Ukraine: Im Donbass wurde „Kleinrussland“ ausgerufen und Kiew Unabhängigkeits-Verhandlungen angeboten

Der Chef der Donezker Volksrepublik hat in Absprache mit anderen Rebellen den Staatsverbund „Malorossiya“ (Kleinrussland) ausgerufen und Unabhängigkeitsverhandlungen nach Tschechoslowakischem Muster gefordert.

Von Viribus Unitis

Der Vorsitzende der Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, hat die Unabhängigkeit eines Teils der Ukraine, Malorossiya genannt, erklärt, und die Regierung in Kiew zu Verhandlungen über die Umsetzung der Unabhängigkeit eingeladen.

Malorossiya heißt übersetzt „Kleinrussland“, das erste "Kleines-Russland-Gouvernement" wurde von Moskau 1764 gegründet und umfasste die heutigen Oblaste von Chernihiv, Bryansk, Kiev, Poltava, Cherkasy, Sumy und Kharkiv. Für Interessierte, „Ukraine“ heißt aus dem russischen übersetzt „Grenzland“.

Sachartschenko hatte bereits vor mehr als einem Jahr, Ende Februar 2016, in einer Erklärung angeregt, die Konfliktparteien könnten sich auf friedlichem Wege trennen – wie ehemals 1992 die Tschechoslowakei auseinanderfiel und sich in in der Folge mit den selbstständigen Staaten Tschechien und Slowakei neu aufstellte.

Den vollen Text der Deklaration kann man ins Englische übersetzt hier lesen. Sachartschenko bietet praktisch an, was vor 25 Jahren in der Tschechoslowakei gemacht wurde. Man setzte sich damals zusammen und verhandelte die Trennung. Damals im Rahmen der Tschechoslowakei gab es eine Trennung mit verbalem Rosenkrieg aber ohne Mord- und Totschlag.

Loading...

Sachartschenko teilt auch mit, dies sei nicht der erste Vorschlag, es sei aber der letzte. Weitere werde es nicht geben. Als Minsk II gemacht wurde, wurde genau das gleiche gesagt – es werde kein Minsk III geben. Sosehr sich die Westmächte auch bemühten – allen voran Merkel – aus Minsk II herauszukommen, es durch irgendetwas Anderes zu ersetzen – vielleicht ein Minsk III – die Russen blieben hart. Minsk II sei gültig und aus. Wenn also Sachartschenko diesen Vorschlag als letzten bezeichnet, dann ist es auch der letzte.

https://www.youtube.com/watch?v=Iy052SDmgJg

Russland: Surkow indifferent und doch klar

Wichtig in diesem Zusammenhang ist vor allem die Reaktion Russlands. Nach der Unabhängigkeitserklärung durch Sachartschenko erklärte der Vorsitzende des Duma-Komitees für die CIS-Staaten (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten), Leonid Kalaschnikow: "Instead of resolving the issue, the [Ukrainian] government tightens the knot and intensifies military actions. People cannot live at war for a long time. Something needs to be done. So, the creation of such a sovereign state could be the solution for the people,“ und weiter „Donetsk and Lugansk considered this option even before the conflict erupted and the DPR and the LPR [Lugansk People’s Republic] were proclaimed,".

In Russland vor allem zuständig der Sonderbotschafter des Präsidenten für die Ukraine, Abchasien und Süd-Ossetien, Wladislaw Surkow. Surkow hielt einen Tag später eine Sitzung ab, um die Ausrufung von Malorossiya zu beraten. Surkow ließ als Ergebnis der Sitzung durch Alexey Tschesnakow, Chefs des Zentrums für politische Vereinigung, verbreiten, Surkow habe bei der Sitzung gesagt, (englische Original-Übersetzung um Verfälschungen zu vermeiden ): „All this "hype" around the imagined state of Malorossiya is generally useful. The main thing here is that Donbass is fighting not for secession from Ukraine, but for its integrity. For the entire Ukraine, but not for its part. That is, in Ukraine there is going on a civil war between people who see the future of their country differently," und weiter soll Surkov gemäß Chesnakov gesagt haben "Any war comprises an ideological war, at which slogans and utopias are opposed," und weiter „Kiev has an euroutopia, Donetsk responds with the idea of Malorossiya, a wide internal Ukrainian discussion unfolds, within which the level of organization, arguments and IQ of the disputing parties is clear,"

