Kurz – und gut?

Sebastian Kurz, gerade erst einmal 30 Jahre alt, hat es geschafft. Er wurde am Wochenende zum Bundesparteiobmann der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) gewählt. Im zarten Alter von 24 wurde er in die Bundespolitik bestellt, bis dato konnte er am internationalen Parkett als Außenminister seine Schritte verfestigen und im Herbst könnte er jüngster Bundeskanzler Österreichs werden.

Ein Gastartikel von Wilhelm Hofer

Was waren die Unkenrufe laut, als der junge Sebastian Kurz vom damaligen ÖVP-Chef Michael Spindelegger zum Staatssekretär für Integration bestellt wurde. Wie er selbst erzählte, war er sich gar nicht so sicher ob er das schaffen würde. Vor der Zusage fragte er sicherheitshalber Josef "Sepp" Pröll – der einst auch die ÖVP anführte – ob dieser Posten etwas für ihn sein könnte. Die Antwort kam sehr rasch: "Alles Sebastian, nur nicht den Integrationsstaatssekretär", war die Antwort von Sepp, dessen Onkel der niederösterreichische Ex-Landesfürst Erwin Pröll ist.

Sebastian Kurz hatte nicht auf Josef Pröll gehört und sich in das Abenteuer gestürzt. Gestürzt haben sich auch die Zeitungen – nämlich auf den jungen bemitleidenswerten feschen und smarten Kerl. Die Mainstreamer wussten genau, dass aus dem Kurz nichts werden kann. Zu jung, keine Erfahrung – was will der überhaupt in der Politik. Ab in die Sandkiste und Sandburgen bauen. Kurz lernte aber sein Handwerk in Windeseile. Auch wenn er manchmal nicht so richtig die Worte fand oder unglücklich formulierte und zu Beginn einen echten Konservativen vermissen ließ, änderte sich das bis dato ins Positive. Sicher ist Kurz für viele nicht konservativ genug, für eine ÖVP, eine Partei der Mitte, ist seine Position aber schon rechts davon.

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Sicher könnte man als Zweifler das Verhalten von Kurz auch anders erklären, denn schließlich hat sich die komplett konservative Partei endlich wieder von den Sozialisten gelöst und entfernt. Hat man doch unter Spindelegger schon vermutet, diese Regierung sei zu einem einzigen linken Block zusammengeschmolzen. Hätten die Freiheitlichen (FPÖ) in dieser Stärke und Vehemenz nicht versucht Österreich aus diesen Linksdrall zu befreien, wäre die ÖVP heute eine zweite CDU, deren Chefin konservativ daherkommt, aber linke Politik umsetzt. Das wollen natürlich viele Österreicher nicht.

Man muss sagen, dass die Loslösung der ÖVP aus dieser linken Umklammerung nicht Sebastian Kurz zu verdanken ist. Dafür ist die damalige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, die eiserne Lady Österreichs, die den Balkan für die reisefreudigen Migranten in Eigeninitiative mit den Anrainerländern geschlossen hatte, verantwortlich. Diese erntete aus Brüssel und aus dem Berliner Hauptquartier weniger schöne Worte, die deutsche Presse gesellte sich natürlich noch dazu. Dann trat Mikl-Leitner 2016 zurück um schlussendlich 2017 Landeshauptfrau von Niederösterreich zu werden – so hat es Erwin Pröll gewollt. Ihr folgte zum Glück Wolfgang Sobotka nach, der ebenfalls mit dem Parteichef Mitterlehner (auch nur Kurzzeitchef) und eben Sebastian Kurz, die Volkspartei von den Sozialisten abkoppelte, um sie auf einen konservativen Weg zu bringen. Natürlich immer mit der FPÖ im Nacken.

