Die Hauptstadt von Katar, Doha. Bild: Flickr / marc.desbordes CC BY-NC 2.0

Arabischen Medienberichten zufolge drohen Saudi-Arabien und drei weitere Länder mit weiteren Maßnahmen gegen Katar, welches jetzt schon massiv blockiert wird.

Von Marco Maier

Der Disput rund um das Golf-Emirat Katar, welches seit Wochen von einer Gruppe um Saudi-Arabien und Bahrain wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich blockiert wird, geht in eine weitere Runde. In einer gemeinsamen Erklärung von vier arabischen Staaten unter Führung Saudi-Arabiens heißt es laut arabischen Medienberichten:

"Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, politische, wirtschaftliche und rechtliche, wie und wann wir es für angebracht halten, um unsere Rechte, Sicherheit, Stabilität und Interessen vor der aggressiven Politik der Regierung Katars zu schützen."

Während die anderen Golfstaaten selbst als wichtige Terrorfinanciers gelten und das wahhabitische Königreich Saudi-Arabien weltweit radikalislamische Gruppen unterstützt, werfen gerade diese dem von den Muslimbrüdern regierten Katar vor, Terroristen zu unterstützen. Klar, Katar unterstützt radikalislamische Terrorgruppen in Syrien – aber das tun die anderen auch. An Scheinheiligkeit ist das Verhalten jedenfalls nicht zu überbieten.

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Nun drohen Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten dem kleinen Golfstaat faktisch schon mit Krieg – auch wenn dies offiziell noch nicht ausgesprochen wird. Denn Katar wird sich den Ultimaten dieser Länder gewiss nicht beugen, so lange es noch in der Türkei einen gewichtigen Unterstützer hat und auch der Iran – trotz politischer Differenzen – das Emirat nicht fallen lässt.

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3 KOMMENTARE

  1. Da beide Seiten Vasallen der USA sind, wird es zu keinem Krieg kommen. Wahrscheinlicher ist, dass der CIA dafür sorgen wird, dass die Staatsführung Katars weggeputscht oder womöglich etwas eleganter ausgetauscht wird und danach Einvernehmlichkeit zwischen allen Golf-Anrainern herrscht. Die braucht man schließlich, wenn die große Auseinandersetzung mit dem Iran beginnt.

  2. Schon sehr merkwürdig, ich denke auch, daß das viel mit Iran zu tun hat. Also, man (USA und deren Vasallen) möchten verhindern, daß Katar sich mit Iran zu gut versteht bzw. "schlimmer noch", von denen lernt (selber souverän sein und anderen deren Souveränität nicht anzutasten…). Meine Empfehlung an Katar: nicht zu sehr auf die Türken vertrauen (noch in der Nato…), sondern sich noch mehr in Richtung Russland und Iran bewegen und für Versöhnung in Syrien zu sorgen (Glaubwürdigkeit beweisen).

  3. Katar unter der Iran unterstützen in Syrien und Jemen unterschiedliche Seiten. Von einer "engen Beziehung" kann überhaupt keine Rede sein.

    Von den Saudis kommt, wie erwartet, nichts anderes als heisse Luft.Die werden noch paar mal Drohen und dann wird die Aktion im Sande verlaufen.

    "heisse Luft", "im Sande verlaufen" passt alles irgendwie 🙂

     

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