Beachten sollte man dahingehend, dass Sachartschenko keine Äußerungen macht, die nicht mit Russland vorher abgesprochen sind. Die Russen wussten was kommt und konnten sich darauf vorbereiten. Gut, manche meinen dies alles wäre im Büro Surkow sorgfältig orchestriert worden und die Beteiligten würden nun Ihr Programm abspulen. Die Wahrscheinlichkeit das es sich so verhält ist hoch.

Sind die USA informiert – das ist unklar. Jedenfalls aber, haben die Russen dem US- Präsidenten genug Zeit gegeben, um die Ukraine-Politik zu ordnen. Wie von mir berichtet hat Donald Trump mit der Ernennung eines Sonderbotschafters für die Ukraine vor einer Woche die Neuaufstellung der Ukraine-Politik abgeschlossen. Die Demokraten bleiben weiterhin in voller Verantwortung für die politischen Ukraine-Abwicklungen und Trump ist so gesehen nur indirekt betroffen. Clever gemacht von Tillerson in Absprache mit Trump.

Ein unerwarteter Sondereffekt kommt noch hinzu – die Krankheit des strikten Trump-Gegners und ewigen Scharfmachers in der US-Politik, des republikanischen Senators McCain. Der wird wegen eines Gehirntumors wohl mindestens die nächsten Monate ausfallen, was die Gegner Trumps im Kongress vor allem im Bezug auf die Ukraine und Syrien sehr schwächt, weil der Vordenker und Lenker nun fehlt.

Staatszerfall – nichts Neues in Europa

Sachartschenko hatte schon einmal im Rahmen der Abspaltung ein Beispiel genannt – die friedliche Trennung mitten in Europa, der friedliche Zerfall der Tschechoslowakei, jenes Landes das 1992 friedlich in Tschechien und Slowakei zerfallen war.

Weitergehend war dann Ende der 1990er Jahre der Zerfall Jugoslawiens zu beobachten, wobei dies in einem massiven Krieg mit von der UN und NATO (NATO-Staat Niederlande) geduldeten Völkermord-Aktivitäten (Zsepa und Srebrenica) umgesetzt wurde.

Unabhängigkeitsbewegungen gibt es nach wie vor in Europa. Vor allem der Zerfall Spaniens bereitet der EU Sorgen. Die Kanarischen Inseln haben durch eine politische Unabhängigkeitsbewegungen immerhin schon mehr Autonomie erreicht. Das sind aber nur die kleinen Unabhängigkeitsprobleme die Spanien hat. Teile der 2,2 Millionen Basken wollen auch weg von Spanien und Teile der 7,6 Millionen Katalanen wollen auch Spanien Lebewohl sagen und einen eigenen Staat gründen.

Die Franzosen haben Probleme in Korsika – die Korsen möchten unabhängig werden. Die Portugiesen haben den Azoren schon den Status einer autonomen Region verliehen, um der Unabhängigkeitsbewegung dort den Wind aus den Segeln zu nehmen. Teile der 6,4 Millionen Flamen wollen weg aus Belgien, Teile der 5,3 Millionen Schotten wollen weg von Großbritannien, gerade eben – im Zuge des Brexit wurde die Unabhängigkeitsabsicht wieder bekundet, und eine neue Abstimmung gefordert.

Und – seit dem Putsch in der Ukraine von 2014, wollen die Donbass-Republiken weg von der Ukraine. In der Ukraine sehen wir eine Unabhängigkeits-Situation, wie sie als Mix gesehen werden kann. Ein Mix zwischen der friedlichen Trennung im Rahmen der Tschechoslowakei und dem Krieg mit NATO-Beteiligung in Jugoslawien. In Jugoslawien hat die NATO die Unabhängigkeit der Teilrepubliken mit ihrem militärischen Eingreifen erzwungen bzw. ermöglicht.