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Schon als Faymann noch der SPÖ-Capo war, ließ mann es ordentlich krachen. Keine Woche verging, in der es keinen Koalitionszwist gegeben hatte. Und mit dem Ex-ÖBB-Chef Christian Kern, wurde das nicht besser. Da wurden auch die Rufe nach Neuwahlen lauter. Es wurde beschwichtigt und beruhigt – alles sei in Ordnung. Sebastian Kurz ist aber in diesen 6 Jahren zu einem Politiker herangereift. Einen Politiker den man durchaus ernst nehmen kann. Und manchmal hört man da Worte, die man auch bei der FPÖ verorten könnte. Das gefällt einem Erzkonservativen schon auch mal.

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Mitterlehner spürt die aufkeimende Konkurrenz. Eines war sowieso sicher: Hat dieser Bursche seine Lehrzeit gut überstanden, dann stellt er den Führungsanspruch. Die Frage war immer nur, wann das sein wird. Dass solche Vorgänge nicht ganz unsauber vonstatten gehen, ist vollkommen klar. Mitterlehner hat den internen Machtwechsel nicht niederschlagen müssen. Er war nicht der Parteichef, der seinen Posten bis aufs Blut verteidigt. Es hatte eher den Anschein, als hätte er die Freude an diesem Job schon verloren. So kam der junge Sebastian Kurz ans Ruder, die Zeit war endlich gekommen. Aber es muss sich etwas bewegen in der ÖVP. Eine Altherrenrunde wie immer wieder zuvor, konnte man mit Kurz nicht mehr aufstellen.

Kurz ist angetreten um seine Partei umzukrempeln. Der Bundesparteitag am Wochenende bestätigt seinen Erfolg, denn er wurde mit 98,7 Prozent zum neuen ÖVP-Chef gewählt. Er und somit auch die "neue" ÖVP sind beliebt wie schon seit Wolfgangs Schüssels Zeiten nicht mehr. Dieser junge Mann hat die Chance im Herbst Bundeskanzler zu werden. Eines ist aber schon jetzt sicher: eine Koaltion mit der SPÖ wird es nicht mehr werden. Der Vizekanzler wird H.C.Strache sein. Nur der "unabhängige" grüne Bundespräsident, Alexander Van der Bellen, könnte das noch verhindern.

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19 Kommentare

  1. Den Kurz lassen die (noch) nicht ran an den Präsidentenposten, weil der nicht ausreichend eingewoben ist in das Rothschild'sche Spinnennetz. Eher wird er einen Autounfall oder eine unheilbare Krankheit haben…

    1. Der Kurz traf sich mit Soros vor einigen Woche !!!

      Sebastian Kurz! Schauen wir uns einmal seinen Lebenslauf an (Quelle Homepage des Außenministeriums): 2004 Matura, 2004/2005 Bundesheer, 2005 beginnt er Jus zu studieren, scheitert aber. Ab 2007 Berufspolitiker – bekannteste Aktion von ihm war das Geilomobil und eine Kondomverteilaktion (dies gilt noch immer als die peinlichste Jugendkampagne aller Zeiten). Also nie ernsthaft gearbeitet, aber er will wissen, was die "normale" Bevölkerung für Probleme hat. Liebe Leute: lasst euch nicht blenden!!!

       

      1. Heute hat er veröffentlich, daß er für den Wahlkampf keine Gelder der ÖVP verwenden will sondern nur Gelder von ausserhalb (Spenden) verwenden wird. Es ist zu verlangen, daß lückenlos offengelegt wird woher die Gelder kommen!

      2. @Austriak   …. ja wir gelernten Österreicher wissen oft sehr schnell, wann wir wieder einmal mit einer Luftblase konfrontiert werden.

        Muss meine Sebastian Einschätzung von vor 2 Jahren zurück nehmen, denn nachdem ich nun aus dem Hintergrund weis "wer" hinter Kurz steht und welche Truppe da die treibende Kraft dahinter ist, kann ich nur sagen "armes Österreich" 🙁

        Lieber Herr Hofer, ihr Artikel liest sich doch sehr als Wahlwerbung für Kurz !

