Katar: 13-Punkte-Ultimatum um 48 Stunden verlängert

Das Ultimatum gegen Katar wurde um 48 Stunden verlängert, am Mittwoch fällt die Entscheidung wie es weitergeht. Katar ist nicht bereit auf die Forderungen zur Gänze einzugehen, und Saudi- Arabien ist nicht bereit über die Forderungen zu verhandeln. Gespannt wird auf die Entscheidung am Mittwoch gewartet.

Von Viribus Unitis

Wie in meinem letzten Artikel dargelegt hat Katar von seinen Blockade- Nachbarn ein 13-Punkte-Ultimatum gestellt bekommen, das eigentlich am 3. Juli ausgelaufen wäre. Katar hatte 10 Tage Zeit zur Antwort, und Katar hat nicht ignoriert aber verzögert.

Katar hat für Montag den 3. Juli eine Erklärung zu den 10 Punkte angekündigt und zusätzlich im Vorfeld erklärt, einige Punkte würden zurückgewiesen – und somit klar das Ultimatum um einen Tag bewusst versäumt. Die Blockadestaaten haben daraufhin das Ultimatum verlängert, man wollte Katar keine Gelegenheit geben, zu sagen, unsere Erklärung ist von den Blockadestaaten nicht mal bewertet worden.

Der neue Zeitplan ist offenbar so, dass die Blockadestaaten am Montag die Antwort Katars bekommen, am Dienstag national beraten wie sie dem antworten, und am Mittwoch- das Treffen ist schon geplant – ein internationales Blockadestaaten- Treffen haben, in dem sie Ihr weiteres vorgehen festlegen.

Die Saudis erklärten zwischenzeitlich zum wiederholten Male, dass die Forderungsliste nicht verhandelbar sein, und der VAE- Außenminister erklärte, weitergehende Sanktionen gegen Katar seien bereits in Vorbereitung, falls die aktuelle Forderungsliste nicht erfüllt werde.

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Nur Türken und Deutsche halten zu Katar, der Rest der wichtigen Welt ist neutral oder pro Blockade

Katar´s Verteidigungsminister meinte, die Blockade sei eine Kriegserklärung, die Türken erhöhten nach einem Treffen der beiden Außenminister das Truppenkontingent das sie in Katar stationiert haben, Katar´s Außenminister erklärte, die Forderungsliste sei unakzeptabel.

Das mit dem UN-Sicherheitsrat dürfte für Katar nicht so einfach werden. Nicky Haley, UN- Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen sagte (Original um Verfälschungen zu vermeiden) es wäre eine gute Zeit um Katar zu sagen "quit funding Hamas … but at the same time, go back to Saudi Arabia and say look you can talk to them [the Qataris] … you got to cut this out, you've got to stop doing this.“ und weiter – damit auch Saudis Terrorverstrickungen indirekt anzusprechen: "an opportunity to sort of hit on both of them".

Trump meinte, seine UN-Botschafterin unterstützend – es müsse eine Einigkeit zwischen den Golfstaaten herrschen, aber nicht um den Preis der Terrorismusunterstützung. Keinem Land dürfe Terrorismusunterstützung erlaubt werden – dies sei nicht verhandelbar. Ins gleiche Horn stießen auch die VAE, die Gespräche (sind das Verhandlungen) durchaus für möglich halten, aber einen Kompromiss in der Terrorismusfinanzierung ausschließen.

Russland bemüht sich um strikte Äquidistanz zu beiden Lagern. Putin sprach sowohl mit Bahrain, einem Blockadestaat, also auch mit Katar, und betonte in beiden Gesprächen, die Beteiligten müssten untereinander Ihre Probleme selbst lösen. Diese Haltung nimmt Russland auch beispielsweise im Konflikt in der South China Sea an. Japans Abe meinte, die Forderungen seien „hart“, und Deutschlands Gabriel forderte Verhandlungen zwischen den Parteien. Gabriel vermied es diesmal, Katar ausdrücklich den Rücken zu stärken.

Katar erklärte, man werde den Sendebetrieb von Al Jazeera keinesfalls einstellen, wobei dieses Statement auch von der UN unterstützt wird – der Vorsitzende des UN- Menschenrechtsrates, der Jordanier Zeid al Hussein, machte dieses Statement. Katar rief auch den UN- Sicherheitsrat an, man möge Katar helfen.