Eine grafische Übersicht zu den Unabhänngigkeitsbewegungen in Europa gibt es hier.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

66 Kommentare

  1. Erst haben die Russen den Ukrainern das Tourismus-Center Krim geraubt, dann haben sie ihnen ihre Industrie im Donbas geraubt und nun wollen sie ihnen auch noch ihre Kohlevorkommen stehlen. So kann man ein Land auch ruinieren.

    Der Russe ist ein rechtsradikaler Dieb!

    Dieser Landraub wird umso ruchloser, weil die Russen bereits das größte Land der Welt haben und das Land der Ukrainer überhaupt nicht brauchen. Unersätzliche, imperiale Gier.

    Der Russe zeigt sein wahres Gesicht – er ist genauso ein Völkerrecht verachtender Imperialist wie die USA.

    ————————————————

    Europa sollte mit den baltischen Staaten einen Militärpakt zur Abwehr des russischen Landdiebs schließen und dafür massiv aufrüsten.

    1. ach richard , übrigens,,,der russe steht vor natogrenzen. sehr gefährlich,macht im eignen land manöver und stellt atomraketen auf um die nato anzugreifen,er expandiert ständig,bedroht arme nato staaten,frisst kleine kinder , und erdreistet sich hyperschallraketen zu baun , bessere flugzeuge als die amis, und auch seine schiffsbaustrategie kommt besser zum tragen als die der amis. gründe genug die uns sagen, der böse mann ist der russe.

        1. hahahahhahahahahaha

          @richard, du schießt den Vogel heute mal wieder ab 😀 Ich sollte dich als klugen Menschen ansprechen. Die sehr klugen wollen nichts von dir 😀 aber belustige uns weiterhin bitte 😀

        2. RICHARD!DIE UKRAINE HAT VSA GERAUBT DEN FRIDEN DIE FREUDE HOFFNUNG ZUVERSICHT DAS LEBEN SOGAR DIE FRUCHTBARE SCHWARZE ERDE WURDE IHNEN GERAUBT VON DEN VERBRECHEN VSA NICHT RUSSLAND!

        3. [email protected]

          Lernen Sie bitte die neuere Geschichte, aber nicht aus einem NATO Bulletin oder enem Mainstreammedium!

          Und vor allem, wer hinter dem Maidan Putsch steckt!

          Und was damit beabsichtigt wurde!

          Russland reagiert, während der Westen agiert, besser gesagt, agitiert!

          1. Ihr Denkfehler ist, dass Sie die Reaktion als Legitimation des Landraubes akzeptieren. Ich tue dies nicht.

            Landdiebstahl bleibt immer ein Verbrechen – egal ob Reaktion oder nicht.

            Ein für alle mal: Es gibt keine Legitimation für Landraub!

          2. Richard, machen Sie sich nichts draus, es kann nicht jeder objektiv denken. Die große Masse ist eben lenkbar, dabei kann nicht zwischen alternativ und regulär Denkenden unterschieden werden.

            Wurden alle Teile der Masse ersteinmal moralisch ideologisch angefixt, gibt es für sie kein zurück. Damit müssen wir uns abfinden.

          3. @Richard, für effektiven Landraub haben wir in Europe selbst ausreichend und bessere Beispiele:

            Italien raubte 1920 die Provinz Bozen (Südtirol) den Österreichern. Ohne Krieg. Nur raufgefahren auf den Brenner, die Fahne gehisst und ausgerufen, das ist jetzt mein!!

