Erfolgte die Isolation Katars auch deshalb, weil das Land die China-Geschäfte in Yuan tätigt und auf gute diplomatische Beziehungen zum Iran angewiesen ist? Die Indizien sprechen jedenfalls dafür.

Von Marco Maier

Die von Saudi-Arabien geführte Allianz, die Katar seit einigen Wochen blockiert, scheint auch tiefergehende Gründe für deren Aktionen zu haben. Die Unterstützung von Terrorgruppen durch die Kataris ist hierbei nur ein Vorwand, zumal auch die Saudis und andere Golfstaaten zu den großen Terrorfinanciers gehören. Und auch die diplomatischen Beziehungen zum Iran sind noch lange kein Grund für Unfrieden.

Auch wenn sich Katar und der Iran in Syrien als Feinde gegenüberstehen, zumal die Kataris diverse islamistische Milizen dort unterstützt, während die Iraner hinter Präsident Bashar al-Assad stehen, so haben sie ein gemeinsam genutztes Gasfeld. Und beide Staaten haben mit China Yuan-Geschäfte abgeschlossen, was der Dollar-Hegemonie schadet. Hinzu kommt, dass Katar in dieser schweren Stunde lediglich von der Türkei und dem Iran Hilfe bekommt. Solche Alliierte, die Nahrungsmittel und Medikamente liefern, lässt man nicht fallen. Vor allem dann nicht, wenn man angesichts der eigenen Gasmärkte in Ostasien auf den Nachbarn Iran angewiesen ist.

Immerhin haben die Amerikaner und die Saudis in den 1970ern ein Abkommen geschlossen, wonach Riad den Einfluss auf die arabische Welt nutzen soll, um das Erdöl in US-Dollar zu handeln, was diesen komme was wolle stärken würde, dafür kaufen ihnen die Amerikaner viel Öl ab und bezahlen dieses mit US-Staatsanleihen. Gleichzeitig erhielten die Saudis faktisch freie Hand in der sunnitisch-islamischen Welt und konnten die Finanzierung salafistischer Imame und Moscheen vorantreiben. Eine Win-Win-Situation für beide Staaten, die auch auf Geheimdienstebene eng zusammenarbeiten (siehe Taliban/Al-Kaida, 9/11 usw.).

Schon der Angriff auf den Irak, weil dieser im Jahr 2000 ankündigte, sein Öl künftig in Euro zu verkaufen und jener auf Libyen, weil Gaddafi den afrikanischen Kontinent von Dollar und internationalen Kredithaien (IWF & Co) befreien wollte, waren reine ökonomische Kriege. Katars China-Geschäfte auf Yuan-Basis, sind da Washington und der Wall Street auch ein Dorn im Auge. Zwar umfassten diese während der letzten beiden Jahre umgerechnet "nur" rund 86 Milliarden Dollar, doch wenn dieses Beispiel Schule machen würde…

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Für die USA und deren Alliierte am Persischen Golf geht es hierbei vor allem ums finanzielle und wirtschaftliche Überleben. Bricht das globale Dollar-Regime zusammen, würden auch die Saudi-Scheichs Unsummen verlieren. Und das in Zeiten, in denen sie aufgrund des niedrigen Ölpreises schon selbst damit beginnen müssen, Unsummen an Assets auf die Märkte zu werfen und so den Dollar unter Druck zu setzen.

Ist die Katar-Krise also auch auf das immer stärker wankende Dollar-Regime zurückzuführen, welches darauf angewiesen ist, abtrünnige Staaten möglichst rasch und effektiv wieder "auf Linie" zu bringen, bevor sich noch mehr Länder es anders überlegen und den Dollar einfach so fallen lassen?

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14 thoughts on “Katar-Krise: Alles wegen dem Dollar?”

  1. Da liegt Marco Maier sicherlich richtig, wenn er die "Unverschämtheit" der kataris, in YUAN zu bezahlen, als Grund für die "Isolation" des Scheichtums nennt. Wobei mich das Schicksal der Bettlakenträger kaum tangiert, mögen sich die IS-Finanziers gegenseitig plattmachen.

  2. Es gibt noch einen Grund für die Isolierung des Katars. Dieser hat sich via Russland mit Assad geeinigt und darf künftig begrenzte Gasmengen über Syrien nach Europa transferieren.

  3. Keine Frage – der Handel von Öl gegen nationale Währungen ist ein Angriff auf den Dollar-Kurs. Gaddafi, Saddam Hussein und der Iran haben das auch gemacht – prompt sind sie die "Achse des Bösen".