        "Liste Kurz" …….sorry aber was für Schwachsinn soll das denn sein !? Lass dir Eier wachsen lieber Sebastina und erst dann komm wieder. Das hinter dir die ganze Mischpocke der alten Herrn wie Schüssel, Konrad und Co stecken, denen Österreich aber sowas von schei.. egal ist, sondern unser schönes Land lediglich zur Ausbeutung und Auslebung ihres Herrscher-Wahns dienen, wird hoffentlich auch vielen anderen Österreichern noch vor dem 15.10 bewußt.

        Ach und den letzten Absatz des Artikels kann man auch anders lesen, denn diese 98,7 % bedeuten nichts anderes, als das die "Herrschaft der Altherrn" das ganze Parteigremium weiter unter Kontrolle hat und somit alle weiter nach ihrer Pfeife tanzen.

  2. Ich möchte diese Lobhudelei etwas relativieren! Und zwar mittels seiner Aussagen über Migranten, die anscheinend einen gleich hohen oder sogar höheren Bildungsgrad aufweisen als Österreicher und seine Glückwünsche zum Beginn des Ramadan! Soweit ich es in Erinnerung habe.

    Hat er auch frohe Weihnachten den österreichischen Christen gewünscht? Ich habe es nicht gehört.

    Wer sich als glühender EU Anhänger outet, die diese Migration organisiert und Länder mit Sanktionen bedroht, sollten sie sich weigern, Migranten nach dem EU Schlüssel aufzunehmen, dem bringe ich größte Skepsis entgegen!

    Ich habe gelesen, daß er Mitglied des european councel of foreign relations ist, den Soros finanzieren soll!

    Er hat sich ja mit Soros getroffen. Sowie Kern mit dem Sohn von Soros

    Und damit disqualifiziert sich ein Politiker für mich persönlich für den Vertrauensvorschuß, für den er wirbt, daß er eine neue Politik macht!

    Denn eine Partei umkrempeln heißt nicht unbedingt, eine neue Politik zu gestalten, sondern nur die Bremsklötze zu entfernen, um eine schlagkräftige Durchsetzung der Parteispitze zu gewährleisten!

    Wie die Politik im Detail ausschauen soll, hat man noch nicht gehört.

    Was die wirklichen Probleme Österreichs angeht, bezweifle ich eine grundlegende Änderung der Bewältigungsstrategie, denn solange jemand die Marschrichtung der EU teilt, karikaturiert sich jeder Versuch einer eigenen nationalen Politik.

    Dazu gibt die EU keinen Spielraum mehr her!

    Für mich persönlich Wahlpropaganda, und im Kontext der Soroskontakte sehe ich keine grundlegende Änderung in der Politik Österreichs, denn die weiterhin von der EU forcierte Migration läßt so viele neue Probleme, die tief in die Gesellschaft hineinwirken, entstehen, daß die Summe der Probleme nur größer wird und nicht kleiner!

    Seine Parteireform läßt mich persönlich daher nur die dadurch mögliche potentere Durchsetzung einer Politik im Sinne der EU vermuten!

    Es hat so viele Umfaller von Politiker bezüglich ihrer Ankündigungen gegeben, daß man gut beraten ist, keine naiven Vertrauensvorschüsse wie Bonbons zu verteilen!

     

     

  3. Der Kurz setzt auf Fremdfinanzierung und hat ÖVP Mitglieder in seinem Team ausgeschlossen.

    Wer ihn finanziert, ist nicht bekannt. Das Beispiel Macron als Handlanger des Internationalen Kapitals ruft sich in Erinnerung.

    1. …das würde mich nicht wundern! Wie sonst kommt so ein Bubi mit NULLkommaNULL Erfahrung in solch eine Position? In dem Alter sind die meisten mit Hirn allerbestenfalls niedriger Abteilungsleiter oder Assistent von jemandem, der was zu melden hat.

      Sein Aufstieg hat eher mit Vitamin-B als mit Leistung zu tun.

  4. Es tut mir wirklich etwas leid.

    Ich habe in meinen Internet-Radios auch die Ö-Sender vorprogrammiert gleiches gilt für mein Sat-Fernsehen inclusive Hbtv.

