Das Selfie von Naruto. Bild: Twitter

Man glaubt manchmal, dass man schon alles kennt. Man glaubt man habe jeden Wahnsinn schon erlebt, und eigentlich könne einen nichts mehr überraschen. Auch der Autor dieser Zeilen ist manchmal dieser Ansicht – und irrt – wie der nachfolgende Fall zeigt. 

Von Viribus Unitis

Vor sechs Jahren war der Fotograf David Slater in einem Tierpark, genaugenommen im Tangkoko Naturreservat auf der indonesischen Insel Sulawesi. Einem Affen aus der Gattung der Makaken, Naruto genannt, gelang es Slater seine Kamera wegzunehmen und er schoss damit ein Selfie-Foto. Nachdem Naruto erkannte, dass das Ding in seiner Hand weder essbar noch sonst irgendwelche (für Makaken) interessanten Merkmale hatte, ließ er es fallen.

Slater war happy, dass er seine Kamera wieder hatte und entdeckte beim Funktionscheck das Selfie – und bemerkte weiter, dass das Selfie-Foto von Naruto ganz gut geworden war. Slater stellte das Foto als Kuriosität auf der Plattform Blurb ins Netz, mit einer Erklärung, wie es eben zu dem Foto gekommen sei.

Das Foto mit Erklärung wurde auch von einer Mitarbeiterin der Tierschutzorganisation PETA gesehen und gelesen. PETA klagte. 2015 wurde die erste Klage eingereicht. Gegenstand war, dass PETA anführte, Slater habe nicht das Copyright für das Foto um es zu veröffentlichen, weil es ja ein Selfie des Affen gewesen sei, und das Copyright so bei Naruto, dem Makaken-Affen liege.

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Slater meinte, das Copyright liege bei seiner Firma, Wildlife Personalities Ltd, registriert in Großbritannien. Das Gericht entschied im ersten Prozess zu Slaters Gunsten.

Das wollte PETA nicht anerkennen. Nun ist der zweite Prozess dahingehend im Gange. Die ersten Prozesstage waren ohne Ergebnis – das aus drei Richtern bestehende Gremium des 9th US Circuit Cout of Appeals hat noch nicht entschieden – das Urteil steht noch aus.

Der Prozess mag für manche Betrachter nur lustig wirken, hat aber durchaus weitreichende Konsequenzen. Es geht um Copyright und Persönlichkeitsrechte – und das ist im Foto- und Film-Bereich sehr weitgehend gestaltet. Es ist beispielsweise nicht gestattet, Menschen zu fotografieren und diese Fotos dann zu verwenden. Man kann die Fotos verwenden, aber nur dann wenn man die Gesichter der Personen unkenntlich macht.

Dieses Recht auf die Tiere ausgeweitet könnte dazu führen, dass beispielsweise Fotos von Kühen, ins Netz gestellt, von PETA eingeklagt werden (die Kuh hat das Copyright, bzw. die Persönlichkeitsrechte der Kuh wurden verletzt) und PETA als Rechtsvertreterin der Kuh die Entschädigungssumme kassiert. Klingt irre, ist aber genau der Geldbeschaffungsmechanismus der damit erschlossen werden soll. Jedes ins Netz gestellte Urlaubsfoto – vom Tibet-Lama über die Alm-Kuh bis zum Pyramiden-Kamel – kann so zur Geldquelle für PETA werden.

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8 KOMMENTARE

  1. Der Mensch einheitlich auf Tierweltniveau, bzw. die Tiere auf Menschenebene?

    Danach hätte der Mensch dann aber auch die Folgen der Angleichung in umgekehrter Reihenfolge zu ertragen wie Tiere sich untereinander behandeln.

  2. Ein sonderbarer Blödsinn, der hier wieder veröffentlicht wird. Das neue Contra stehtdem alten in nichts nach und der Autor hat sich blamiert.

    1. – Die Persönlichkeitsrechte eines Sachgegenstands

    In den Rechtsordnungen fast aller Länder (Ausnahmen bestätigen die Regel) sind Tiere als Sachgegenstände aufgeführt. Ein Sachgegenstand hat jedoch keine Persönlichkeit. Eine Persönlichkeitsverletzung ist daher ausgeschlossen.