          4. Was ist denn Syrien, wenn die Krim „Landraub“ war? Da muss man doch ein IDIOT sein, wenn man das nicht sieht.

        4. Was es immer noch Irrläufer gibt, die Null Ahnung von Politik haben. Wer hat den Maidan organisiert? Putin? Wer hat auf die Russenminderheit im Land gleich nach dem Maidan abstrakte Gesetze mit folgender Gewalt erlassen? Putin? Es könnte noch alles beim alten sein wenn die Oligarchen in Kiew sich wie Menschen benommen hätten oder zumindest bis zu Neuwahlen gewartet hätten. Der Alte wäre sowieso geflogen. Die Menschen im Osten gründen somit ihr eigenes Land. Wenn die sich in der Ostzone nicht unisono verstehen würden, müsste es doch Konflikt und Krieg unter den Donbasser geben.

      1. vor allem weil die an die ukraine seinerzeit rechtswidrig verschenkte krim ja auch ein tourismuszenter war – weil kiev da über all die jahre hinweg ja soooo viel reininvestiert hat.

    2. @Richard,

      der Herr hat Sie bei der Verleihung von Geist wahrscheinlich vergessen.Was Sie hier vorbringen ist totales substanzloses Gerede.Man muss auf Ihre geistigen Ausfälle nicht weiter reagieren,denn dies wäre vergeudete Lebenszeit.

      Von nichts ne Ahnung haben,aber in die Tasten kloppen.Herr gib ihm eine Erleuchtung!

          1. Karl,

            Sie sind aber noch kaputter als der Richard.

            Wenn Brüder im Geiste aufeinander treffen,dann will jeder besser sein,als sein geistiger Bruder.

            Sie sind besser!

          2. Karl,

            Sie sind aber noch kaputter als der Richard.

            Wenn Brüder im Geiste aufeinander treffen,dann will jeder besser sein,als sein geistiger Bruder.

            Sie sind besser!

          3. @ Karl,das habe ich nach den 2 Beiträgen auch schon gerafft das Sie den Richard noch toppen denn der hat wenigstens noch seine Ansicht (die Falsche ) dazu geäußert.Sie nölen nur dumm rum!

          4. Herr Petermann, dito, Ihnen läuft innerhalb ihrer beleidigenden Agenda auch so schnell Niemand den Rang ab. Sie sind der Beste !

          5. @Karl,

            danke für das Kompliment,aber ich gebe es an Sie mit grösstem Vergnügen zurück.

            Warum wohl beschäftigen sich hier so viele User mit Ihrem Kommentar? Liegt das vielleicht daran,dass Sie hier so realistisch denken,oder liegt das daran,dass das Unreale bei Ihnen oberste Prorität hat?

            Fühlen Sie sich von mir beleidigt,dann bitte ich um Verzeihung.Ich habe nur bei Ihnen der Realität ins Auge gesehen und bin daher zu dem Schluss gekommen,dass Sie der Bruder im Geiste,besser sind als Richard.Das hat doch etwas,der Bessere von Beiden zu sein,oder wollen Sie nicht besser sein?

            Man muss ja jetzt wohl nicht noch stundenlang erklären,was da in der Ukraine abgelaufen ist,bevor es zum Putsch kam und was hinterher abgelaufen ist nach dem Putsch,bevor es zu dieser Session der Krim gekommen ist.

            Sie sollten sich mehr mit der Realität und weniger mit dem Gesabbel durch unsere Politgranden beschäftigen.Ich glaube,wenn Sie der Realtät ins Auge blicken,dass Sie dann im Laufe der Zeit eine Erleuchtung bekommen.

    3. Richard,tut die die Hitze nicht gut,oder bist einfach nur linksfaschistisch dämlich und unehrlich?

      Ja nur verblödet-oder doch die Hitze?

      1. Sie sollten sich mal überlegen wo die Linksfaschisten ihre Heimat haben, dann könnten Sie eventuell begreifen, wem Sie gerade im Begriff sind auf den Leim zu gehen.

      1. @ Redaktion

        Da verfällt jemand in plumpe Beleidigungen. Kann man das löschen?

        Vielleicht ist auch eine Sperrung des Kommentators angebracht.

  2. ja der Russe ist ein dummer, primitiver, aggressiv hinterweltler. ?