Der Botschafter der VAE in Russland erklärte, die Araber würden nicht für sich reklamieren, eine freie Presse zu haben. Indirekt sprach er damit auch an, dass jene die Al Jazeera als freie Presse unterstützten, keinesfalls einen „freie Presse- Sender“ unterstützten, sondern einen kontrollierten Staatssender der unter Polit- Kontrolle ist, und verbreitet was Ihm vorgegeben wird.

Der Botschafter sprach damit die naiven Unterstützungsstellungenahmen von internationalen Medienverbänden an. Diese meinten Al Jazeera zu schließen sei ein Angriff auf die Pressefreiheit. Al Jazeera arbeitet nicht im Rahmen der Pressefreiheit, sondern im Rahmen der Katar- Regierungsvorgeben. Es ist ein Propaganda- Organ, für das man eigentlich keine Unterstützung geben sollte. Gut, zum Ausgleich für die Abschaltung von Al Jazeera müsste man auch die Einstellung des Sendebetriebes für die regierungsgelenkten Propaganda- Sender in den Blockadestaaten fordern.

Katar- Wirtschaftsfront: Dunkle Wolken am Finanzhorizont

Traditionell sind alle arabischen Staaten finanziell in Großbritannien stark vertreten, und die britischen Banken gelten als Hausbanken der Araber. Nun beziehen einige der größten Finanzhäuser Stellung – gegen Katar.

Einige britische Banken haben den Handel mit Katar´s Währung – dem Riyal eingstellt. Keine kleinen Institute, Lloyd´s Banking Group gehört dazu, ebenso Tesco Bank und die Royal Bank of Scotland. Barclays Bank und HSBC haben angekündigt, den Kleinhandel einzustellen, aber für Ihre Geschäftskunden weiterhin Katar- Riyal- Geschäfte abzuwickeln – fragt sich nur wie lange noch.

Was sich hier andeutet, ist eine weitgehende Wirtschaftsblockade von Katar, wobei man davon ausgehen kann, dass die Öl- und Gasgeschäfte nicht davon betroffen sind. Mit einem höheren Öl- oder Gaspreis ist niemandem gedient. Was sich aber abzeichnet, ist eine Einschränkung der Geschäftstätigkeit für Katar und seine Geschäftsleute. Trübe Aussichten.

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3 Kommentare

  1. Patt.

    Die Saudis, von den USA angestiftet, hatten es sich leicht vorgestellt, das kleine Katar maßregeln zu können.

    Die Situation änderte sich aber, als die Türkei Truppen in Katar stationierte und militärischen Beistand zu leisten versprach. Jetzt können die Saudis Katar nicht mehr angreifen, ohne einen Krieg mit der Türkei zu riskieren, den sie nicht gewinnen würden.

    Wenn Katar nun mit türkischer Rückendeckung die Forderungen der Saudis ignoriert, laufen die Saudis Gefahr ihr Gesicht zu verlieren, weil sie nichts machen können – patt. Wenn sich die Saudis jetzt zurückziehen, werden sie zum Gespött der Region.

    Insofern hat die Situation auch etwas Lustiges.

    Erdowahn hat da die US-Politik durchkreuzt, weswegen man in Washington ziemlich sauer auf ihn sein dürfte. Wenn er nicht aufpasst, wird er durch einen CIA-Anschlag ausgeschaltet.

    Und sollten die USA Druck auf Erdowahn ausüben, um sich aus Katar zurück zu ziehen, verliert Erdowahn das Gesicht, sollte er dem Druck nachgeben.

    Die haben sich da ziemlich festgefahren. Man darf gespannt sein, wie die sich aus dieser Zwickmühle wieder lösen.

    1. Stimme dem zu. Die Saudis und die Amis brauchen jetzt erst einmal Zeit um sich Gedanken zu machen wie sie aus dem Schlammasel wieder herauskommen.

      Im, geglaubten, leicht verdaulichen Brocken Katar befand sich der Nagel Erdogan. 

      Entweder setzen die USA eins drauf und unterstützen jetzt die Isolation Katars oder der Schuss geht für die Saudis nach hinten los. 

       

  2. "Keinem Land dürfe Terrorunterstützung erlaubt werden, dies sei nicht verhandelbar" sagt wer ? Ach so, sagt der, der definiert was Terror ist uns was nicht !

    Ich denke, wenn man keinen Wert mehr darauf legt Glaubwürdig zu sein, kann man doch auch gleich die Klappe halten. Donald, lass doch den Schwachsinn, das nimmt dir doch keiner mehr ab ! … nicht mal die bekloppten Allahisten !

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