    2. – Fehlendes Mandat des Affen

    Sollt PETA für den Affen klagen, benötigt PETA ein (vom Affen unterschriebenes) Mandat. Das Mandat erübrigt sich, wenn PETA als Eigentümer des Affen ein Recht geltend macht, dass (wegen 1) nur auf Sachbeschädigung oder Diebstahl lauten kann, jedoch nicht auf Persönlichkeitsverletzung.

    3. – Kindergartentraum eines „Geldbeschaffungsmechanismus“

    Der letzte Satz hat es ganz besonders in sich. Selbst wenn ein Gericht irgendwo auf der Welt PETA recht geben sollte (was besoffene oder bekiffte Richter vorausetzt), würde das nicht begründen, dass, wenn irgendwo auf der Welt ein Tier fotografiert wird, eine Geldquelle für PETA sprudelt. Das würde voraussetzen, dass PETA das fotografierte Tier gehört, oder PETA ein (unterschriebenes) Mandat des rechlich als Sachgegenstand deklartierten Tieres haben muss.

    • So ist es! Hinzugefügt könnte noch der winzige Umstand werden, dass Urheberrechte zur Wahrnehmung einen Urheber benötigen, welche Sachgegenstände wie Tiere nicht darstellen. Weiterhin unterliegen dem Urheber Rechte an seinem Geistigem oder Erschaffenem, wenn die Ergebnisse seiner Schaffenskraft einer ursprünglichen Motivation zur Schaffung unterliegen – also der Schaffensprozess i.d.R. bewusst und gezielt erfolgte. Zudem sollte sich das erschaffene Ergebnis von Gewöhnlichem und Üblichem abgrenzen lassen.

      Wäre dem nicht so, könnte ich einen riesen Haufen auf den Fußweg sche*ssen (erschaffen) und jeder Vorübergehende dessen Blick darauf fällt, müsste bezahlen. Niemand dürfte den Haufen verändern oder entfernen, wenn ich es nicht gestatte.

      Auch eine gute Geschäftsidee, oder?

    • Werther Raumkampfkreuzer, Selbstverständlich hätten Sie Recht wenn es da um das Recht im  ursprünglichen Sinn als möglichts nahe der praktischen Vernunft  ginge. Jedoch ist das Zusprechen von Urheberrechten an einen Primaten eine super Steilvorlage um unser Wertesystem ein weiteres Stück zu erodieren. Solche Strolche wie Sie in sowas wie dieser PET sitzen wissen das nur zu gut. Vermutlich bekommen die noch von oben Geld für den Dreck.

  3. "PETA" ? Ist das die Organisation die vor'm obersten Gerichtshof darum kämpft Menschenaffen den Menschenstatus zuzubilligen ? Ich hab das jetzt nicht mehr so genau in Erinnerung, aber da läuft irgend so eine Aktion ….

    na ja, auf jeden Fall, könnte sich daraus m.E. eine Patenschaft ergeben, die durchaus geeignet erscheint, die Grundrechte eines Menschenaffen zu verwalten.

  4. Diese Leute sollten sich dann auch als Ersatz-Versuchsobjekte in Tierversuchslabors zur Verfügung stellen bzw. sich dort einklagen – oder sich im Kuhstall an die Melkmaschine anschließen lassen etc.!

    • … von wegen "Ersatz" … DAS ist eine entscheidende Frage : sind Kreuzungen zwischen Menschen und Menschenaffen und deren Züchtung noch Gesetzeswidrig, wenn ein Menschenaffe einen menschl. Status hat ?

      Und wie lange werden unsere Ethikkommisionen der jüd. Geldmacht, die die Welt in ein sonderbares Haus voller Abartigkeiten verwandeln will, Widerstand leisten können ?

  5. Ausgesprochen fraglicher Verein diese  PETA millionenschwer . Das sehen sie ja schon an diesem Fall . Sitz , natürlich in den USA . Solche Art Firmen kommen immer aus den USA . Auch die die sich Patente für  Pflanzen beschaffen wollen . 

    Ich kenne diese Institutionen und Vereine aus Südostasien die Vorgehensweise dieser Leute geht schon teilweise ins Kriminelle . Die sind sogar im Stande Regierungen zu erpressen .    Für die Richter , denke ich mal , keine einfache Sache . Die Amis nennen das Geschäftsideen .

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