Mossul im Januar 2017 - Bild: Flickr.com/Jordi Bernabeu Farrús CC BY 2.0

Die irakische Stadt Mossul avanciert immer mehr zum alliierten Schlachthaus. Die Zahl der zivilen Todesopfer explodiert.

Von Marco Maier

Beim Kampf um Aleppo in Syrien starben infolge der Kampfhandlungen – wie in jedem Krieg – Zivilisten. Politik und Medien im transatlantischen Westen nutzten diesen Umstand aus, um Russland öffentlich zu desavouieren und zu beschimpfen. Doch die paar Tote in Aleppo stehen in keinem Vergleich zu jenem Massenmorden, welches seit Monaten im irakischen Mossul und seit einiger Zeit auch im syrischen Raqqa vonstatten geht.

So sind laut der Organisation Airwars in der Schlacht um Mossul mindestens 900-1.200 Zivilisten infolge der Bombardements westlicher Streitkräfte (unter anderem Unterstützt von der Bundeswehr, die mit Tank- und Aufklärungsflugzeugen an den Operationen teilnimmt) ums Leben gekommen. Die Organisation Iraq Body Count spricht von deutlich mehr als 1.100 zivilen Opfern im März und April 2017 alleine im Westteil Mossuls aus, wo sich die Kämpfe mit dem "Islamischen Staat" ausweiten.

Im syrischen Raqqa, so Airwars, sollen bis dato mindestens 700 Zivilisten durch westliche Luftangriffe getötet worden sein. Damit steigt die Zahl der durch die US-geführte "Anti-IS-Koalition" getöteten Zivilisten immer weiter an. Und das, ohne wirklich nennenswerte Erfolge gegen die "Islamischen Staat" zu erzielen. Und was noch hinzukommt: Airwars kann lediglich die Anzahl der Toten angeben, die auch tatsächlich verifizierbar sind. Man schätzt jedoch, dass in beiden Städten noch hunderte Tote mehr zu befürchten sind, was jedoch angesichts der unübersichtlichen Lage einfach nicht bestätigt werden kann.

Interessant ist auch: Der Westen beschuldigte Russland immer wieder, Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen in Aleppo bombardiert zu haben. Wenngleich man sich hierbei immer wieder auf "Informationen" der Al-Kaida und der mit der Terrorgruppe verbundenen "Weißhelme" berief. Doch die westlichen Alliierten bombardieren in Mossul und Raqqa (ebenso) Moscheen, Schulen, Krankenhäuser und Wohnhäuser.

Inzwischen sollen bereits rund 80 Prozent von West-Mossul komplett zerstört sein. Wie viele Tote sich unter dem Schutt und den Trümmern befinden, weiß niemand. Überlebende dort sehen sich mit dem Hungertod kofrontiert. Man schätzt, dass unter den von NATO & Co zusammengebombten Gebäuden mindestens 4.000 Leichen liegen.

Auch wenn es keinen "sauberen Krieg" gibt, so zeigt gerade auch dieser Fall von Mossul und Raqqa, wie tendenziös die westlichen Medien berichten: Ein paar hundert tote Zivilisten in Aleppo machen Russland zum "Monster". Doch tausende Tote in Mossul und Raqqa werden kleingeredet und als notwendige Opfer im Kampf gegen den "Islamischen Staat" dargestellt.

11 KOMMENTARE

  1. nun  sieht mossul also aus wie aleppo in syrien! wo ist der unterschied von den truppen der us koalition unterstützten und assads armee, die sie brutalität vorwarfen und noch so einiges andere.

  2. " Auch wenn es keinen "sauberen Krieg" gibt, so zeigt gerade auch dieser Fall von Mossul und Raqqa, wie tendenziös die westlichen Medien berichten "

     

    Und wenn wir mal ehrlich sind, es es genau umgekehrt: In den westlichen Medien werden die zivilen Opfer auch der westlichen Angriffe scharf verurteilt, während aber in den vermeintlichen Alternativmedien (und den russichen Medien ohnehin) nur die westlichen Angriffe verurteilt werden.

    • richtig tm, man könnte also glatt vermuten, dass die Alternativen den Kommunisten zuarbeiten.

      Das ist es, was gemeint wird mit : Russland beeinflusst im Westen die Wahl.

      Wir müssen hier immer schön aufpassen, vor welchen Karren man uns eigentlich spannen will !

    • Die Alternativen Medien verzichten auf widerliche Hollywood-Inszenierungen wie "White Helmets" .

      Die MSM sind reine Kriegspropaganda während die Alternativen Medien Gegenargumente bringen.

    • Und wenn wir mal ehrlich sind, es es genau umgekehrt: In den westlichen Medien werden die zivilen Opfer auch der westlichen Angriffe scharf verurteilt, während aber in den vermeintlichen Alternativmedien (und den russichen Medien ohnehin) nur die westlichen Angriffe verurteilt werden.

      Das sind Wunschvorstellungen eines gelernten Westeuropäers, der die westlichen Medien mit der rosaroten Brille liest!

  3. Der Begiff " alliiertes Schlachthaus ist ein gelungener Wurf, um die Verbrechen des Westens vorzuführen!!!!!!!!!!!!!!!!

  4. Wenn zwei das Gleiche tun,ist dies nicht immer das Gleiche.

    Nach diesem Motto handeln immer mehr die Medien der westlichen Welt und so werden die Toten Zivilisten in Aleppo als ein Verbrechen der Russen und Assads hingestellt und die Toten in Mossul werden als Kolateralschäden angesehen,da ja in jedem Krieg Zivilisten zu beklagen sind.

    Die westlichen Medien haben sich so unglaubwürdig gemacht durch ihre Einseitigkeit in der Berichterstattung,dass jeder vernünftig denkender Mensch nur zu dem Schluss kommen muss.

    Traue keinen Medien in der westlichen Welt,welche durch Regierungen gesteuert sind .

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