    Mittlerweile zieht jeder die Europäer am Nasenring durch die Manege. Weil Europa ist der Nabel der Welt. Reich, dynamisch, weltoffen. Kurz, erfolglos in jeder Beziehung. ??

  3. In Europa gibt es kluge, schöpferische Menschen, wie das Ausrufen dieses neuen Volksstaates zeigt. Dieser Staat schafft Gelegenheit für Gespräche, die am ehesten eine Klärung eröffnen und eine Heilung der verfahrenen Lage bewirken können.

    Die US-Außenpolitik kann seit mindestens einem Jahrhunderten nichts anderes, als Bomben werfen, zerstören und blutsaugerisch auf fremde Kosten Profite machen. Diese Polit-Amis scheinen hierzulande, im Nahen Osten, in Japan und in Lateinamerika von allen Ausländern die schlimmsten zu sein und gehören als erste ausgeschafft oder vernichtet. Ohne Amis keine grenzenlose Merkel, keine grenzenlosen Kriege, keine Entheimatung des Orients und keine Invasion.

    1. Frau Bauer, sie haben recht, denn seit mindestens diesem einen Jahrhundert wurde Amerika von Zi.onisten unterwandert, die beide Weltkriege, die Kriege im Nahen Osten und so beinah jeden anderen Krieg auf der Welt über Mittelsmänner initiiert haben. Amerika leidet unter diesen Akteuren der Hochfinanz genauso wie alle anderen Völker – auch die Russen.

  4. Warum hat eigentlich jemand was dagegen? Nationalstaaten sind laut Doktrien der EU-Megalomanisten ohnehin ein Auslaufmodell. Also warum verteidigt man so vehement die Integrität eines solchen, wenn dass am Ende doch nur Konflikte mit sich bringt? Wie alles, was die Globalisten in die Welt kotzen, eine von hinten bis vorne verlogener und in sich widersprüchlicher Konstrukt.

  5. @Richard, nach ihrem Kommentar mein erster Gedanke war; warum sind Sie eigentlich noch nicht in der deutschen Politik? Mal ganz ernst; ihnen fehlen die erforderlich grundlegenden, historischen Grundlagen, um die Geschen unserer Tage zu verstehen. Als grosser Vorreiter der AfD hier  im Forum, könnte ich Sie bald im Bundestag vorstellen…

    1. Viellicht liegt es auch daran, dass das Völkerrecht mein kategorischer Imperativ ist – Ihrer nicht.

      Palästina-Kosovo-Ukraine – erkennen Sie die Parallelen? Oder wollen Sie das nicht sehen?

      Ich halte es für charakterlich abgrund tief verwerflich, wenn man um einer schleimig-unterwürfigen Russophilie willen das Völkerrecht der Ukrainer in den Dreck tritt.

      Eine solch schändliche Parteilichkeit war mir schon immer zuwider.

      1. @Richard

        "Viellicht liegt es auch daran, dass das Völkerrecht mein kategorischer Imperativ ist – Ihrer nicht."

        Wenn es so wäre, dann müssten Sie sich auch mit dem Zusammenhang von Ursache und Wirkung beschäftigen.  Wenn Sie also über das "Auge um Auge, Zahn um Zahn" hinaus sind und löblicherweise dem kategorischen Imperativ anhängen, dann wäre Ihre Argumentation nur dann glaubwürdig, wenn Sie die gesamte Wirkunskette bis zur Ursache zurückverfolgen. Wer dies aber vorsätzlich unterläßt, der ist ein Heuchler und wahrlich kein Anhänger des Kantschen Imperativ.

         

        Als Schmalspur-Augstein machen Sie sich nicht besonders.

      2. Völkerrecht..! Ahh was? Seit wann wird dieses gerecht behandelt und durchgesetzt? Kommen Sie bitte! Der Plan ist sonnenklar. Russland steht einfach der entfesselten Kapitalmacht im Wege. Weissrussland ist die nächste Station im Raubzug! Oder haben Sie was verschlafen?

