Grenzen verschieben – Politik der Stärke

Grenzen zu verschieben gilt im modernen Deutschland als Untat. Doch in der Geopolitik ist dies eine unleugbare Realität.

Von Michael Steiner

Wer in Deutschland die Verschiebung der Staatsgrenzen – und zwar auf jene von 1937, wie von den Alliierten eigentlich vorgesehen – fordert, gilt als Ewiggestriger und als Nazi. Und das nur, weil Deutschland eben den Krieg verloren hat. Bei den Deutschen hinterließ dies eine Neurose, die man selbst heute, bei Generationen die noch nicht einmal lebten als der Weltkrieg stattfand, noch erkennen kann.

Doch ein Blick auf die Geschichte der (National-) Staaten zeigt: Grenzen verschieben, sich ändernden Gegebenheiten anpassen, ist ein Teil der geopolitischen Realität. Ob es nun neue Staaten (z.B. Südsudan, Kosovo oder Timor Leste), Reintegrationen (Hongkong, Krim) oder einfach Grenzanpassungen (z.B. die Bucht von Piran) sind – weltweit werden neue Fakten geschaffen. Auch die Konflikte in der Ukraine oder Syrien muss man hier berücksichtigen.

Zwar ist es durchaus berechtigt, die Siedlungspolitik Israels zu kritisieren und deren Gebietsansprüche für ihr "Erez Israel", oder jene Chinas im Südchinesischen Meer – doch dann sollte man selbst nicht mit historischen Ansprüchen auf Gebiete kommen, die infolge verlorener Kriege nun einmal ebenfalls verloren sind. Auch wenn eine Rückabwicklung durchaus möglich wäre. Allerdings würde dies wohl einen neuen Krieg mit sich bringen.

Dennoch müssen wir uns im Klaren darüber sein, dass Grenzen auch in der heutigen Zeit nicht unverrückbar sind. Ob einem das gefällt oder nicht. Nur muss man dann eben auch mit den damit einhergehenden Konsequenzen leben. Doch wenn ein Staat eine Politik der Stärke ausübt, wie es dies vor allem den größeren und wirtschaftskräftigeren Ländern möglich ist, dann wird man damit leben müssen.

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Oder wie eine jüdische Bekannte einmal in einer Diskussion mit mir meinte: "Die Deutschen müssen Israel für ihre Okkupationspolitik nicht schelten, nur weil sie selber zu feige sind, eine Politik der Stärke durchzuführen." Und wenn dies damit einher ginge, dass Berlin der israelischen Regierung eben auch mal den Stinkefinger zeigt, wenn diese wieder einmal mit Antisemitismusvorwürfen kommt, weil das ihrerseits eine Politik der Stärke darstellt. So lange die Deutschen die eigene Geschichte der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts als wunden Punkt betrachten, wird sich daran nämlich auch nichts ändern.

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15 Kommentare

  1. grenzen verschieben? im besatzungsrecht sind gemäss der HLKO selbst die inneren grenzen (mittels ein-, aus-, oder umgemeindungen) nicht verschiebbar – weshalb bspw, die stadt hamburg nicht an schleswig-holstein angebunden werden kann. 

      1. wenn das geht, verstehe ich die "autonomität" hamburgs nicht – die stadt ist autonom, weil es kostengünstiger ist 2 anstatt von einer administration zu haben? denken sollte man dann, wenn das dafür zuständige organ vorhanden ist. fehlt es, sollte man einfach nur die HLKO lesen. 

  2. So wie einer Land-Besitzergreifung eine Grenzverschiebung vorausgegangen war, müßte eine Rückversetzung nicht unmöglich sein. Wird aber von dem gekauften polit. Establishment sofort als Tabuthema abgeblockt, bzw niedergeschmettert mit Worten wie die Zeit ist nicht reif oder dergleichen um das Thema auszusitzen.

    Wenn Fremdbesatzer vorangehend Grenzverschiebungen vollzogen haben, werden die damit nachfolgenden vorprogrammierten Folgeprobleme für die Betroffenen heute meist einfach von oben ignoriert, ausgeblendet. oder weggeleugnet. Gegebenenfalls werden sie der Öffentlichkeit gar noch als Realpolitik zur Verdauung verabreicht.