    Ich entnehme meinen gesamten Informationsmöglichkeiten eher die Aussage, dass da ein No-Name-Bürschlein via Medien in dieses Amt gehievt wurde.

    Nun will ich den Stab über ihn nicht brechen.

    Auch ein Arminius diente anfangs unter fremden Herren. Ein Victor Orban nutzte Bildungseinrichtungen der Soros-NGOs.

    Aber, nun komme ich, wie immer, zu der Frage des intellektuellen Potentials. da sehe ich momentan keinen entwicklungsfähigen Ansatz bei dem Herrn Kurz.

    Wahrscheinlich gehört er zu den Personen, die schon immer Marionette sein wollten, ist ja auch so prima einfach.

    Man braucht sich nicht selbst zu merken, wann der Mund geöffnet werden muss und die Texte schreiben sowieso andere. Hauptsache man sieht jung, frisch fotogen aus – also die Anforderungen die auch an ein Brötchen aus dem Backautomaten gestellt werden.

    Ich bin sehr, sehr skeptisch bei Herrn Kurz. Damit hat er aber auch die Chance mich kräftig zu enttäuschen und ein sehr anständiger Politiker für sein Heimatland zu werden.

    Falls mich dann ein Leser meines Kommentars, auf dieser Seite, auf meine damalige Aussage hinweist, ja dann bin ich mit Sicherheit gern bereit meine frühere Aussage zu revidieren.

     

  5. Nur van der Bellen könnte das noch verhindern….! Ja und gerade deshalb haben sie diesen Typen noch hineingeschoben, entschuldigung hineingewählt.

  6. Seit ich weis ( gelesen) das auch Kurz ein heimlichen Treffen vor Monaten mit Soros hatte, ist auch Kurz für mich unglaubwürdig geworden.

    Guckst du auch: 

    http://www.anonymousnews.ru

    Putin über Europa ( +Video) : Genderwahn und Migration bedeuten Volkstod – versteht Ihr das denn nicht ? 

  7. Aber ich lass mich überraschen. Denn für ihn spricht – das Strache von der FPÖ dann der Vizekanzler werden könnte.

    Aber müsste ich in Österreich wählen – käme nur die FPÖ mit Strache infrage.

    1. @Emma:

      Es gibt keine Wahlpflicht in Österreich. Und wer mit Blankovollmacht (Wahlkreuz) um Zugabe betteln will, soll das auch tun. Und sich darüber freuen, 50% seines Einkommens an diesen Klamauk abgeben zu MÜSSEN.

       

  8.  Realpolitisch hat die EU die Politiker in den Nationalstaaten bereits mehr oder weniger entmachtet! Die Kompetenzen sind zu ca.75% der EU übertragen worden. Die Altparteien haben Österreich längst an Brüssel oder auch sonst wen verkauft, ohne daß das Politpersonal im gleichen Ausmaß reduziert worden wäre. Bei Wahlen geht es daher nicht mehr darum eine gestaltungskräftige politische Führung zu wählen sondern nahezu ausschließlich um die Sicherung der Partei- und Politikerpfründe. Vor diesen Hintergrund und nur vor diesem, ist die ungewöhnliche ÖVP-Personalrochade die meilenweit nach Unernsthaftigkeit und Wählerverprellung riecht, zu sehen. Man braucht nur ein glattes junges Gesicht und Mundfertigkeit. Politisches Profil und politische Führungsfähigkeiten, langjährige Erfahrung,  Qualifikation und gestalterische Befähigungen sind in Zeiten in denen die allgemeine Verantwortungslosigkeit in der Politik kultiviert wird nicht erwünscht. Es handelt sich um die faulen Früchte der EU.

    1. Nachtrag: Wenn man  die honorige nationalstaatliche Volkspartei ÖVP mit diesen unwürdigen dekadenten Vorgängen vergleicht wird bewußt auf welchem Niveau diese Partei in der Zwischenzeit gelandet ist! Nämlich auf der primitiven Ebene des Parasiten der davon lebt den Wirt sukzessive zu schwächen und zu ruinieren.

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