        1. Die Machenschaften der "Kapitalmacht" USA sind mir durchaus bewußt.

          Doch ich sehe auch die völkerrechtliche Perspektive, welche viele Russophile in ihrer Parteilichkeit nicht sehen wollen.

          Die Situationon hat zwei entscheidende Facetten – eine militärstrategische und eine völkerrechtliche. Putin hat um der militärstrategischen Facette willen das Völkerrecht gebrochen. Das mag verständlich sein – ein Verbrechen ist es dennoch.

          Wir sollten nicht parteiisch sein, sondern die Völkerrechtsverbrechen beider Großmächte verurteilen.

          1. Nochmal, langsam und deutlich…

            Russland und jedes Land pfeifft auf Völkerrecht oder ähnliches, wenn es um seinen eigenen Kragen geht! Schauen Sie nur nach Ungarn! Dort findet die nächste "feine" Landnahme durch Brüssel statt! Der Oberbandit, Soros wurde entlarvt und das reicht für Vergeltung. Wie schön Sie formulieren, Tourismus-Center Krim…. und Sie wissen angeblich, was aus diesem "Vergnügungspark" nach dem Majdan entstehen sollte! BINGO! Ein USA-Stützpunkt!

          2. Dass die Großmächte aufs Völkerrecht pfeifen, sage ich ja.

            Doch deswegen müssen wir das ja nicht genau so handhaben. Das Völkerrecht sollte bei der Beurteilung der Situation unser Maßstab bleiben.

            Die militärischen Aspekte sollten wir nebenbei natürlich auch im Auge haben.

  6. also, wenn die nationalstaaten abgeschafft werden sollen ist eins mal fakt: israel ist mit diesem scheiss nicht aus der tasche gekommen, denn die sind sowas von rechts und national daß die niemals ihren staat aufgeben.

  7. [email protected] AlsAntwort auf meine Reaktion auf Sie.

    Die Krim wurde illegal an die Ukraine geschenkt.

    Und die russische Bevölkerung dort hat eine Sezession nach dem Maidan Putsch beschlossen! Und wollte zu Russland. Und das mit gutem Grund.

    Was glauben Sie, wie es den Krim Russen unter den ukrainischen Putschisten jetzt gehen würde??

    Russland hat seine Bevölkerung beschützt!

    Wäre die Sezession vorher passiert, hätte man ihre Vorwürfe an Russland als Denkanstoß nehmen können. Aber so, wie es abgealufen ist, sicher nicht!

    1. Völlig richtig, nur mit einem bin ich nicht einverstanden, nämlich dass die ominöse "Schenkung" der Krim illegal gewesen sei.

      Diese, ich nenn es "Angliederung" an die Ukraine geschah aus organisatorischen, verwaltungstechnischen und pragmatischen Gründen und nicht aus nationalistischen.

      Sie war, aus Sicht der damaligen Sowjetunion, schon "legal" im Sinne von gesetzmäßig.

      In wie weit die gesamte Sowjetunion "illegal" war, ist diskussionswürdig, aber nur noch von historischem oder akademischen Belang….

    2. @Analyst

      Die Krim wurde nicht illegal an die Ukraine verschenkt, zumindest war die Zuteilung völkerrechtlich nicht illegaler als die Eroberung der Krim durch Zarin Katharina.

      Also hat Rußland aus der Geschichte heraus nicht mehr völkerrechtlichen Anspruch auf die Krim als die Ukraine, zumal dort schon ukrainische Bauern wohnten, bevor Zarin Katharina die Krim eroberte.

      Ab diesem Punkt ist es entscheidend, dass man sich 1990 darauf geeinigt hat, dass sie Teil der Ukraine ist. Sie dann im nachhinein zu okkupieren ist Völkerrechtsbruch.

      Nochmal: Aus der Geschichte hat Rußland nicht mehr Anspruch auf die Krim als die Ukraine – entscheidend ist die Staatsgründung 1990.