    Dabei wird bei näherer Betrachtung deutlich, dass diese Land-, Besitz-, Seelenergreifungen ein Stachel ins Herz, Gemüt dem Heimatempfinden, also deren inneren Lebensqualität  für Betroffene und Nachfolgegenerationen in den betrofffenen Gebieten bleiben.

    Taktik der Politiker von heute. Ganz ignorant wegleugnen, oder gar das Gegenteil behaupten und als einen Erfolg der Politik schlafloser Nächte Errungenschaft darstellen. Und der 08/15 Demokrat, der mit der Stimmenübertragung am Wahltag an der Wahlurne sich in den nachfolgenden 5 Jahren kein weiteres Mal bemüßigt, was der Politiker mit seiner Stimme Macht überhaupt treibt, schert sich nicht, was über seinen Kopf  und anderer Leute Köpfe zusammengebraut wird.

    Eigenverantwortung an der Urne für 5 Jahre abgegben, sich den Leibesgenüssen hingeben und einem privaten süßen Leben frönen, so kann Politikgestaltung nie funktionieren, nicht im Sinne eines hegenden und pflegenden Gartens.

    Es folgt unausweichlich der Tag, an dem "plötzlich" die persönliche Freiheit nicht mehr zu retten sein wird. Anderer Augen Interessen von außen schlafen nicht.

    1. @Saure Gurke 
      Ich stimme Ihnen zu.
      Man sollte die Auswirkung der Vertreibung der Deutschen aus Ostdeutschland (Schlesien, Pommern, West- und Ostpreußen und östliches Brandenburg) und des einhergehenden Landraubs insbesondere im Zusammenhang mit der jetzigen Haltung  des deutschen Voljkes (dies schließt natürlich die Paßdeutschen aus) zur Landnahme durch die hereindrängenden Fremdlinge aus dem Nahen Osten und Afrika sehen. Die jetzige Haltung des deutschen Volkes zeigt nicht, daß es gewillt ist, Restdeutschland gegen die Invasoren zu verteidigen. Demzufolge fragt es sich, ob ein Volk, das den Raub eines Viertels des Landes hingenommen hat, überhaupt die Kraft und den Willen hat, den Rest des Landes zu verteidigen. Die Nichthinnahme des Landraubs hätte nicht bedeutet, daß man militärisch hätte handeln müssen. Es hätte erstmal bedeutet, daß man im Herzen und im Geiste diese Gebiete weiterhin als Teil Deutschlands ansieht und auf geschichtliche Gelegenheiten der Rückgewinnung wartet. Bekanntlich war 1990 eine solche Gelegenheit gegeben – aber der Wille, den Mantel der Geschichte zu ergreifen, war nicht vorhanden. Was kann man von einem solchen Volk überhaupt noch erwarten ? 

  3. Die Grenzen , die Mauern , die heute geschützt und ausgebaut werden, sind die des Internationalen Kapitals.

    Die deutsche Politik zerstört längst Deutschland und Merkel ist die internationale Machtgier in Person.

    Die Merkelsche Politik wird am Hindukusch verteidigt und im Kosovo und in Mali und die innere nationale Zerstörung wird durch die Migrationswaffe gesichert.

    1. Es ist schier unglaublich was eine Person an der Spitze anrichten kann. Man fragt sich nur, was etwa alles in den Köpfen der restlichen 15 Minister alles kreist? Von 630 Bundestagabgeordneten weist kein einziger die Dame des Grauens in die Schranken?

      Was ist denn das für ein Systemzustand? Es sieht für die Zukunft absolut nicht gut aus.

  4. Grenzverschiebungen führen in der heutigen Zeit, aufgrund der Sozialsysteme, unweigerlich in den Bankrott, wie man an dem Überdehungswahn dieser 'EU', wie zuletzt mit dem Assoziierungsprogramm Ukraine praktiziert, sehen kann.

  5. "Die Deutschen müssen Israel für ihre Okkupationspolitik nicht schelten, nur weil sie selber zu feige sind, eine Politik der Stärke durchzuführen."

    Israel, welches das völkerrechtswidrig okkupierte Gebiet in Palästina darstellt, vergleicht die jüdische Bekannte mit Deutschland, dem man in zwei Kriegen, ebenso völkerrechtswidrig, Gebiete abgetrennt hat?! Dazu kommt noch, dass beide Kriege vom internationalen Judentum gegen Deutschland entfacht wurden.

    Das ist die typisch jüdische Chuzpe.

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