteil von Lufthansa/Eurowings nach Palma de Mallorca (von 32,1 Prozent auf 73,2 Prozent), Zürich (von 34,3 Prozent auf 71,6 Prozent), Barcelona (von 28,3 Prozent auf 77 Prozent), Malaga (von 25,8 Prozent auf 72,8 Prozent) oder auch Rom (Fiumincino), wo der Marktanteil von 25 Prozent auf 75 Prozent springen würde. Die Marktanteile wurden von der DLR jeweils anhand der angebotenen Flüge im August berechnet.

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5 Kommentare

  1. Air Berlin ist als Aktiengesellschaft ein Unternehmen im Besitz privater (internationaler) Eigentümer!

    Wollten die ihre Firma (ihren Besitz) retten, sollen sie den Geldbeutel aufmachen! Ansonsten abwickeln, verkaufen, verschrotten… was auch immer.

    Kein Cent Steuergeld hat bei Air Berlin irgendwas zu suchen, solange durch etwaigen Geldtransfer keine Firmenanteile in Volksvermögen übergehen !!! Geldspritzen vom Volk nur gegen Verstaatlichung!

    Ansonsten reiben sich die Spekulanten in VAE und Wallstreet nur wieder die Hände.

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