      —————————————

      Stichwort Session:

      Ein Fremdwort macht eine völkerrechtliche Okkupation nicht legitimer.

      Es geistert im Web die absurde Vorstellung herum, man müsse nur dieses alberne Fremdwort vorschieben, schon würde aus Unrecht Recht.

      Aus gutem Grund steht im Völkerrecht kein Artikel, der die Abtrennung von Staatsterritorium durch eine Minderheit legitimiert. Denn das würde das Werkzeug des Landraubs durch Minderheiten schaffen und wäre gegen die Grundprinzipien des Völkerrechts.

       

      1. Aus der Geschichte hat Rußland nicht mehr Anspruch auf die Krim als die Ukraine

        Ein einziges Kapitel aus der Geschichte, wo das Kapital imperiale Rechte hat auf alles was ihm in die Wege kommt!

        Lieber Richard, hinter ihren gepflegten Sätzen verbirgt sich was Unverdauliches…

      2. Ri[email protected] Russland hat die Krim nicht annektiert, sondern über 90% der Bevölkerung der Krim, es sind Russen, haben sich abgespalten! Es war eine Sezession.

        Also kein Landraub, sondern eine demokratisch vorgenommene Angliederung!

  8. Tja, die Ukraine könnte noch samt Krim und Donbass existieren, hätte man sich den Putsch etwas besser überlegt und ihn verworfen.

    Doch es mussten ja bis hin zum Deutschen Außenminister und der Adenauer Stiftung alle bei diesem von ein paar ruchlosen, hebräischen Verbrechern orchestrierte "Revolution" fest mitmachen.

    Jetzt sehen wir mit klarem Blick, was für ein Schlamassel da angerichtet wurde.

    Damit eines ganz klar ist:

     Die Ukraine wird nie mehr so sein wie sie einmal war!

    Sie wird nach jugoslawischen Vorbild auseinanderfallen, das beißt keine Maus mehr einen Faden ab!

    Je früher das auch von Merkel, der Putschistenclique in Kiew, der Ostküste und den USA akzeptiert wird, desto früher kehrt in dieser Region Ruhe, Friede und Ordnung wieder ein.

     

  9. Eigentlich ein ziemlich normaler Vorgang, da es aber nicht interessiert was die Bewohner wollen wird sich die VSA dagegen stellen und Kiew dementsprechend anweisen. Es wäre ja noch schöner wenn die Einwohner etwas bestimmen könnten. Außerdem wird da Washington verteidigt… .

  10. Vielleicht koennt ihr mal so nebenbei das kategorische Imperativ beiseite lassen?! (Herr Immanuel Kant moege mir verzeihen) und an das Leid der Menschen in Palästina, Kosovo, Krim, Ukraine – Donbass denken??? Und wer hilft hier mehr? Die Russen, oder Amis inkl. Westen? Und wer verkauft Waffen und Bomben und wirft diese Bomben auch ab? Nur weil es ein gutes Geschäft ist??

  11. Hallo liebe Redaktion, Eure Karte ist etwas irreführend. Wie ihr im Text richtig schreibt, soll Malorossija die GESAMTE Ukraine "beerben". Unter der Karte steht jedoch, dass Malorossija die rot gekennzeichneten Oblaste sind. Diese Gebiete sind jedoch das, was historisch als "Nova Rossija" ("Neurussland") bezeichnet wird  etwa seit Ende des 18. Jahrhunderts.

    Sonst sehr guter Artikel. Danke!

  12. Tja die die Rückführung der Krim und Befreiung von Naziverbrechern aus Kiew hat soviel ich mitbekommen habe die Bevölkerung der Krim bei einer Wahl entschieden. Die Faschisten haben verloren das kann doch nur gut sein. Was dieser seltsame Richard hier erzählt, warum auch immer dient sicher nicht zur Wahrheitsfindung. Meister Richard ich habe sie absichtlich beleidig um ihre Reaktion zu testen und das Ergebnis ist leider verheerend. Herzliches Beileid…….

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.