    Das Interessante daran ist, dass die Staatsführer in Katar diesen Zusammenhang natürlich kennen – und trotzdem Öl gegen Yen verkauften. Mit anderen Worten, die Kataris versuchten eine Abkopplung zur USA und damit eine Annäherung an die Achse Rußland-China.

    Ein winziges Land wie Katar legt sich mit den USA an – das nenne ich mal Mut.

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    Die türkische Intervention gegen die USA

    Noch brisanter wird die Situation durch die Stationierung türkischer Truppen in Katar, denn damit ergreift Erdogan militärisch Position gegen die Interessen der USA. Das ist im Prinzip eine halbe Kriegserklärung an die USA.

    Sollten die USA jetzt ihre Vasallen Saudi-Arabien und VAE gegen Katar marschieren lassen wäre das ein Stellvertreterkrieg USA gegen Türkei, was die Türkei natürlich in die Arme von Putin treibt und sogar einen Nato-Austritt der Türkei zur Folge haben kann. Dann würde auch die Unterstützung der Türkei für den IS gestopt, damit der Syrienkrieg für Usrael verloren und die gesamte Nahost-Politik der USA wäre nur noch ein Scherbenhaufen.

    Fazit: Wir sehen da gerade einen Paradigmenwechsel. Die Schwellenländer fangen seit wiedererstarken Rußlands an, die Seiten zu wechseln. Das wird noch ziemlich spannend!

     

  4. Dollar, die Achilesferse des Imperiums.? Quasi das Lindenblatt in der Rüstung des Monsters.

    Das Dilemma, fällt der zu schnell wird er zur Massenvernichtungswaffe. Der Niedergang der USA muss daher in einem langsamen Sinkflug geschehen. Was die Sache für Asien, allen voran China, nicht leichter macht.

  5. Helmut Schmidt meinte mal, wenn man sein Öl gegen Dollar verkauft, bekommt man dafür nur Papier!

    Dieses Papier, genannt Dollar, ist mittlerweile durch nichts mehr gedeckt als den Glauben an diese Währung, die unbegrenzt nachgedruckt werden kann. D.h., die USA haben einen immerwährenden Vorteil gegenüber allen anderen Staaten, solange sie den Dollar als Zwangszahlungsmittel für Rohstoffe aufrechterhalten können.

    Dass diese Anmaßung die rohstoffliefernden Länder zur Dollarzahlung zu zwingen mit militärischen und sonstigen Drohungen abgesichert werden muß liegt auf der Hand, aber auch, dass diese Anmaßung nicht ewig Bestand haben kann.

    1. Vergiss endlich mal den Helmut Schmidt. Der hat auch viel falsch gemacht.

      Wo er perfekt fungierte, war als Blender. Er konnte der Deutschen hoechste Gefuehle oeffnen und dabei deren Verstand komplett auschalten.

      1. Schmidts Freund war der sich von seiner Gottheit für auserwählt haltende Kissinger. Was wäre gewesen, wenn Schmidt nicht geklüngelt hätte? Wäre er von der sich von ihrer Gottheit für auserwählt haltenden Intrigenpresse zugrunde geschmiert worden? Oder mit dem Flugzeug abgestürzt wie Möllemann mit dem versagenden Fallschirm nebst versagendem Reservefallschirm?

        1. @ Gurke

          Warum sollte ich Schmidt vergessen? Er hat viele richtige Dinge gesagt. Wenn ich Schmidt zitiere, heißt das nicht, dass ich für Kissinger bin! Gerade Schmidts Kritik am herrschenden Dollar hat Kissinger ganz bestimmt nicht gefallen!

          Mit Schmidt als Kanzler hätten wir bestimmt nicht die Situation, die wir heute vorfinden. Es gab in der BRD keinen Kanzler, der den Amerikanern mehr widersprochen hat!

      1. Du wieder, der ehemalige "Steve" von Neopresse, ich weiß Bescheid! Helmut Schmidt war ein guter Politiker. Hier wird nichts glorifiziert. Na ja drüben, hattet ihr ja nur Pappnasen…

  6. Eines ist nun mal ganz klar: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. – Weiter, als bis zur der Überschrift, braucht man gar nicht mehr zu lesen !

  7. US-Verbrechen über US-Verbrechen! Aber hierzulande gibt es noch immer US-Fritten-Fresser und angebliche Buntfunkanstanstalten, die tatsächlich gar nicht bunt und auch nicht multikulturell sind, sondern mit monokulturellem Englisch und Denglisch die Hirne der Bevö…, des Volkes verschmutzen. Millionen Kriegssteuerzahler laufen mit casual we.., Freizeitkleidung herum, bei der es sich um Blutsäuferuniformen handelt, weil sie mit englischen Geschwätz bedruckt sind. Schämen diese Dummköpfe sich nicht?

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