Saudis erhöhen Druck auf Katar

Saudis erhöhen Druck auf Katar Selbst wichtige Terror- und Extremistenfinanciers, werfen die Saudis den Kataris vor, zwölf große Islamistengruppen zu finanzieren. Nun soll der Druck erhöht werden.

Von Marco Maier

Offenbar will Saudi-Arabien einen Regime-Change im Nachbarland Katar durchführen. Der politische und wirtschaftliche Druck auf das von den Muslimbrüdern regierte Emirat wird erhöht. Riad wirft den Kataris vor, Extremistengruppen zu unterstützen – und das, obwohl die Saudis selbst Unsummen in diese Richtung schaufeln.

"Die zwölf größten islamistischen Extremisten haben Verbindungen nach Katar", sagte der saudi-arabische Minister für Kultur und Information Awwad Al-Awwad den Funke-Zeitungen. Die saudische Regierung in Riad wirft Katar nach offizieller Darstellung vor, Terrorgruppen wie die al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel, den "Islamischen Staat", die Muslimbruderschaft und die afghanischen Taliban mit Geld auszustatten.

Allerdings gelten die außenpolitischen Ambitionen der Emirats als wirklicher Grund, zumal das kleine Land mit dem global empfangbaren Sender "Al-Jazeera" ein mächtiges Werkzeug in der Hand hat und auch als Mitunterstützer des vom Westen mit-angeleierten "Arabischen Frühlings" gilt. Es gebe drei Haupt-Probleme mit Katar, so Al-Awwad: Das Land finanziere extremistische Islamisten von Syrien bis Saudi-Arabien, es unterstütze die Ausbreitung des politischen Islams und es habe "ein großes Ego-Problem: Alle Fakten beweisen, dass Katar die Fußballweltmeisterschaft 2022 gekauft hat." Wobei das ja weder eine Neuigkeit noch eine Seltenheit ist. Der Weltfußball ist – wie die ganzen Skandale zeigen – ohnehin ein korrupter Haufen.

Einer gewissen Ironie entbehrt es nicht, dass die radikalislamischen (wahhabitischen/salafistischen) Saudis Katar unterstellen, eine "extremistische Organisation" mit dem Namen "Islamische Bewegung" in Saudi-Arabien zu finanzieren. Der Anführer sei Sa'ad al-Faqih, der von Saudi-Arabien und vielen anderen Ländern gesucht werde. Al-Faqih habe im April und im Juni zu einer "Revolution" in Saudi-Arabien aufgerufen, so Al-Awwad. "Wir können das nicht zulassen. Würde es Deutschland erlauben, wenn Luxemburg das Gleiche täte?", fragte der saudische Minister.

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Andererseits finanziert Saudi-Arabien unzählige radikalislamische Gruppen weltweit und schaffte es auch, in zuvor gemäßigt muslimischen Ländern wie Indonesien oder Malaysia extrem konservative Strömungen massiv zu stärken und so auch auf die Politik dieser Länder Einfluss zu nehmen.

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Ein Kommentar

  1. Es findet zusammen was zusammen passt.

    Mit Saudi-Arabien die radikalsten religiösen Fanatiker ,

    Mit Israel die radikalsten Rassisten,

    Mit dem Westen die grössten Räuber und radikalsten Heuchler.

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